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Estrich-Elemente in Eigenarbeit verlegen

  Voraussetzungen bei Massivdecken, Holzbalkendecken, Unebenheiten
  Und so verlegen Sie die Fermacell Estrich-Elemente
  Die dritte Lage, wenn Sie die Belastbarkeit erhöhen wollen
  Was Sie bei einer Warmwasser-Fußbodenheizung beachten müssen
  Welche Bodenbeläge Sie auf den Estrich-Elementen verlegen können
  Die Ausgleichsschüttung, wenn die Rohbau- oder Holzbalkendecke uneben ist

Der Hausbesitzer steht sehr oft vor der Frage, ob er die Massivdecke im Dachgeschoss, die Bodenplatte des Kellers oder die alte Holzbalkendecke in Eigenleistung mit einem Estrich ausstatten soll, um darauf dann Bodenbeläge unterschiedlichster Art zu verlegen. Grundsätzlich sind diese Arbeiten in Eigenregie möglich. Am Beispiel der Fermacell Estrich-Elemente zeigen wir, wie es geht. Wir beschränken uns dabei auf die wichtigsten Arbeitsschritte und empfehlen Ihnen, eine genaue "Gebrauchsanweisung" im Handel oder beim Hersteller direkt anzufordern ("fels.de").

Estrich-Elemente sind in verschiedenen Zusammensetzungen lieferbar, so dass mit ihnen auch eine zusätzliche Wärme- und/oder Trittschalldämmung erzielt werden kann. Je nach Art dieser Platten kann sich dadurch die Aufbauhöhe bis zu 30 mm erhöhen, was vor der Montage natürlich gut überlegt werden muss um keine Stolperfallen herzustellen. Grundsätzlich müssen Estrichplatten auf ebener, vollflächiger, trockener und tragfähiger Unterlage verlegt werden. Für die Montage bietet der Hersteller Schnellbauschrauben und Spezial-Spreizklammern an.

Und so prüfen Sie die Voraussetzungen bzw. bereiten den Untergrund vor bei:

Massivdecke
Wenn das Bauteil Restfeuchte (Kernfeuchte) enthält, muss mit einer PE-Folie (0,2 mm) das Aufsteigen der Feuchtigkeit in den Trockenunterbodenbau verhindert werden. Hierzu die PE-Folie flächig auf dem Untergrund auslegen und die Bahnen = 20 cm überlappen lassen. Im Randbereich ziehen Sie die PE-Folie entsprechend auf Fußboden-Niveau hoch. Wenn das Bauteil keine Restfeuchte enthält, wird bei einer Anordnung der Massivdecke zwischen zwei Geschossen auf PE-Folie verzichtet.

Anschluss an FERMACELL Montagewand

Nichtunterkellerte Massivdecken oder Kellerbodenplatten
An das Erdreich angrenzende Bauteile müssen im Boden- und Wandbereich dauerhaft gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt werden. In der Regel wird eine Abdichtung der Außenseiten des zu nutzenden Raumes bei der Errichtung des Bauwerkes gemäß DIN 18195 vorgenommen. Das gilt ebenfalls für die Fundamentplatte (Sohlplatte), je nach Anforderungen die Raumnutzung (DIN 18195, Teil 4). Falls eine nachträgliche Nutzung eines Raumes geplant und keine Abdichtung der Bodenplatte (Sohlplatte) vorhanden ist, muss die gemäß DIN 18195 (z.B. Bitumenbahnen oder Kunststoff-Dichtungsbahnen) eingebaut werden.

Beseitigung von Unebenheiten
Um eine vollflächige Auflage zu erzielen, können Sie geringe Unebenheiten von 0 = 10 mm in kleineren Bereichen mit FERMACELL Plaster ausgleichen, auf größeren Flächen nehmen Sie am besten selbstnivellierenden Fließspachtel - beachten Sie die Verarbeitungshinweise der Anbieter, insbesondere die Trocknungszeiten.

