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Die Satire des Monats Februar 2003 in unserem Online-Baumarkt

Unseren Autor erreichte am späten Abend des 2. Februar 2003, als feststand, daß die SPD die Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen erdrutschartig verloren hatte, ein Anruf von Bundesfinanzminister Eichel, der aus dem berufenen Mund unseres Bauexperten wissen wollte, wie die geplante neue Fenstersteuer bei Mietern und Hausbesitzern ankommen werde. Wir geben das Gespräch im Originalton wieder.

Her mit der Fenstersteuer als Baustein der Steuerreform

Eichel: Herr Dübbel, die Wahlschlappe hat uns gezeigt, daß wir handeln müssen. Wir wollen und werden die Bürger gerechter besteuern. Das Gehampel mit versteckten Steuererhöhungen muß aufhören, anstatt der Vermögenssteuer haben wir uns eine Steuer einfallen lassen, die jedermann als gerecht empfinden wird.

Dübbel: Was soll das denn für eine Steuer sein?

Eichel: Die Fenstersteuer, eine sozial ausgewogene Steuer, bei der auch nicht gemogelt werden kann!

Dübbel: Sagten Sie Fenstersteuer? Was soll das denn sein?

Eichel: Diese Steuer ist genial einfach. Jeder Bürger, jedes Unternehmen zahlt für jedes in seiner Wohnung, seinem Haus oder seinem Gewerbebau vorhandene Fenster eine Steuer von 1 € monatlich bis zu einer Fenstergröße von einem Quadratmeter. Bis drei Quadratmeter kostet die Steuer pro Fenster 2 €, über drei Quadratmeter 5 €. Die sozial schwache, alleinerziehende Mutter, die in einer Kammer mit nur einem kleinen Fenster lebt, zahlt also gerade mal einen Euro. Und der Villenbesitzer dann eben 40 oder 80 Euro. Gerechter geht es doch nicht! Außerdem dient die Steuer der Hebung des Bildungsniveaus - ich sage nur Pisa-Studie!

Dübbel: Wie darf ich das denn verstehen?

Eichel: Herr Dübbel, ich bitte Sie! Ein Fenster kann man nicht auf einem Konto in Liechtenstein verstecken, also müssen die Bürger steuerehrlich sein. Und die Fenstermaße kann man auch nicht verändern. Nun müssen die Bürger alle ihre Fenster ausmessen, also Breite mal Höhe multiplizieren. Das fördert die Rechenkenntnisse!

Dübbel: Da kann ich Ihre Meinung nicht teilen. Der Bürger muß rechnen, seit Herr Schröder und Sie an der Regierung sind. Ich neige eher zu der Annahme, daß Sie nicht rechnen können!

Eichel: So kommen wir nicht weiter! Natürlich kann ich rechnen. Ich habe ausgerechnet, daß uns die Fenstersteuer 3,8 Mrd. einbringt.

Dübbel: Und was ist mit den Wintergärten? Da könnten Sie doch auch noch ein paar hundert Millionen rausschlagen?

Eichel: Ein guter Hinweis, herzlichen Dank. Da haben wir ja noch gar nicht dran gedacht. Also, ich könnte mir eine Monatssteuer von 50 Cent vorstellen!

Dübbel: Ein Wintergarten besteht doch aus 30 oder 50 Quadratmetern Glasfläche - das wäre doch ein Witz im Vergleich zu der Fenstersteuer!

Eichel: Für Wintergärten müssen wir dann schon einen Ökobonus gewähren. Außerdem hat unser Kanzler auch einen Wintergarten. Und der hat finanziell genug an der Hacke. Ich sage nur: drei Scheidungen. Das kostet!

Dübbel: Ich habe ein großes Haus mit zwanzig Fenstern - gibt es da nicht irgendwie einen Nachlaß, zum Beispiel für Satiriker?

Eichel: Völlig ausgeschlossen! Das muß eine gerechte Steuer werden. Ein Steuerbonus ist nur möglich für Politiker, die Fensterreden halten! Aber nun zu meinem Anliegen. Was halten Sie von der neuen Steuer?

Dübbel: Ich bin begeistert. Ich trete gleich morgen in die SPD ein und werde Minister.

Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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