Eine "grüne Lunge" mitten in der Stadt - ein Lebensraum für Pflanzen und Kleintiere, aber auch für den Naturliebhaber
unter den Hausbesitzern, der auf dem eigenen Dach einen Gartenstuhl aufklappen möchte. Wenn sich in dieser grünen "Insel" Regenwürmer, Hundertfüßler,
Asseln, Käfer und Schnecken wohlfühlen, dann ist das begrünte Flach- oder Schrägdach eben nicht nur optisch ansprechend, sondern auch ökologisch
sinnvoll. Neben dem Gewinn eines zusätzlichen Gartens, dem Mehr an Wohn- und Lebensqualität sowie einer Verbesserung des Wohnklimas durch
gesteigerte Luftfeuchtigkeit, kommen auf der ökonomischen "Habenseite" noch die längere Lebensdauer des Dachs und die erhöhte Lärm- und
Wärmedämmung hinzu.
Bebauungspläne können dem Dachgarten im Weg stehenn Es gibt
viele Gründe für ein Ökodach, doch vor das bewachsene Dach - das übrigens vor 100 Jahren in Deutschland noch aus Brandschutzgründen "beackert"
wurde - haben die Götter aber leider erst einmal die Behörde gestellt. Die wenigsten Probleme bereitet das Anlegen einer Dachbegrünung bei
einem Neubau. Die Planer können ein Gründach gleich mit in den Bauantrag einbeziehen. Allerdings werden die Gestaltungsmöglichkeiten durch den
Bebauungsplan eingeschränkt, im Extremfall kann auch eine Dachbegrünung schlichtweg verboten sein, wenn der Bebauungsplan nicht nur Trauf- und
Firsthöhe und in einigen Fällen auch die Dachneigung, sondern auch die Art der Bedachung und ganz selten Material und Farbe der Eindeckung
vorschreibt. Vorstellbar ist durchaus, daß z.B. in einem geschlossenen Bereich von Fachwerkhäusern mit Schiefereindeckung nicht auf einmal jemand
hingehen und statt Schieferplatten Pflanzen zur Eindeckung verwendet.
Generell setzt die Begrünung selbst eine relativ flache Dachneigung
voraus. Denn mit zunehmender Steilheit wächst auch der Aufwand für einen sicheren Halt der Humusschicht auf Folie oder Bitumenpappe. Der Regelfall
sowohl für intensive als auch extensive Begrünung ist eine Dachneigung zwischen 2 und 5 Prozent, ein Flachdach ohne jedes Gefälle gilt als nicht
fachgerecht.
Im Vergleich zum Neubau wird das Genehmigungsverfahren beim Altbau schwieriger, auch wenn Sie noch so sehr die Vorzüge der
geplanten Naturoase preisen mögen. Hat der Altbau ein Steildach, muß erst dessen Umwandlung in ein Flachdach genehmigt werden. Aber nicht nur der
Bebauungsplan, auch die Statik macht dem Naturfreund das Leben schwer, weil die alte Dachkonstruktion meistens ein Gründach ausschließt, denn
schließlich kommt bei 5 cm gesättigtem Substrat auf das Dach eine zusätzliche Last von 100 kg/m&178; zu. Der Weg zum Gründach wird also erst
frei, wenn die Auflagen des Bebauungsplans (Informationen gibt es bei Städten, Gemeinden und Landratsämtern - in einigen Kommunen gibt es sogar
Fördermittel) und die Brandschutzfragen geklärt sind. Einige Gemeinden haben im übrigen Grünsatzungen erlassen, die sich auch auf die
Dachbepflanzung beziehen.
Die verschiedenen Begrünungsarten von Dacharten Generell
unterscheidet man zwischen Extensivbegrünung, einfacher Intensivbegrünung und aufwendiger Intensivbegrünung:
+ Extensivbegrünungen haben
dünne Funktionsschichten und ein entsprechend geringes Gewicht. Ihr Bewuchs besteht aus Moosen, Sedum-Arten, Wildkräutern und Gräsern, also
anspruchslosen Pflanzen, die keiner Pflege bedürfen. Die Vegetationsschicht ist zwischen 3 und 15 cm stark (Gesamtdachaufbau - ohne Wärmedämmung -
bis zu 20 cm).