Holzbalkendecke
Vor der Verlegung von FERMACELL Estrich-Elementen muss eine Holzbalkendecke auf ihren konstruktiven Zustand überprüft und gegebenenfalls ausgebessert werden (z.B. lose Dielen nachschrauben). Der Untergrund darf nicht nachgeben oder federn. Wenn für eine vollflächige Auflage der Estrich-Elemente ein Niveau-Ausgleich erforderlich ist, verwenden Sie FERMACELL Ausgleichschüttung.




Verlegung
Bei Verlegung der FERMACELL Estrich-Elemente darf die relative Luftfeuchtigkeit im Tagesmittel f = 70% nicht überschreiten.

Um Schallbrücken zu vermeiden, sind vor der Verlegung handelsübliche Randdämmstreifen aufgeschäumtes PE oder bei Brandschutzanforderungen Mineralwolle) anzubringen.
Verlegen Sie FERMACELL Estrich-Elemente, wie im Verlegeschema 1 dargestellt: von links nach rechts im schleppenden Verband - durch diese Anordnung vermeiden Sie Verschnitt und Kreuzfugen.

Für die erste Reihe sägen Sie am 1. Element an der Quer- und Längsseiten den überstehenden Falz ab.

Bei dem als 2 gekennzeichneten Element wird nur an der Längsseite der überstehende Falz abgeschnitten.
(Verlegeschema 1) Das als 3 gekennzeichnete Element schneiden Sie zunächst auf Länge. Bei dem Element 3 (erste Reihe) wird an der Längsseite der überstehende Falz abgeschnitten und mit dem Reststück (Element 3) kann in der zweiten Reihe die Verlegung fortgesetzt werden. Hierbei müssen Sie darauf achten, dass das Reststück mindesten eine Kantenlänge von =20 cm aufweist.

Bei der Verlegung der FERMACELL Estrich-Elemente ist darauf zu achten, dass keine Kreuzfugen entstehen (Fugenversatz =20 cm). Zum Schneiden der FERMACELL Estrich-Elemente eignen sich Handkreissägen (Tauchsägen) mit Führungsschiene und Staubsauger, elektrisch Stichsägen oder Handsägen wie z.B. Fuchsschwanz.
Im Flurbereich oder in schmalen Räumen sollten eine Längsanordnung der FERMACELL Estrich-Elemente ausgeführt werden.

Wenn Sie bei der Verlegung der FERMACELL Estrich-Elemente auf FERMACELL Ausgleichschüttung nach dem Verlegeschema 1 verfahren wollen, müssen Sie mit Laufinseln arbeiten.
Oder Sie arbeiten nach dem Verlegeschema 2.

Da FERMACELL ein sehr geringes Dehn- und Schwindverhalten bei Klimaschwankungen aufweist, sind erst bei Raumlängen von über 20 m Dehnungsfugen vorzusehen.
Verkleben Sie die Falze mit FERMACELL Estrich-Kleber (˜ 35g/m² verlegte Fläche = max. 30 m²/Flasche) - hierfür zwei Klebeschnüre auftragen. Das erfolgt in einem Arbeitsgang durch eine Doppelöffnung am Flaschenkopf.
Klebeschnüre ca 5 mm Ø
Anschließend müssen Sie die Elemente innerhalb von 10 Minuten (offene Zeit des Klebers) verlegen. Den erforderlichen Anpressdruck erzielen Sie mit FERMACELL Schnellbauschrauben oder Spezial-Spreizklammern. Um den Anpressdruck sicherzustellen, belasten Sie das verlegende FERMACELL Estrich-Element mit ihrem Körpergewicht und bringen die Verbindungsmittel ein.
Da der FERMACELL Estrichkleber bei der Aushärtung etwas aufschäumt, ist bei richtiger Dosierung auch die Stoßverklebung sichergestellt (der Kleber soll nach Aushärtung auf der Stoßfuge sichtbar sein).

