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Drainagemethoden am und unter dem Haus

Eine Drainage dient dem Feuchteschutz von Bauteilen und Bauwerken unter der Erde. Sie erfüllt ihre Aufgaben zusammen mit der Bauwerksabdichtung. Als Dränung werden alle Maßnahmen zur Entwässerung von Bodenschichten bezeichnet. Hauptsächlich besteht sie aus einer Dränschicht und einer Dränleitung. Man spricht von einer Ringdränung, wenn das Niederschlags- und Oberflächenwasser entlang der Bauwerkswände abgeleitet wird. Als Flächendränung bezeichnet man die flächenhafte Ableitung des Wassers unter der Bodenplatte des Gebäudes.

Wann ist eine Dränung nötig?
Dränschicht
Stufenfilter
Mischfilter
Dränsteine
Dränplatten
Dränmatten
Dränleitung
Wohin mit dem Wasser?
Wie funktioniert eine Ringdränung?
Wie funktioniert eine Flächendränung?

Wann ist eine Dränung nötig?



Eine Dränung ist dann notwendig, wenn Sickerwasser nicht schnell genug ins Grundwasser gelangen kann und daher auf das Bauwerk drückt. Dabei kommt es ganz stark auf die Bodenbeschaffenheit an. Bei nichtbindigen Böden wie Sand oder Kies sickert das Wasser ohne Stauung ab und es ist nur bei Hanglage eine Dränmaßnahme vorzusehen. Notwendig ist eine Dränanlage bei bindigem Boden wie Lehm, Mergel oder Ton. Drückt Grundwasser an das Gebäude, ist eine wannenartige Abdichtung obligatorisch. Eine Dränung ist in diesem Fall eventuell eine Maßnahme, die zusätzlich vorgenommen werden kann.

Dränschicht



Irgendwie muß das Sickerwasser am Gebäude vorbei so schnell wie möglich nach unten transportiert werden. Dafür gibt es die Dränschicht, die aus einer Filterschicht und einer Sickerschicht besteht. Die Filterschicht verhindert, daß ausgeschlämmter Boden in die Sickerschicht gelangt. Die Gefahr des Ausschlämmens von Bodenteilen durch fließendes Wasser ist um so größer, je feinkörniger der anstehende Boden ist. In der Sickerschicht fließt das anfallende Wasser aus dem Bereich der erdberührten Bauteile in die Dränleitung ab. Dränschichten können als Stufenfilter und Mischfilter sowie mit Drämelementen wie beispielsweise Dränsteinen, Dränplatten oder Dränmatten hergestellt werden.

Stufenfilter



Sickerschicht und Filterschicht wirken beim Stufenfilter zusammen. Die Sickerschicht besteht zum Beispiel aus einem Kiessand der Körnung 4/32 mm, das bedeutet, der größte Stein hat einen Durchmesser von 32 mm und der kleinste Stein hat einen Durchmesser von 4 mm. Als Filterschicht dient ein Sand 0/4 mm oder ein Filtervlies aus Polyester.

Mischfilter



Mischfilter bestehen aus einer Schicht abgestufter Körnung wie beispielsweise einem Kies der Sieblinie B 32. Das bedeutet, daß der größte Stein einen Durchmesser von 32 mm hat und die Korngrößen von 0 bis 32 mm in einem bestimmten Verhältnis vorhanden sind. Der Buchstabe B gibt ein mittleres Korngemisch an, während der Buchstabe A auf ein grobes und der Buchstabe C auf ein feines Korngemisch hinweist. Mischfilter übernehmen die Rolle der Sickerschicht und der Filterschicht.

Dränsteine



Drainagesteine sind Hohlkörper und werden aus einem porösen Spezialbeton ohne kapillare Saugwirkung hergestellt. Sie wirken sowohl als Sickerschicht als auch als Filterschicht. Zusätzlich schützt die Außenabdichtung des Kellers vor mechanischer Beschädigung. Dränsteine werden im Verband ohne Vermörtelung an das Mauerwerk angelegt. Danach kann sofort das Erdreich maschinell angefüllt werden.

Dränplatten



Dränplatten werden vollflächig verlegt und punktweise auf die Abdichtung geklebt. Bei Dränplatten, die keine Feuchtigkeit aufnehmen wie beispielsweise aus bitumengebundenen Polystyrolkugeln oder geschlossenzellige Dämmplatten aus extrudiertem Polystyrol-Hartschaum, kann zusätzlich noch eine Wärmedämmung erreicht werden.

