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Erdbebensicherheit beim Hausbau kein Thema "Erdbebensicherheit" ist für Gebäude in unseren Breiten bei der Planung und beim Bau eigentlich fast nie ein Thema. Ist nach einer solchen Katastrophe irgendwo auf der Welt die Zahl der Toten und der eingestürzten Häuser groß, wird gerne auf die fehlende Bauaufsicht in fernen Ländern verwiesen. Dabei zeigte das Beben vom 22. Juli 2002, das im Rheinland die Menschen verunsicherte und erst recht das Beben vom 13. April 1992, bei dem in der "Niederrheinischen Bucht" 40 Personen verletzt wurden, dass auch die hiesigen, vermeintlich soliden Gebäude auch bei schwachen Beben keineswegs vor Schäden gefeit sind.
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Das sagt die DIN zu Thema Erdbebensicherheit Zwar sind Erdbeben in Deutschland recht selten, aber alleine die vielen erloschenen Vulkane oder Maare entlang des Rheins deuten darauf hin, daß die Erdkruste hier nicht immer so fest gewesen ist, wie es heute den Anschein hat. Die DIN 4149 beschäftigt sich in Deutschland mit der Erdbebensicherheit und ist eine bauaufsichtlich bindende Vorschrift. Bindend heißt aber nicht, daß Sie bei Ihrem Haus auf alle Fälle und unbedingt gesonderte Maßnahmen für den Erdbebenschutz vornehmen müssen. Beim Großteil der normalen Wohnhäuser reichen die konventionellen Maßnahmen, die beispielsweise gegen Windbelastung oder andere Belastungen getroffen werden, vollkommen aus. Zudem muss die Belastung durch Erdbeben nur bei Gebäuden in erdbebengefährdeten Gebieten vom Statiker rechnerisch berücksichtigt werden und auch dort nicht bei allen Gebäuden. Wenn beim Bau von Wohngebäuden einige grundsätzliche Dinge beachtet werden, reicht das aus. So sollte die Bauwerksform möglichst gedrungen sein. Die Aussteifungselemente müssen annähernd gleich steif sein und möglichst symmetrisch über den Grundriß verteilt werden. Die Mindestfugenbreite zwischen Baukörpern muß mindestens 2 cm betragen. Auch bei der Gründung müssen in erdbebengefährdeten Gebieten zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden. Was ein erdbebengefährdetes Gebiet in Deutschland ist, legt die DIN 4149 nach Auswertung aller Erdbeben der vergangenen Jahrhunderte fest. Demnach gibt es bei uns nur sehr wenige und sehr kleine Gebiete, in denen eine verstärkte Erdbebengefahr besteht (beispielsweise rund um Aachen, in Süddeutschland im Bereich des Kaiserstuhls oder dem Bereich nördlich des Bodensees).
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Die Bodenbeschaffenheit beachten Die Erfahrung zeigt, dass die Konstruktion des Hauses sorgfältig auf die Bodenbeschaffenheit abgestimmt werden sollte. Was eigentlich ein Wissenschaft für sich ist, lässt sich auf einen einfachen Nenner bringen: "Nachgiebige" Hauskonstruktionen sollten auf harten Felsböden zum Einsatz kommen, während umgekehrt auf weicheren Böden steife Bauten die höhere Widerstandskraft gegen Erdbeben aufweisen. Der Grund dafür liegt in der Übertragung der Erdstöße auf die Gebäudekonstruktion: Die Häuser schwingen in einem bestimmten, konstruktionsbedingten Rhythmus mit und das kann zur Katastrophe führen: Erfolgen nämlich die Erdstöße im gleichen Rhythmus in dem das Haus schwingt, kommt es zu einer Resonanzverstärkung - die Belastungen für die Konstruktion steigen stark an und das Gebäude stürzt ein.
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Stabile Grundrisse wählen Besonderes Augenmerk sollte auf den Grundriss gelegt werden. Rechteckige Gebäude, die maximal dreimal so lang wie breit sind, gelten als besonders stabil. Zudem sollten die Gebäude maximal vier mal so hoch wie breit sein, da sonst starke Horizontalverschiebungen auftreten können - als Folge stürzen die Gebäude in sich zusammen. Als Besonders erdbebengefährdet gelten übrigens Gebäude mit U-förmigen und T-förmigen Grundrissen sowie besonders lange Gebäude.
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Schwachpunkt Schaufenster Typische Schwachpunkte in allen Gebäudekonstruktionen sind Tür- und Fensteröffnungen. Diese sollten nicht zunahe an den ohnehin schon besonders kritischen Ecken des Gebäudes platziert werden. Außerdem schwächen natürlich große Fensterflächen die Festigkeit des Gebäudes. Ganz besonders tückische ist das bei den typischen Geschäftshäusern, die im Erdgeschoss praktisch nur aus Schaufenstern bestehen, die aber in den oberen Etagen mit Wohnungen oder Büros durchaus solide konstruiert sind. Gerade solche Häuser werden schon bei relativ harmlosen Erdstößen beschädigt bzw. zerstört.
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Schwingungsverhalten Übrigens sollte man bei der Konstruktion ein paar Gedanken an die nichttragenden Elemente des Hauses verschwenden. Diese beeinflussen das Schwingungsverhalten eines Gebäudes nämlich relativ stark. Kombiniert man beispielsweise eine weiche Rahmenkonstruktion (beispielsweise aus Stahlbeton) mit steifen Ziegelmauern, dann darf man sich über Schäden nach einem Erdbeben nun wirklich nicht wundern.
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Wirkungsvoller Schutz? Beachtet man diese wenigen Regeln, so lassen sich Gebäude für die seltenen und vergleichsweise schwachen Erdbeben unserer Breiten wirkungsvoll schützen. In typischen Erdbebengebieten (beispielsweise Kalifornien oder in Japan) werden die Wolkenkratzer mit hohem Aufwand auf elastisch ausgelegten Fundamenten so gebaut, dass sie nach Erdstößen frei schwingen können damit es das Material nicht zerreißt. Doch wie trügerisch solche Planungen letztendlich sind, zeigte den Südkaliforniern zuletzt das mittelschwere Beben vom 17. Januar 1994. Damals stürzten auch nagelneue Autobahn-Brücken ein, die ausdrücklich erheblich heftigere Beben hätten aushalten sollen.
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Wie entstehen Erdbeben? Um zu verstehen, wie Erdbeben entstehen, muss man sich vergegenwärtigen, dass die vermeintlich feste Erdoberfläche tatsächlich nur eine etwa acht bis 40 Kilometer dünne Kruste ist, die auf dem Erdmantel aus glühendem, flüssigen Gestein (dem Magma) schwimmt. Zu allem Überfluss besteht die Erdkruste nicht aus einem Stück, sondern aus zahlreichen, unterschiedlich großen Krustenteilen (den sogenannten Platten), die auf dem Magma treiben wie Eisschollen im Meer. Durch die Bewegung schrammen Platten aneinander vorbei und verzahnen sich ineinander. Die Platten bleiben buchstäblich aneinander hängen. Dabei bauen sich ungeheure Kräfte auf, die irgendwann von den Platten nicht mehr gehalten werden können: Mit einem Ruck schrammen die Platten ein Stück weiter - die Erde bebt. In Kalifornien ist die Grenzzone zwischen der pazifischen und der amerikanischen Platte sehr gut zu sehen. Die weltbekannte Sankt-Andreas-Spalte liegt übrigens nur 50 Kilometer von der Metropole Los Angeles entfernt.
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