Nach dem Aushärten stoßen Sie den ausgetretenen FERMACELL Estrich-Kleber mit dem Spachtel ab. Weitere Verarbeitungshinweise entnehmen Sie bitte dem Gebindeaufdruck.
FERMACELL Estrich-Elemente können während der Verlegung vorsichtig betreten werden. Mit der vollständigen Belastung und der Ausführung von Nachfolgegewerken, wie z.B. Aufbringen des Gehbelages, können Sie nach ˜ 24 Std. (vollständiges Abbinden des FERMACELL Estrich-Klebers bei normalem Raumklima) beginnen.





Die dritte Lage, wenn Sie die Belastbarkeit erhöhen wollen
Um die Belastbarkeit der Unterboden-Konstruktion zu erhöhen, können Sie eine dritte Lage FERMACELL verarbeiten.

Verlegen Sie die Estrich-Elemente wie bereits beschrieben und entfernen Sie Staub und Klebereste - bitte die Abbindezeit des Klebers beachten.

Für die dritte Lage verwendet man in der Regel FERMACELL Ausbau-Platten im Format 1,00 x 1,50 m in den Plattendicken 10 oder 12,5 mm. Um die zulässige Belastungsgröße (Flächenlast je m² und Punktbelastung) optimal zu erhöhen, ordnen Sie die FERMACELL Ausbauplatten um 90 Grad gedreht zu den Estrich-Elementen an. Die dritte Lage wird mit einem Fugenversatz von =200 mm zu den Estrich-Elementen verlegt.

Verklebung mit FERMACELL Estrich-Kleber: Klebeschnüre mit einem Durchmesser von etwa 5 mm im Abstand von =100 mm auf die Estrich-Elemente auftragen (Verbrauch ˜ 130 - 150 g/m², verlegte Fläche = ˜ 7/m²/Flasche). Alternativ besteht die Möglichkeit der Verklebung der dritten Lage FERAMCELL durch PVAC-Weißleim. Hierbei ist ein vollflächiger Kleberauftrag vorzusehen. Der Leim wird mit Hilfe eines Zahnspachtels (Zahnung ˜ 3 mm) aufgetragen (˜ 400 g/m²). Beachten Sie hierbei die offene Zeit des Klebers.

Verlegeschema: Vor-Ort-Verlegung

  • Abstand der Kleberraupen untereinander: = 100 mm (Verbrauch FERMACELL Estrich-Kleber: ca. 130 - 150 g/m²)
  • Abstand der Verbindungsmittel (x) untereinander: = 250 mm (Verbrauch der Verbindungsmittel: ca. 25 Stück/m²)
  • Randabstand der Verbindungsmittel: 10 - 30 mm

Fixieren: Den nötigen Anpressdruck erzielen Sie mit FERMACELL Schnellbauschrauben oder Spezial-Spreizklammern. Die Verbindungsmittel sind im Raster von etwa 250 mm x 250 mm in die Plattenfläche einzubringen, siehe Verlegeskizze. Der Verbrauch liegt bei etwa 25 Stück/m².

Weiterverarbeitung durch Nachfolgegewerke, wie Aufbringen von Gehbelägen, ist erst nach vollständiger Aushärtung (je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit bis zu 36 Stunden) des FERMACELL Estrich-Klebers oder des PVAC-Weißleims möglich.




