Massive Gips-Wandbauplatten sind ausschließlich und speziell für den trockenen Innenausbau "konstruiert". Sie
sind darauf spezialisiert, die Hauptanforderungen, die an Innenwände gestellt werden, am besten zu erfüllen. Sprich: einfachste
Bautechnik, Stabilität, hohe Dampfdiffusionsfähigkeit und Schall- sowie Brandschutz.
Gips-Wandbauplatten werden vom Heimwerker leicht mit Gipskartonplatten verwechselt. Wandbauplatten können jedoch, je nach
Durchmesser, eher mit Großblock-Mauersteinen verglichen werden. Sie werden auf Nut und Feder zusammengefügt und brauchen - im
Gegensatz zu Gipskartonplatten - keine Trägerkonstruktion.
Die Platten in Dicken von 60, 80 bis 100 mm bestehen durch und durch aus massivem Stuckgips. Sie bilden sehr
stabile, dabei aber außerordentlich leichte Trennwände. Gips-Wandbauplatten kombinieren die Vorteile von Mauerwerk und
Trockenbau-Montagewänden in einem System. Sie werden wie im Massivbau ohne Unterkonstruktion zu homogenen Wänden zusammengesetzt.
Das große Format der Elemente erlaubt den vom Trockenbau gewohnten schnellen Baufortschritt: schon drei Platten im Standardformat
von 666 x 500 mm ergeben einen Quadratmeter Trennwand.
Ebenfalls dem Trockenbau entlehnt ist die weitgehend wasserfreie Montagetechnik, bei der nicht mit Mörtel, sondern allein mit
Gipskleber gearbeitet wird. Das Nut-und-Feder-Profil der Elemente sichert eine passgenaue Montage. Es entstehen absolut glatte und
planebene Wandoberflächen, die nicht verputzt, sondern lediglich im Fugenbereich oder vollflächig verspachtelt werden.
Trennwände aus Gips-Wandbauplatten benötigen keine Unterkonstruktion, ebenso keine Türstürze, Anschlusswinkel oder Profile für die
Lastabtragung. Sie bestehen homogen aus hochwertigem Stuckgips und weisen über die gesamte Fläche sowie den kompletten Querschnitt
die gleichen Eigenschaften auf. Öffnungen oder zu befestigende Lasten können darum beliebig angeordnet werden, ohne dass Rücksicht
auf Rastermaße oder Ständerweiten genommen werden muss. Sogar schwere Lasten wie Küchenschränke oder Waschbecken lassen sich mit
handelsüblichen Dübeln einfach und sicher an jeder Stelle befestigen.
Gips-Wandbauplatten und die Bauphysik
Gips-Wandbauplatten bieten durch homogene Massivität, innere Dämpfung, vor allem aber durch den elastischen
Anschluss mit schalltechnisch optimierten Randstreifen ausgezeichneten Schallschutz. Bereits einschalige Wände sorgen für
angenehme akustische Distanz zum Nachbarn.
Im Brandfall finden Flammen bei Gipsbauteilen keine Nahrung - oder fachgemäß ausgedrückt: Gips erhöht nicht die Brandlast im
Gebäude. Gips leistet mit seiner speziellen Kristallstruktur sogar einen zusätzlichen aktiven Beitrag gegen die Ausbreitung des
Feuers und hat sich deshalb als hochwirksamer Brandschutzbaustoff bewährt.
Die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen, weisen eine Reihe von Baustoffen auf - nicht immer zum Vorteil der Gebäude. Ins Nützliche
wendet sich der Vorgang beim Gips, weil er das aufgenommene Wasser unter veränderten Raumklimabedingungen auch wieder abgibt.
Dadurch reguliert Gips wirksam das Wohnklima in Innenräumen. Das gilt auch für wasserabweisende Gips-Wandbauplatten.
