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Die Satire des Monats Januar 2002 in unserem Online-Baumarkt

Uns wurde ein Unfallbericht zugespielt, der den Akten der SUVA (Schweizerische Unfall-Versicherungsanstalt) entnommen worden sein soll. Ob der Bericht wahr ist? Wir möchten es bezweifeln - in jedem Fall ist er aber gut erfunden. Womit Sie diesen Monat erfreulicherweise einmal etwas anderes lesen können, als den Blödsinn, den sich unser Autor Wolfram Dübbel zusammenschreibt.

Die Redaktion


Auf und ab eines Dachdeckers

"In Bearbeitung Ihrer Bitte um zusätzliche Informationen möchte ich Ihnen folgendes mitteilen:

Bei Frage 3 des Unfallberichtes habe ich "ungeplantes Handeln" als Ursache angegeben. Sie baten mich, dies genauer zu beschreiben, was ich hiermit tun möchte:

Ich bin von Beruf Dachdecker. Am Tag des Unfalls arbeitete ich allein auf dem Dach eines sechsstöckigen Neubaus. Als ich mit meiner Arbeit fertig war, hatte ich etwa 250 kg Ziegel übrig. Da ich sie nicht die Treppe hinuntertragen wollte, entschied ich mich, sie in einer Tonne an der Außenseite des Gebäudes hinunterzulassen, die an einem Seil befestigt war, das über eine Rolle lief. Ich band also das Seil unten auf der Erde fest, ging auf das Dach und belud die Tonne. Dann ging ich wieder nach unten und band das Seil los. Ich hielt es fest, um die 250 kg Ziegel langsam herunterzulassen.

Wenn Sie Frage 11 des Unfallbericht-Formulars nachlesen, werden Sie feststellen, daß mein damaliges Körpergewicht etwa 75 kg betrug.

Da ich sehr überrascht war, als ich plötzlich den Boden unter den Füßen verlor und aufwärts gezogen wurde, verlor ich meine Geistesgegenwart und vergaß, das Seil loszulassen. Ich glaube, ich muß hier nicht sagen, daß ich mit immer größerer Geschwindigkeit am Gebäude hinaufgezogen wurde. Etwa im Bereich des 3. Stockes traf ich die Tonne, die von oben kam. Dies erklärt das gebrochene Schlüsselbein.

Nur geringfügig abgebremst, setzte ich meinen Aufstieg fort. Dieser hielt nicht an, bevor die Finger meiner Hand in die Rolle gequetscht waren. Glücklicherweise behielt ich meine Geistesgegenwart und hielt mich trotz des Schmerzes mit aller Kraft am Seil fest.

Jedoch schlug die Tonne etwa zur gleichen Zeit unten auf dem Boden auf und der Boden sprang aus der Tonne heraus. Ohne das Gewicht der Ziegel wog die Tonne nur etwa 25 kg. Ich beziehe mich an dieser Stelle wieder auf mein - in Frage 11 - angegebenes Körpergewicht von 75 kg.

Wie sie sich vorstellen können, begann ich nun einen schnellen Abstieg, wodurch Gottseidank auch meine Finger wieder freikamen. In der Höhe des 3. Stockes traf ich wieder auf die von unten kommende Tonne. Daraus ergeben sich die beiden gebrochenen Knöchel und die Abschürfungen an meinen Beinen.

Der Zusammenstoß mit der Tonne verzögerte meinen Fall so, daß meine Verletzungen beim Aufprall auf den Ziegelhaufen gering ausfielen und ich mir nur 2 Rippen brach.

Ich bedaure es jedoch, Ihnen mitteilen zu müssen, daß ich, als ich da auf dem Ziegelhaufen lag und die leere Tonne 6 Stockwerke über mir sah, nochmals meine Geistesgegenwart verlor! Ich ließ das Seil los, womit die Tonne diesmal ungebremst herunter kam und mir 3 Zähne ausschlug sowie das Nasenbein brach!

Hochachtungsvoll

Urs Böni-Heusetswil

Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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