Dränmatten



Diese aus Kunststoff hergestellten Matten sind zwischen 10-50 mm stark und bestehen aus Geotextilien, PE-Noppenbahnen, Fadengeflechtmatten oder Schaumstoffflocken. Vorteilhaft ist das geringe Gewicht und die einfache Verlegung, da das Material meist als Rollenware geliefert werden kann. Grundlage der Matten sind Polyester, Polyamid oder Polypropylen. Dränmatten eignen sich als Drän- und Schutzschicht.

Dränleitung



Hat das Sickerwasser die Dränschicht durchlaufen, wird es von der Dränleitung abgeleitet. Sie besteht aus Dränrohren in Verbindung mit Spül- und Kontrollrohren sowie Kontroll- und Sammelschächten. Bei jedem Richtungswechsel sind Spülrohre vorzusehen. Schächte dürfen einen Abstand von höchstens 60 Meter haben. Die Dränrohre haben poröse, geschlitzte oder gelochte Rohrwandungen und bestehen aus PVC, Beton, Ton oder Steinzeug. Das Mindestgefälle der Dränrohre muß 0,5 Prozent betragen, damit ein ausreichender Abfluß gewährleistet ist. Spülrohre werden stehend mit einer Abdeckung eingebaut. Meist sind sie aus dem gleichen Baustoff wie die Dränrohre. Kontrollschächte werden, wie bei der Haus- und Grundstücksentwässerung, meist in Fertigteilbauweise hergestellt.

Wohin mit dem Wasser aus den Dränrohren?



Das Wasser, das in den Dränrohren gesammelt wird, muß auch irgendwo "entsorgt" werden. Da Drän- und Grundwasser die Kanalsation belasten und die Funktion der Klärwerke herabsetzen, wird der Anschluß an das Kanalnetz häufig nicht genehmigt. Ebenfalls eine Genehmigung benötigen Sie, wenn Sie das Wasser in einen Bach oder Graben einleiten wollen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Wasser versickern zu lassen. Voraussetzung ist der Anschluß an ausreichend wasserdurchlässige Bodenschichten. Die Versickerung erfolgt entweder über einen Versickerungsschacht (Genehmigung erforderlich) oder Rohrversickerung in einer Rigole. Beachtet werden muß, daß der Zufluss zu den Versickerungssystemen in frostsicherer Tiefe erfolgen muß.

Wie funktioniert eine Ringdränung?

Die Dränleitung wird entlang der Fundamente frostfrei so angelegt, daß eine geschlossene Ringleitung mit Spülrohren und Schächten entsteht. Von der kapillarbrechenden Schicht unter der Bodenplatte ist ein Wasserabfluß in die Ringleitung herzustellen. Die Rohre werden, vom Tiefpunkt ausgehend zum Hochpunkt geradlinig, von Spülrohr zu Spülrohr auf einer etwa 15 cm dicken Schicht eines Mischfilters ansteigend mit mindestens 0,5% Steigung verlegt. Über die Dränrohre kommt bis etwa 25 cm über Oberkante Fundament ebenfalls eine Schicht Filtermaterial. Zudem muß beachtet werden, daß sich die Rohrsohle mindestens 20 cm unter der Bodenplatte befindet bzw. so tief liegt, daß die kapillarbrechende Schicht problemlos entwässert werden kann.

Wie funktioniert eine Flächendränung?



Die Flächendränage soll Durchfeuchtungsschäden im Bodenbereich des Kellers verhindern. Sie besteht aus einer filterstabilen Kiesschüttung unterhalb der Bodenplatte. Die Dränschicht wird oben mit einer Trennschicht abgedeckt, um das Einfließen des Betons zu verhindern. Bei Verwendung von Kies der Sieblinie B 32 beträgt die Schichtdicke mindestens 30 cm. Wird Kies der Körnung 4/32 mm auf einem Filtervlies eingebaut, kommen Sie mit einer 10 cm dicken Schicht aus. Unterhalb der Dränschicht werden Dränrohre eingebaut, deren Durchmesser und Abstand vom Wasserandrang abhängig sind. Die Dränrohre werden in die Kiesschicht eingebettet und an die Ringdränung angeschlossen.


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