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Die Satire des Monats November 2003 in unserem Online-Baumarkt

Unser Autor liefert uns in diesem Monat eine haarsträubende Geschichte, die seinem Freund Siegbert Kempenich passiert ist. Wir können uns nicht für den Wahrheitsgehalt verbürgen, weisen jedoch darauf hin, dass der renommierte deutsche Parketthersteller HARO tatsächlich im Oktober dieses Jahres einen Karton Prosecco abgegeben hat an jeden, der 15 m² einer bestimmten Parkettserie gekauft hat.

Siegbert und die Parkettorgie

Mein Freund Siegbert Kempenich ist derzeit Opfer. Genauer gesagt: Trennungsopfer. Denn seine Gattin Elfriede hat ihn kurzerhand aus ihrem ererbten Landhaus hinausgeworfen. Dabei hatte Siegbert nichts anderes getan, als 67 m² Parkett zu kaufen zwecks Renovierung der ehemals hochherrschaftlichen, aber etwas in die Jahre gekommenen Villa.

Der Parkettkauf gestaltete sich einfach, zumal der Händler im Rahmen einer Promotionaktion pro fünfzehn Quadratmeter verkauften Parketts einen Karton Prosecco als Zugabe aushändigte. Auch das Verlegen des Parketts ging zunächst zügig voran, zumal Siegbert zwei Schwarzarbeiter zur Hand gingen.

Das Abschleifen alten Mörtels vom Estrich und das Zurechtschneiden der Parkettstäbe verursacht natürlich Staub. Vom Staub wird die Kehle trocken. Ist die Kehle trocken, muß sie angefeuchtet werden. Ist nichts anderes greifbar, kann diese Befeuchtung auch mit Prosecco erfolgen. Womit das Verhängnis seinen Lauf nahm, denn Schwarzarbeiter können einen gewaltigen Durst entwickeln. Und Siegbert übrigens auch.

Nach dem zweiten Prosecco-Karton herrschte gehobene Stimmung im Salon. Diese Feststellung reimt sich zwar, aber mit Lyrik hatten die drei in diesem Zustand nichts mehr im Sinn. Umso mehr jedoch mit drei aufreizenden Damen, die einer der Schwarzarbeiter telefonisch herbeizitiert hatte: "Kommt alle schnell her, hier läuft eine tolle Party!"

Elfriede Kempenich, die ihre hochbetagte Mutter im Seniorenstift "Drei Eichen" besucht hatte, traf gegen 17.45 Uhr in ihrem Landhaus ein. Dort war inzwischen der Inhalt des vierten Kartons durch die Kehlen geflossen. Ihr Gatte (und mein Freund!) befand sich in einer stürmischen Umarmung mit einer brünetten Dame in schwarzer Corsage - und zwar, man mag es kaum fassen - auf den wenigen Quadratmetern Parkett, die man (immerhin) gemeinsam verlegt hatte. Einer der Schwarzarbeiter hatte sich mit einer dunkelhaarigen Dame auf der kostbaren Empire-Kommode gebettet, die als Erbstück das Speisezimmer krönt, während der andere mit dem Pendel der Comptoire-Uhr in der Hand im Vestibül herumtanzte, einer gefälschten Blondine das Hinterteil beklopfte und dazu sang: "So leben wir, so leben wir alle   T-a-a-a-ge!"

Siegbert hat den Parketthersteller und den Händler gebeten, ihm einen Kostenzuschuss für den Scheidungsanwalt zu zahlen. Der Hersteller zeigte sich mitfühlend und schickte einen Karton Prosecco. Der Händler zeigte sich uneinsichtig, meinte aber, man könne über alles reden, wenn man ihm die Adressen der drei Damen bekanntgeben würde.

Wolfram Dübbel
Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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