Schallschutz mit Gips-Wandbauplatten
Als homogener Massivbaustoff gewährleisten Gips-Wandbauplatten einen ausgezeichneten Schallschutz für innere
Trennwände. Die direkte Schallübertragung von einem Raum zum anderen wird nachhaltig reduziert. Ein optimales Schallschutzkonzept
berücksichtigt jedoch auch die unerwünschte Schallweiterleitung über flankierende Bauteile. Dieses Problem lösen Wandbauplatten
mit einem elastischen Anschluss (z.B. MultiGips AkustikPro 120) an alle angrenzenden Wände, Decken und Böden: Die Bauteile sind
schalltechnisch entkoppelt und können sich nicht untereinander anregen. Die störende Schallübertragung über die Nebenwege wird
damit wirkungsvoll reduziert.
Luftschalldämmung von Wänden aus Gips-Wandbauplatten
Dicke (mm) |
Rohdichteklasse DIN EN 12859
1) |
Flächen-gewicht der Wand (kg/m²) |
Schall-dämmung bei Ausführung mit Rand-streifen Akustik-Pro 120 RW,P (dB)
2) |
Schall-dämmung bei Ausführung mit Rand-streifen Presskork, 5 mm RW,P (dB)
2) |
Schall-dämmung bei Ausführung mit Rand-streifen Steinwolle, 13 mm RW,P (dB)
2) |
| Einschalige Wände |
| 60 |
mittlere Rohdichte (mR) |
54 |
33 |
|
|
| 80 |
mittlere Rohdichte (mR) |
70 |
37 |
|
|
| 100 |
mittlere Rohdichte (mR) |
92 |
40 |
37 |
38 |
| 100 |
hohe Rohdichte (hR) |
120 |
44 3) |
40 |
|
Dicke (mm) |
Wandaufbau
1) |
Wand-dicke (mm) |
Flächen-gewicht der Wand (kg/m²) |
Schalldämmung bei Ausführung mit Randstreifen Akustik-Pro 120 RW,P (dB)
2) |
Schalldämmung bei Ausführung mit Randstreifen Bitumenfilz 3 mm RW,P (dB)
2) |
| Zweischalige Wände |
| 100 |
Gips-Wandbauplatten hR (120 kg/m²) und angesetzte Verbundplatte aus: |
150 |
136 |
52 |
|
| 12,5 |
Gipskartonplatte |
| 30 |
Mineralwolle |
| 80 |
Gips-Wandbauplatte mR |
175 |
128
| 61 |
|
| 25 |
Mineralwolle Heralan-TP o. Glw. |
| 10 |
Luftschicht |
| 60 |
Gips-Wandbauplatte mR |
| 80 |
Gips-Wandbauplatte mR |
210 |
146 |
60 |
|
| 40 |
Mineralwolle Heralan-DPF-50 o. Glw. |
| 10 |
Luftschicht |
| 80 |
Gips-Wandbauplatte mR |
| 80 |
Gips-Wandbauplatte mR |
260 |
148 |
|
68 |
| 80 |
Mineralwolle > 12 (kPa s/m²) |
| 20 |
Luftschicht |
| 80 |
Gips-Wandbauplatte mR |
| Vorsatzschale vor Massivwand |
| |
Massivwand |
|
185 |
|
+ 18 dB |
| |
|
|
330 |
|
+ 7 dB |
| |
|
|
460 |
|
+ 13 dB |
| |
Vorsatzschale aus Mineralwolle |
40 |
|
|
|
| |
Gips-Wandbauplatte mR |
60 |
|
|
|
| MultiGips Brandwand 4) |
| 160 |
| Gipsputz mit Glasgittergewebe |
18 |
150 |
|
44 5) |
| Gips-Wandbauplatte mR |
60 |
| Gipsputz mit Glasgittergewebe |
4 |
| Gips-Wandbauplatte mR |
60 |
| Gipsputz mit Glasgittergewebe |
18 |
1) Mittlere Rohdichte: 800kg/m³≤ ρ < 1.100 kg/m³, hohe Rohdichte 1.100 kg/m³ ≤ ρ ≤ 1.500 kg/m³
2) Schalldämmwerte bei Ausführung gemäß Prüfzeugnis. RW,P: Schalldämm-Maß gemessen im Prüfstand; Rechenwert RW,R = RW,P - 2 dB. Ohne Längsleitung über flankierende Bauteile
3) Bei elastischem Anschluss gemäß Prüfzeugnis mit Bitumenfilzstreifen
4) Bei Ausführung gemäß abP 3668/484/07 MPA Braunschweig
5) Schalldämmung bei Ausführung mit Randstreifen Steinwolle, 12 mm, gemäß Prüfzeugnis
Weitere Informationen zum Schallschutz mit Gips-Wandbauplatten finden Sie unter www.multigips.de.
