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Die Satire des Monats Januar 2004 in unserem Online-Baumarkt

Unser Autor berichtet uns, wie er als geschickter Heimwerker aus einem mageren Tannenbaum doch noch ein Prachtexemplar gezaubert hat. Die Redaktion vermag über den ganzen Vorgang nur den Kopf zu schütteln.

Der aufgemotzte Tannenbaum

Natürlich nehme auch ich es mir in der Silvesternacht vor. Ich nehme mir vor, im nächsten Jahr den Tannenbaum nicht "auf dem letzten Drücker" zu kaufen, sondern spätestens Mitte Dezember. Mitte Dezember 2003 war entweder kein Parkplatz in der Nähe des Tannenbaumhändlers zu finden. Oder aber - diese Möglichkeit will ich keineswegs bestreiten - ich hatte meine guten Vorsätze vergessen.

So schaute ich wehleidig die Tannenbaumrestbestände an, die mir der Händler am 23. Dezember anzubieten hatte. Und ich hatte das Gefühl, die Tannenbäume schauten wehleidig zurück angesichts der traurigen Aussicht, nicht im Glanz von Kerzenlicht und Christbaumkugeln erstrahlen zu dürfen.

Der Händler erlöste mich aus der Depression: "Nehm'se den da, der ist unten rum doch richtig gut ausgestattet!"

Da hatte der gute Mann recht - "unten rum" war alles reichlich vorhanden. Aber oben - oben! "Macht doch nix!", tröstete mich der Händler, "auch eine Frau mit unten viel und oben nix findet einen Liebhaber! Sie müssen das Bäumchen oben ein wenig aufmotzen. Mit langen Perlenketten und so.....! Eben wie bei einer Frau!"

Ich habe den Tannenbaum gekauft. Aus des Nachbarn Taxushecke, die sowieso 60 cm lange Zweige über meinen Zaun sprießen läßt, habe ich taufrische Zweige geschnitten. Und mit dem Handbohrer ein paar Löcher in das Stämmchen gebohrt. Dann die Zweige reingesteckt. Und mein Tannenbaum war nicht wieder zu erkennen!

Nun schön, die Nadeln "unten rum" waren die einer Weißtanne, die "oben rum" die eines Taxus. Aber wer schaut so genau hin? Lüpfen Sie etwa die Bluse einer Dame, um sich zu vergewissern, ob "oben rum" alles echt ist?

Ganze drei Euro hat mein Weihnachtsbäumchen gekostet. Der Händler hatte Mitleid. Mit mir und dem Tannenbaum. Ich habe letzteren jetzt in "ebay" angeboten: "Tannenbaum, Liebhaberstück und Naturwunder, halb Weißtanne, halb Taxus, nur vier mal angesungen."

Die Gebote liegen derzeit bei 37 Euro. Sie müssen sich schon beeilen, wenn Sie das Liebhaberstück erwerben wollen!

Wolfram Dübbel
Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
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