Was Sie bei einer Warmwasser-Fußbodenheizung beachten müssen
In Verbindung mit Fußbodenheizungen dienen die speziellen 25 mm dicken FERMACELL Estrich-Elemente als druckverteilende Schicht und als Untergrund für die Gehbeläge. Die Fußboden-Heizungssysteme, in der Regel Warm-Wasser-Fußboden-Heizungssysteme, müssen vom Hersteller für die Kombination mit Trockenunterböden freigegeben sein.
Geeignete Heizsysteme:
  • Systeme mit Heizrohren in dafür vorgesehenen Formplatten, wie z.B. Polystyrol-Formplatten (vorzugsweise PS 30) oder PUR-Formplatten, und horizontale Weiterleitung der Wärme durch spezielle Wärmeleitbleche, die gleichzeitig eine vollflächige Auflage der Estrich-Elemente gewährleisten.
  • Systeme mit einer heizmedienführenden Platte (Klimaboden).
Elektrisch betriebene Heizsysteme (z.B. Heizdrähte im Kleberbrett) sind für FERMACELL nicht geeignet.

Die Vorlauftemperaturen
sind so einzustellen, dass die Temperatur unterhalb des FERMACELL Estrich-Elements = 45° dauerhaft nicht übersteigt (Wasservorlauftemperatur = 50°).

Verlegevorschriften
Führen Sie die Vorbereitung des Untergrundes durch wie bereits beschrieben. Werden aus bauphysikalischen Gründen unterhalb des Heizungssystems Zusatzschichten verlegt, müssen sie ausreichend druckfest sein. Wenn Fußbodenheizungssysteme auf der FERMACELL Ausgleichsschüttung verlegt werden, ist eine Zusatzschicht in Form einer 10 mm FERMACELL Ausbau-Platte zwischen FERMACELL Ausgleichsschüttung und Fußbodenheizungssystem zu bringen. Zusätzliche Dämmschichten aus Polystyrolhartschaum müssen PS 30 (Rohdichte ˜ 30 kg/m³) entsprechen. Diese Dämmschicht muss gleichmäßig dick sein. Die Gesamtdämmschichtdicke einschließlich der Formplatte des Fußbodenheizungssystems darf 90 mm nicht überschreiten. Bei größeren Hohlräumen wie Rohransammlungen im Bereich der Heizkreisverteiler sind aufgrund zu geringer Auflage Zusatzmaßnahmen notwendig. Es empfiehlt sich, unter Berücksichtigung der wärmetechnischen Wirksamkeit, die Freiräume mit FERMACELL Ausgleichschüttung auszufüllen. Die Heizrohre bzw. Wärmeleitbleche sind so zu verlegen, dass der Boden planeben bleibt. Wärmeleitbleche bzw. nahezu ganzflächige Heizelemente dürfen nicht verbogen sein. Die FERMACELL Anwendungstechniker/innen oder Außendienstmitarbeiter/innen nennen Ihnen gern Anbieter für geeignete Fußboden-Heizungssysteme.




Welche Bodenbeläge Sie auf den Estrich-Elementen verlegen können

Textil, PVC, Kork und andere Bodenbeläge

  • Bei der Verlegung selbstklebender Teppichfliesen sowie bei nicht wasserdichten Belägen ist ein Tiefengrund zu empfehlen.
  • Zur Fixierung des Teppichs eignen sich in der Regel doppelseitige Klebebänder.
  • Bei einer vollflächigen Verklebung des Teppichs wird ein Wiederaufnahmeklebesystem empfohlen, so dass ein späteres Entfernen des Teppichbelages ohne Teppichrückstände auf der Oberfläche der FERMACELL Estrich-Elemente möglich ist.
  • Bei dichten Oberbelägen verwenden Sie einen wasserarmen Kleber.
Bei dünnen Bodenbelägen (Textil, PVC etc.) in Bahnen oder Fliesen müssen Sie eine ganzflächige Spachtelung bzw. Nivellierung ausführen. Wählen Sie hierfür eine geeignete Glätt- und Ausgleichsmassen (selbstnivellierenden Fließspachtel). Geeignete Glätt- und Ausgleichsmasse für Gipsbauplatten im Fußbodenbereich sind im Fachhandel erhältlich. Beachten Sie bei vollflächigen Spachtelungen die Trocknungszeiten (vollständiges Austrocknen) und Weiterverarbeitungshinweise.

