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Die Satire des Monats Januar 2001 in unserem Online-Baumarkt

Ausnahmsweise müssen wir unserem Autor einmal zustimmen und brauchen diesem Beitrag keine Entschuldigung voranzustellen.

Die THD-Fischer gehen um

Möglicherweise wissen Sie (noch!) nicht, was THD zu bedeuten hat: The Home Depot! THD ist der weltweit größte Baumarkt-Konzern und kommt natürlich aus den USA.THD hat fast überall Fuß gefaßt, nur in Deutschland noch nicht.

Während die Deutschen treudoof Konzerne im Ausland kaufen, siehe "Mörziedes" und Chrysler, tun die Amerikaner so, als ob sie kein Wässerlein trüben könnten - und fischen den deutschen Baumarktgruppen die Leute weg.

Das macht Sinn: Wenn die deutschen Baumärkte überhaupt kein Personal mehr haben (und sie haben sowieso schon zu wenig), dann kriegt man solch eine Baumarktgruppe ja (fast) umsonst. Doch lassen wir die Abgefischten selbst zu Wort kommen:

Herbert Stups, bisher Vorstandsmitglied bei KRACHTIKER: "Ich befand mich gerade am 17. Loch auf dem Golfplatz von Saarbrücken, als aus dem Gebüsch ein Netz ausgeworfen wurde. Ehe ich zur Besinnung kam, hatte ich auch schon einen Vertrag unterzeichnet. Nun sitze ich im bitterkalten Ontario und lerne, die Kunden mit einem warmen Lächeln zu begrüßen."

Erika Bottermann, bisher Einkäuferin für Heim-Deko bei SCHLAUHAUS: "Ich befand mich gerade auf dem Rücksitz meines PKW in einem vertrauten Gespräch mit einem Herrn, mit dem ich gerade nicht verheiratet war. Dies hat THD ausgenutzt. Ehe ich meine Kleidung wieder geordnet hatte, hatte ich auch schon den Vertrag unterschrieben. Nun werde ich in den USA eingearbeitet als Facheinkäuferin für Matratzen und Bettvorleger."

Siegfried Käsbach, Leiter eines MOBBI-Marktes: "Ich befand mich auf dem Weg zum Standesamt, als ich mit meiner Braut mit einem Netz eingefangen und in die USA verbracht wurde. Dort wurden wir im Schnellverfahren in Las Vegas getraut. Angesichts der Gehaltssumme in meinem Anstellungsvertrag war jeder Widerstand nicht nur zwecklos, sondern unnötig."

Auch der Verfasser dieser Zeilen wurde, als er Silvester ahnungslos in den raketenübersäten Sternenhimmel blickte, von den THD-Fischern eingefangen. Ich konnte mich aber dadurch retten, daß ich ausrief:

"Ich bin der Halbbruder von Jürgen Schrempp!"

Da ließen mich die Amerikaner entsetzt los und rannten davon. Dann aber kehrten zwei zurück und traten mich kräftig ins Gesäß. Dabei sangen sie mit einem sehr höhnischen Unterton: "Best wishes to Jurgen and a happy new year!"

Wolfram Dübbel
Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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