Brandschutz mit Gips-Wandbauplatten
Gips ist ein mineralischer und nichtbrennbarer Baustoff (Baustoffklasse A1 nach DIN 4102). Im Brandfall
finden die Flammen bei Gipsbauteilen keine Nahrung - oder fachgemäß ausgedrückt: Gips erhöht nicht die Brandlast im Gebäude.
Die chemische Formel von Gips lautet CaSO4·2H2O, Gips besteht aus Kalziumsulfat und Wasser (Dihydrat).
Die beiden Wassermoleküle
sind nicht chemisch gebunden, sondern in die Zwischenräume der Struktur eingelagert und bilden einen Anteil von bis zu 20 Prozent
am Gesamtbauteil.
Unter der Hitzeeinwirkung eines Brandes wird der Gips entwässert. Das Kristallwasser verdampft und entzieht
dem Brand dabei Energie. Die homogen aus Gips bestehenden Wandbauplatten leisten beispielsweise bei 100 mm Dicke dem Feuer drei
Stunden Widerstand, ohne mitgeprüfte Steckdosen sogar vier Stunden!
Trennwände mit Brandschutz-Anforderungen
Trennwände und Vorsatzschalen aus Gips-Wandbauplatten sind nach DIN 4102-4 klassifiziert und können ohne
weiteren Nachweis den Feuerwiderstandsklassen gemäß Tabelle zugeordnet werden. Ein Prüfzeugnis oder eine Zulassung ist nicht
erforderlich.
Die angegebenen Werte werden jeweils ohne Putzschichten erreicht. Elektroinstallationen wie Schalter oder Steckdosen können
ohne Einschränkung des Brandschutzes in die Wand eingebaut werden, sie dürfen sich auf den beiden Wandseiten jedoch nicht
unmittelbar gegenüberliegen.
| Wandaufbau |
Dicke (mm) |
Feuerwiderstandsklasse |
| Einschalige Trenn- und Schachtwände |
|
60 |
F 30-A |
 |
80 |
F 120-A |
 |
100 |
F 180-A |
| Zweischalige Trenn- und Schachtwände |
 |
| 80 + 60 |
F 120-A |
| 100 + 60 |
F 180-A |
| 80 + 80 |
F 120-A |
| Vorsatzschalen |
 |
| 60 |
F 30-A |
| 80 |
F 120-A |
| 100 |
F 180-A |
Weitere Informationen zum Brandschutz mit Gips-Wandbauplatten finden Sie unter www.multigips.de.
Gips-Wandbauplatten in Feuchträumen
Ein Plus an Sicherheit in häuslichen Küchen und Bädern bieten wasserabweisende Gips-Wandbauplatten. Da sie
aus durch und durch hydrophobiertem Stuckgips bestehen, schützen sie besser als jede aufgetragene Grundierung. Die
Diffusionsfähigkeit der Platten wird durch die Hydrophobierung nicht beeinträchtigt. Ihre Wasseraufnahme beträgt nach 2 Stunden
totaler Wasserlagerung weniger als 5 Gewichtsp-rozent. Die Funktionssicherheit der Trennwände kann weiter erhöht werden, wenn für
das Versetzen und die Verspachtelung der Platten auch MultiGips Kleber Hydro 90 verwendet wird.