Mit der Spachtelung verhindern Sie, dass sich Stoßkanten, Verbindungsmittel oder geringfügige Unregelmäßigkeiten abzeichnen.

Bei größeren Unregelmäßigkeiten, z.B. Schraubenköpfe, nicht absolut dicht gestoßene Fugen, kann es notwendig sein, diese vor der ganzflächigen Spachtelung mit einem geeigneten Material vorzuspachteln, um ein nachträgliches Einfallen zu verhindern.

Bei dicken Teppichen, z.B. mit Schaumstoffrücken, ist in der Regel eine leichte Abglättung mit FERMACELL Fugenspachtel im Stoßbereich und eine Verspachtelung der Verbindungsmittel ausreichend.

Steinzeugfliesen, Naturstein (Marmor) und Terrakotta:
  • Die Fliesen müssen vom Hersteller für eine Dünnbettverlegung freigegeben sein. Eine Verlegung im Mittel- oder Dickbett ist nicht möglich.
  • Als Kleber eignen sich kunststoffvergütete Zementpulverkleber (sogenannte Flexkleber), Dispersionskleber oder Reaktionsharzkleber, die vom Kleberhersteller für Gipsbauplatten im Fußbodenbereich freigegeben sind.
  • Ein Vorwässern der Fliesen ist nicht zulässig, und die Fliesenrückseite muss mit mindestens 80% der Fläche im Kleberbett liegen - durch Stichproben kontrollieren.
  • Der Randdämmstreifen ist erst nach Verfliesung und Verfugung der Bodenfläche auf Fußbodenniveau abzuschneiden.
  • Die Verlegung der Fliesen ist in jedem Fall mit einer offenen Fuge auszuführen. Stumpf gestoßene Fliesen sind nicht zulässig, da sich sonst Kapillarfugen bilden können.
  • Verfugen Sie die Fliesen erst, wenn der Kleber ausgehärtet ist und seine Feuchtigkeit über die Fugen abgegeben hat (in der Regel ˜ 48 Std. - je nach Raumklima).
  • Innenecken sind elastisch abzudichten, z.B. mit Silikon (Dehnfähigkeit = 20%).
  • Eine Verspachtelung der FERMACELL Estrich-Elemente im Stoßbereich und der Verbindungsmittel ist nur bei der Verwendung von Dichtklebesystemen notwendig. Solche Maßnahmen sind jedoch nur bei Böden mit Feuchtebeanspruchung angesagt. In Bädern usw. müssen deshalb diese Elemente mit dichtenden Anstrichen oder einem Dichtklebesystem beschichtet werden. Das sind aufeinander abgestimmte Komponenten aus Grundierung, Dichtband, Dichtungssystem und Kleber, die im Handel von verschiedenen Herstellern angeboten werden.

Spezial-Info Steinzeugfliesen:
FERMACELL Estrich-Elemente sind für die Verlegung von Mosaik oder Bodenfliesen geeignet. Fliesenabmessungen mit Kantenlängen = 30 cm eignen sich meistens nicht mehr für eine Dünnbettverlegung, da die Planität durch das Herstellungsverfahren (Brand) nicht mehr gegeben ist.

Spezial-Info Naturstein, Marmor und Terrakottafliesen:
Bei der Verlegung dieser Gehbeläge ist aufgrund der Eigenschaften dieser Bodenbeläge der Einsatz des 30-mm-Mineralwolle-Elementes 2 E 32 FERMACELL Estrich-Element (2 x 10 mm + 10 mm Mineralwolle) nicht möglich. Die Kantenlänge der Fliesen darf bei Naturstein = 30 cm, bei Terrakotta = 40 cm betragen. Gegebenenfalls ist eine Versiegelung des Fußbodenbelages erforderlich.

