Am 5.Oktober stand es weltweit in fast jeder Zeitung: Her Majesty Queen Elisabeth II. besitzt in Ihrem Badezimmer im Buckingham Palace eine Quietsche-Ente. Ausgeplaudert wurde dieses Geheimnis von einem Maler, der das königliche Badezimmer mit frischer Farbe zu versehen hatte (offenbar ist es nicht wandhoch verfliest). Und noch eines erfuhr man: Die Ente hat eine Krone auf und ist wahrscheinlich ein Geschenk der Enkelkinder. Ob die 75-jährige Dame mit der Ente auch badet, darf gemutmaßt werden. In jedem Fall hat die Ente einen Nachfrage-Boom ausgelöst. Unser Autor hat die Entscheidungsträger des einschlägigen Handels befragt.
Ente gut, alles gutManfred Maus (OBI): "Als ich bei der Eröffnung unseres OBI-Marktes in Peking unseren Bundeskanzler traf, habe ich ihm das Exemplar einer Peking-Ente à la OBI übergeben. Der Vogel ist ein Renner und zieht auch die Umsätze unserer Badabteilung nach oben. Gerhard Schröder bat sich eine zweite Ente aus für Herrn Scharping und seine sträfliche - äh: gräfliche - Gattin, die bekanntlich ohne Ente baden gegangen sind."
Dr. Peter Breidenbach (Bauklotz u.a.): "Diese OBI-Ente aus Weichgummi ist nicht nach meinem Geschmack. Auch quietscht sie etwas mickrig. Unsere Ente ist fröhlich, batteriebetrieben und schmettert laut "Ich möcht' Dein Badewasser schlürfen...!". Bei uns zuhause herrscht jetzt Stimmung in der Wanne!"
Manfred Valder (Hornbach): "Unsere Enten tragen die bekannten violetten Hornbach-Zierstreifen in kußechter Ausführung und werden als Zugabe jedem mitgegeben, der bei uns eine neue Wanne kauft. Es wurden Kunden beobachtet, die drei Wannen kauften, um in den Besitz von drei Hornbach-Enten zu kommen!"
Werner Diehl (Hela): "Wir von der Saar haben eine Glasente herausgebracht mit einem Stopfen am Hinterteil. Die Ente schwimmt einwandfrei, das habe ich in meinem Whirlpool unter notarieller Aufsicht selbst erprobt. Wenn man den Stopfen öffnet, fließt Kirschwasser raus. Im übrigen ist es eine Verleumdung, daß der Notar eine Notarin gewesen sein soll."
Michael Baumgardt (Hagebau): "Unsere Bade-Ente ist die authentischste. Sie ist aus Ton gebrannt. Modell gestanden hat ein Erpel aus holsteinischer Edelzucht. Falls die Ente zerbricht - kein Problem! Aufgrund eines kleinen Dispositionsfehlers haben wir noch 19.000.000 Enten auf Lager - für jeden vierten Deutschen eine!"
Karl Wallmeyer (HolzLand): "Wir bieten die Ente aus Teak, aus Palisander und Eiche. Letztere auch geölt und gewachst für den ökologisch bewußten Verbraucher. Dazu die Pflegeschatulle aus Massivholz mit Intarsien. P-l-a-s-t-i-k? Weichgummi? Da wendet sich der deutsche Holzhändler ab mit Grausen!"
Wolfram Dübbel |