MultiGips HydroSockel schützen
die Wände sicher gegen aufsteigende Feuchtigkeit bei Wassereinbrüchen während der Bauzeit und bei späteren Wasserschäden. Sie
bestehen aus aufgeschäumtem Glas, das absolut wasser- und wasserdampfdicht ist.
Mehr über Gips-Wandbauplatten in Feuchträumen finden Sie unter www.multigips.de
Verarbeitung von Gips-Wandbauplatten
Eine einschalige Wand aus Gips-Wandbauplatten aufbauen
Zunächst wird mittels Schnurschlag die Position der Trennwand markiert. Nach Fixierung des Randstreifens
MultiGips MultiGips AkustikPro 120 sk muss die Position der Trennwand erneut mit einem Schnurschlag markiert werden.
Das Gipskleberbett wird auf den Randstreifen aufgetragen und die Platten in das Kleberbett gesetzt. Es
empfiehlt sich, bereits die erste Reihe so zuzuschneiden, dass die letzte Plattenreihe ca. 3 bis 4 cm unterhalb der Decke
endet. Zum Schutz vor Feuchtigkeit kann die erste Reihe mit hydrophobierten Platten ausgeführt werden. Bei allen weiteren
Platten wiederholen sich stets folgende einfache Handgriffe: Kleber satt auf Stoß- und Lagerfugen auftragen Platten mit Nut und
Feder ineinander setzen.
Durch Schläge mit dem Gummihammer dichte Nut- und Federverbindung herstellen. Platten mit Richtscheit,
Wasserwaage und Gummihammer ausrichten. Ausgequollenen Kleber nach leichtem Erhärten abstreichen, Fugen schließen Die zweite
Reihe beginnt mit einer halben Platte. Danach im Verband weiter setzen. Kreuzfugen möglichst vermeiden. Ecken werden im Verband,
schichtweise wechselnd gesetzt.
Vor dem Einbau der letzten Plattenreihe den Randstreifen an der Decke mit Gipskleber ansetzen
(entfällt bei selbstklebender Variante). Damit die Fuge gut verfüllt werden kann, soll der Abstand zwischen oberer
Plattenreihe und Randanschlussstreifen möglichst 3 bis 4 cm betragen. Wenn die Platten der oberen Reihe angeschrägt wurden,
Schnittflächen gründlich vom Gipsstaub säubern. Anschlussfuge mit MultiGips FG 70 Füllgips vollständig füllen und dabei
möglichst nicht den Randstreifen überspachteln. Anderenfalls ist der Streifen durch Kellenschnitt unmittelbar unter der Decke
wieder freizulegen.
Aufbauhinweise für eine zweischalige Wand aus Gips-Wandbauplatten
Bei erhöhten Schallschutzanforderungen und/oder Installationswänden lassen sich die Trennwände auch
zweischalig ausführen. Jede Schale ist dabei eine eigenständige Wand ohne Verbindung zur anderen (Ausnahme: innere Brandwände).
Nachdem die erste Schale einer zweischaligen Wand fertig ausgeführt wurde, können optional die Installationen bzw. der Dämmstoff
eingebracht werden. Dämmstoffe im Zwischenraum werden dichtgestoßen und abrutschsicher mit Gipskleber auf die erste Wandschale
gesetzt. Der Dämmstoff darf nicht gestaucht werden und die Installationen müssen berührungsfrei im Zwischenraum verlaufen.
An eine doppelschalige Trennwand anstoßende Querwände aus Gips-Wandbauplatten werden nur mit einer Schale verbunden.
Weitere Informationen zur Verarbeitung von Gips-Wandbauplatten finden Sie unter www.multigips.de