Parkett
Bei Parkettverlegung (Verklebung von Massivholzparkett) werden die Estrich-Elemente im Bereich der Stoßkanten und der Verbindungsmittel nicht verspachtelt. Wenn Verspachtelungen erforderlich sind, sind diese mit dem Parkettverleger abzustimmen. Die Verarbeitung von schwimmend verlegtem Fertigparkett ist möglich.

Bei der Verklebung von Massiv- oder Verbundparkett auf FERMACELL Estrich-Elementen beachten Sie folgende Hinweise:
  • Eine Verklebung von zwei- und mehrschichtigen Fertigparkettelementen ist möglich.
  • Die Verlegung von Mosaikfertigparkett nach DIN 280 Teil 2 in der Ausführung (Würfel- oder Fischgrätemuster) ist möglich. Die Dicke ist auf 10 mm zu begrenzen. Bei dem Einsatz von Massivparkett sind kleinere Querschnitte von Vorteil - geringeres Quellen und Schwinden des Holzes. Die Verlegerichtung des Parketts, gleichmäßig verteilt auf die Fläche, sollte jeweils 50% zu 50% aufzeigen. Bei größeren Parkettdicken ist eine Rücksprache mit dem Hersteller erforderlich.
  • Die Verlegung des Parketts hat unter Beachtung der VOB DIN 18356 - Parkettarbeiten - zu erfolgen.
  • Die korrespondierende Feuchte der FERMACELL Estrich-Elemente und des Parketts muss gleich sein. Dieses ist durch Vereinzeln und Lagern des Parketts im zu verlegenden Raum zu erreichen. Bei der Verlegung des Parketts muss die Holzfeuchtigkeit im Bereich von 9% ± 2% liegen. Eine Raumtemperatur von mindestens 15 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von ca. 45 - 65% ist einzuhalten.
  • Die Oberfläche der FERMACELL Estrich-Elemente muss vor der Verklebung des Parketts staubfrei sein.
  • Anschließend erfolgt eine Grundierung und Verklebung nach Vorschrift des Klebstoffherstellers. Hierbei beachten Sie bitte die Trocknungszeiten - vollständiges Austrocknen - und Weiterverarbeitungshinweise. Verwenden Sie nur Grundierungen und Kleber, die vom Hersteller für Gipsbauplatten im Fußbodenbereich freigegeben sind. Wir empfehlen den Einsatz von wasserfreien Grundierungen und Klebstoffen.
  • Ein ausreichender Randabstand zu Wand- und angrenzenden Bauteilen, wie z.B. Stützen oder Rohrdurchführungen, ist gemäß VOB DIN 18356 einzuhalten. Bei der Anordnung von Dehnungsfugen ist gemäß Parketthersteller zu verfahren.
  • Ein Versiegeln in üblicher Form ist möglich. Bevor mit der Versiegelung begonnen wird, ist ein vollständiges Aushärten des Parkettklebers erforderlich.
  • Ein Schleifen und das Versiegeln des Parketts erfolgen in üblicher Form. Die Versiegelung des Parketts sollte auf wasserarmer Basis aufgebracht werden.
  • Zur Werterhaltung des Parkettfußbodenaufbaues und für das Wohlbefinden des Menschen ist die Beachtung eines gesunden Raumklimas (20 °C und ca. 45 - 65% relative Luftfeuchtigkeit) erforderlich.
  • Grundsätzlich ist es nicht möglich, Massivparkett in der Ausführung Stabparkett nach DIN 280 Teil 1 auf FERMACELL Estrich-Elementen zu verkleben. Das gleiche gilt auch für die Verklebung von Massivparkett in der Ausführung Schiffsboden, Hochkantlamellenparkett, Hirnholz- oder Hirnholzpflasterparkett auf FERMACELL Estrich-Elementen. (Wesentlich stärkeres Dehn- und Schwindverhalten von Massivholzquerschnitten kann bei den FERMACELL Estrich-Elementen zu Schäden führen.)



