Unser Auto beschäftigt sich diesmal mit der Frage, ob ein Email aus Email bestehen und/oder ob man es emaillieren und/oder aus einer Emailbadewanne verschicken kann.
Das Email aus dem EmaillierofenWie man ein Email schreibt, das wissen Sie ja. Aber w i e man Email schreibt, das ist umstritten. Der DUDEN (derzeit aktuelle Ausgabe Nr. 22) schlägt E-Mail vor, üblich sind aber auch eMail, e-Mail oder aber und vor allen Dingen Email. War der DUDEN einmal so etwas wie ein amtliches Regelwerk, so liefert er heute nur noch Anhaltspunkte - ja weicht auch von der Rechtschreibreform ab, denn nicht alles, was sich Rechtschreibbürokraten einfallen lassen, wird "vom Markt" akzeptiert.
Nun weiß der Bauherr und der Renovierer, der ein neues Bad einbauen will, dass es emaillierte Stahlwannen und solche aus Acryl gibt. Aus der Tätigkeit des Emaillierens leitet sich das Emaille ab, also der keramische Schmelzüberzug, der in einem Emaillierofen entsteht. A b e r aus dem Emaille ist das Email geworden (siehe DUDEN), wie auch aus dem plazieren ein platzieren (mit "t") geworden ist. Da kann einem schon der Kragen platzen.
Was das Email betrifft (jenes mit Schmelzüberzug), achte man bei einer Bestellung im Versandhandel bitte ganz besonders auf die Feinheiten.
Mailen Sie: "Ich erwarte dringend die Badewannen-Email", so ist das ganz etwas anderes, als wenn sie mailen würden: "Ich erwarte dringend die Email-Badewanne!"
Erschwert wird das Ganze noch dadurch, dass das Email aus dem Schmelzofen neutraler Natur ist: das Email. Die Email aus dem Internet ist jedoch sowohl weiblicher, als auch neutraler Konstitution. Man kann also das Email verschicken oder die Email.
Das (emaillierte) Email läßt sich nur schwer entsorgen, aber man kann es mit speziellen Pasten reinigen. Beim (digitalen) Email geht es nicht. Aber man kann es ausdrucken und dann verbrennen. Wie die ganze Rechtschreibreform.
Von mir aus in einem Emaillierofen.
Wolfram Dübbel |