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Die Satire des Monats Dezember 2003 in unserem Online-Baumarkt

Ach nööö! 1,80 m Badewanne, wandhoch gekachelt, Kuschelrock, Teelichte, Sekt u. kein Mann im Haus, der mit mir das Bad verwüstet. Susann, 26/1,73 (Polizistin), süßes Lächeln, schlk. - einfach zum Verlieben, sucht ehrl. Lausbub! City Agt.

Tel.:28 09 90 65

Diese hier im Original abgedruckte Kleinanzeige aus der "BZ" führte zu außerordentlichen Verwicklungen, deren Opfer unser Autor Wolfram Dübbel geworden ist, den die Redaktion zur Vorbereitung eines neuen Projekts nach Berlin geschickt hatte. Bedauerlicherweise geriet er dabei in die Hände einer Dame, die ihn zur Zertrümmerung eines Badezimmers animiert hat.


Die Badewannen-Polizistin

Ich möchte ausdrücklichst darauf hinweisen, dass mich keineswegs sexuelle Motive dazu veranlaßt haben, auf die Kontaktanzeige der City-Agentur in Berlin zu reagieren.

Nein, mich interessierte rein beruflich, weshalb eine schlanke Polizistin mit "süßem Lächeln" einen Mann sucht, der mit ihr bei Teelicht und Sekt das "Bad verwüstet", und sogar noch ein wandhoch verkacheltes. Könnte es sich bei der Dame um eine Agentin des "VDS Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft" handeln, die zur Belebung des Verkaufs von Sanitärkeramik arglose Männer dazu verleitet, Badezimmer zu zerlegen?

Ich habe mich jedenfalls mit Carmen getroffen. So hieß die angebliche Polizistin. Ihr Lächeln war süß, ihr Haar war lang - fast so lang wie ihre Badewanne. In der lagen wir aufgrund meiner Vergeßlichkeit. Ich hatte doch nach der zweiten Flasche Sekt tatsächlich vergessen, dass ich verheiratet bin.

Carmen planschte etwas mit mir herum, dann hüpfte sie aus der Wanne und kam mit einem Bosch-Bohrhammer zurück. Den drückte sie mir in die Hände, schwenkte ihre nackten Hüften und rief: "Nun verwüste mein Bad, du mein Arnold - und danach gibt's die   B-e-l-o-ho-nung!"

Sie können sich nicht vorstellen, wie ich geschuftet habe. Fliesen runter, Rohre abstopfen, WC-Schüssel, Wanne, Waschtisch und Bidet ausgebaut und aus dem Fenster in den Garten geschmissen. Nach vier Stunden war ich "fix und foxy" und bin staubbedeckt auf dem Teppichboden in der Diele eingeschlafen.

Als ich wieder wach wurde, trug ich Handschellen. Carmen, wieder völlig angezogen, erklärte den Kriminalbeamten, ich sei in ihre Wohnung eingedrungen und habe das ganze Bad verwüstet.

Morgen werde ich aus der Strafanstalt Berlin-Moabit entlassen. Carmen hat nämlich die Anzeige zurückgezogen, nachdem ihr mein Anwalt diskret 25.000 Euro übergeben hat für den Einbau eines Traumbades.

Nach Hause traue ich mich nicht zurück. Gute Freunde der Familie berichten, dass meine Frau unser Bad verwüstet habe und mit mir nur unter einer Voraussetzung die eheliche Gemeinschaft wieder aufnehmen will:

"Ich will auch ein Traumbad, aber nicht unter 40.000!"

Wolfram Dübbel
Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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