Die Ausgleichsschüttung, wenn die Rohbau- oder Holzbalkendecke uneben ist
Die porige, mineralische Körnung ermöglicht durch ihre besondere bauphysikalischen Eigenschaften einen vielfältigen Einsatz. Durch ihre rauhe Kornoberfläche verkrallt sich das Material und sorgt für eine hohe Standfestigkeit. Aufgrund der hohen wärmedämmenden und schalldämmenden Eigenschaften lassen sich auf wirtschaftliche Weise wirksame Konstruktionen erstellen - auch mit hohem Brandschutz. Bedingt durch das geringe Gewicht ist der Einsatz in Verbindung mit Leichtdecken (Holzbalkendecken) unter statischen Gesichtspunkten empfehlenswert.

Holzbalken mit alten Dielen

Material und Eigenschaften
FERMACELL Ausgleichsschüttung ist ein spezial getrocknetes mineralisches Porenbetongranulat.
  • Baustoffklasse: A1 (nach DIN 4102)
  • Wärmeleitzahl: ?R = 0,09 W/mK
  • Körnung: 0,2 - 4 mm
  • Schüttdichte: ˜ 370 kg/m³
  • mind. Schütthöhe (unverdichtet): = 10 bis 100 mm (im Wohnbereich)
  • Schüttmenge je m²: ˜ 10 Liter pro cm Schütthöhe
Einsatzgebiete
FERMACELL Ausgleichsschüttung wird zum Niveau-Ausgleich bei unebenen Fußböden in Alt- bzw. Neubauten verwendet und kann z.B. mit der FERMACELL Abziehlehre auf das exakte Niveau abgezogen werden.

Das Material eignet sich ideal für FERMACELL Estrich-Elemente. Bei entsprechenden statischen Voraussetzungen ist die FERMACELL Ausgleichsschüttung ebenso als Dämmschüttung in Holzbalkendecken einsetzbar. Der abgestimmte Kornaufbau bestimmt die Mindestschütthöhe von 1 cm.

Holzbalken mit starker Neigung

Verarbeitung
FERMACELL Ausgleichsschüttung kann direkt auf den trockenen Untergrund geschüttet werden. Bei Holzbalkendecken muss, wenn ein Herausrieseln der FERMACELL Ausgleichsschüttung durch Ritzen und Astlöcher oder ein späteres Nachtrocknen der Decke möglich ist, ein Rieselschutz in Form von Natron- oder Bitumenpapier ausgelegt werden. Dieser Rieselschutz ist an den Wänden hochzuziehen. Wenn Sie eine PE-Folie als Rieselschutz einsetzen, beachten Sie bitte die bauphysikalischen Gegebenheiten.

Bei größeren Schütthöhen tritt durch die Nutzung ein Nachverdichten ein. Deshalb empfehlen wir, ab 6 cm Schütthöhe 5% zu überschütten oder aus wirtschaftlichen Gründen einen Grobausgleich mit FERMACELL TSY-Platten (max. 2 Lagen = 6 cm in einem Aufbau) vorzunehmen. So ist gewährleistet, dass die Schütthöhe nirgendwo mehr als 6 cm beträgt und eine Aufbauhöhe (FERMACELL Ausgleichschüttung und FERMACELL TSY-Platten) von bis zu 12 cm erzielt werden kann.

Rohdecke, nicht unterkellert


Installationsleitungen können direkt überschüttet werden. Dabei ist jedoch eine Überdeckung von mindestens 1 cm erforderlich. Um Schwitzwasser zu vermeiden, beachten Sie die allgemeinen Regeln des Installationshandwerks.

Die Schüttung sollte nach dem Abziehen nicht begangen werden. Arbeiten Sie nach dem Verlegeschema 2 oder mit entsprechenden Laufinseln: Legen Sie vereinzelt FERMACELL Estrich-Elemente auf der FERMACELL Ausgleichsschüttung aus.



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