Die Außenwände eines Gebäudes erfüllen vielfältige Aufgaben. Sie sorgen für eine schöne Optik (Fassade), übertragen die Traglast von Decken und Dach auf
das Fundament und bilden ganz allgemein die Hülle, mit der sich der Mensch vor der Umwelt und der Witterung schützt. Sie speichern im Idealfall tagsüber
die Wärme der Sonne und geben lassen sie erst gegen Abend in den Innenraum dringen. Sie übernehmen Schallschutzfunktionen und regeln mit der Aufnahme von
Luftfeuchtigkeit aus den Innenräumen auch das Klima im Haus.
Die Außenwände trotzen dem Regen und halten der prallen Sonne stand. Neben den zum
Teil großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht müssen sie die Belastungen durch den Temperaturunterschied zwischen der Außen- und der
Innenseite aushalten.
Im Laufe der Zeit haben Baumeister und Architekten die verschiedensten Konstruktionsmöglichkeiten für Außenwände entwickelt.
Von der schlichten massiven Wand (das sog. Sichtmauerwerk) über eine massive Wand mit Vorhang-Fassaden reicht das Spektrum bis hin zu den
Leichtbaukonstruktionen (z. B. Holzrahmen-Bauweise).
Durch die gestiegenen Anforderungen an den Wärmeschutz (nicht zuletzt zementiert durch die
aktualisierte Wärmeschutzverordnung) haben sich inzwischen drei Varianten durchgesetzt: In Neubauten werden praktisch nur noch massive Wände aus
Ziegelstein kombiniert mit einer Wärmedämmung, massive Wände aus wärmedämmenden Steinmaterial (z. B. Poroton) oder Leichtbaukonstruktionen aus Holzrahmen
mit Wärmedämmung gebaut.
Hat man sich als Bauherr erst einmal für die eine oder andere Variante entschieden, muß man sich erfahrungsgemäß erst
einmal viele Jahre lang nicht mehr mit dem Thema "Fassade" beschäftigen. Anders sieht die Situation für die Besitzer von Altbauten aus: Hat der Zahn der
Zeit an der Fassade seine Spuren hinterlassen, geht es meistens darum, gleichzeitig die Defekte an der Fassade zu beheben und die Wärmedämmung des
Gebäudes zu verbessern.
Dazu sind prinzipiell alle Wandkonstruktionen geeignet, die heute bei Neubauten so beliebt sind. Allerdings ist im
Einzelfall zu prüfen, ob beispielsweise die Wände auch tragfähig genug für die gewünschte Konstruktion sind. Auch verbietet der gesunde Menschenverstand
(ebenso wie gegebenenfalls die Denkmalschutzbehörde) den Einsatz beispielsweise von Wärmedämm-Verbundsystemen an einer aufwendig mit Stuck verzierten
Fassade.
Zementfaserplatten dagegen (keine Angst: sie sind alles asbestfrei!) sind inzwischen nicht mehr nur ein zusätzlicher Fassadenschutz, sondern - wie
nebenstehendes Foto beweist - auch ein Gestaltungselement. Die Platten werden in zahlreichen Einfärbungen und Strukturen angeboten. Damit können
unansehnliche Backsteinbauten so interessant verkleidet werden, daß der Betrachter glauben muß, hier stehe ein Designerhaus.
Auf den folgenden
Seiten lesen Sie, welche gängigen Wandkonstruktionen es gibt, welche Sanierungsmöglichkeiten in Frage kommen und welche Schäden überhaupt an Fassaden
entstehen können.
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