+ Einfache Intensivbegrünungen sind überwiegend als bodenbedeckende Begrünungen mit begrenztem Gestaltungsspielraum zu
sehen. Sie sind nicht so anspruchsvoll wie die Intensivbegrünungen und beschränken sich beispielsweise auf Gräser, Strauchwerk und Büsche.
Herstellungs-, Unterhaltungs- und Pflegeaufwand sind eher gering. Die Dicke der Vegetationsschicht schwankt zwischen 5 und 25 cm (Der
Gesamtdachaufbau - ohne Wärmedämmung - kann bis zu 30 cm Höhe haben).
+ Aufwendige Intensivbegrünung schafft im Gegensatz zu diesen
kleineren Vegetationen eine wahre Gartenlandschaft. Es gibt in der Praxis unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten, von denen Herstellungs- und
Unterhaltskosten abhängen. Rasenflächen, Stauden, Buschwerk und kleine Bäume gehören zum Repertoire. Es werden hohe Anforderungen an die
Funktionsschichten, aber auch an die Wasser- und Nährstoffversorgung gestellt. Der Schichtenaufbau ist sehr hoch mit entsprechendem Gewicht.
Die Vegetationsschicht kann teilweise bis zu 65 cm erreichen (der Gesamtaufbau bis zum 1 m).
Das A und O: Die richtige Abdichtung von Dachgärten Besonders gewissenhaft muß bei der
Abdichtung unter der Begrünung vorgegangen werden. Denn eines ist klar: Wenn erst einmal alle Schichten liegen und der "Wald blüht", dann sind die
untersten Schichten nur unter erschwerten Bedingungen zu erreichen. Deshalb sollten Sie unbedingt darauf achten, daß für die Dachabdichtung nur
Produkte eines Herstellers eingesetzt werden und diese auch nur in der werksseitig empfohlenen Schichtenfolge und mit den werksseitig
vorgeschriebenen Klebematerialien. Geschieht dies nicht, schieben sich die Hersteller im Garantiefall u.U. gegenseitig die Schuld zu oder lehnen eine
Haftung mit der Begründung ab, daß die Werksempfehlungen nicht beachtet worden seien.
Unabhängig von der Begrünungsart ist der Aufbau - bis
auf die Dicke der Vegetationsschicht - immer gleich. Auf den Rohbau, also die Betondecke oder die Trapezblechkonstruktion mit Stahltragwerk
oder ganz selten auf eine Brettschalung mit Holzdachstuhl, kommt zuerst eine Ausgleichsschicht (Material Kaltbitumen), um Höhenausgleich und bessere
Haftung zu gewährleisten. Es folgen Dampfsperre, Wärmedämmung (außer bei Räumen wie Garagen) und die Dampfdruckausgleichsschicht als erste
Abdichtungslage (ca. 5 mm, Material Polymerunterlagsbahn).
Nach einer weiteren Abdichtung (ca. 5 mm, Material Elastomerbitumen-Schweißbahn),
folgen wurzelfeste Bitumenbahnen und die Dränschicht (einkörniger Kies mit hohem Porenanteil). Die anschließend aufgebrachte Filterschicht (Glasvlies)
verhindert die Vermengung der Vegetations- mit der Dränschicht, die von feinen Teilchen durchsetzt werden kann.
Fertigsubstrat als Vegetationsschutz Bei der nächsten Schicht, der
Vegetationsschicht, handelt es sich hinsichtlich des verwendeten Materials meist um Fertigsubstrat. Sie können aber auch verschiedene Substrate
verwenden, um nach der Naßsaat zwei völlig unterschiedliche Vegetationsformen entstehen zu lassen (zu Kies und Sand als Lebensraum später mehr).
Unterschiedliche Vegetationsformen werden auch durch Anhügelungen des Substrats unterstützt. Die Substrathöhen schwanken insgesamt je nach
Begrünungsgrad (extensiv bis intensiv) zwischen 3 und 65 cm. Bei intensiver Begrünung empfiehlt sich im Anfangsstadium eine Sicherung gegen Wind und
Regen durch Schutzgewebe oder Oberflächenverfestiger. Bei der extensiven Begrünung reicht ein ständiges Feuchthalten. Als Dauerschutz helfen
Kiesschüttung oder Betonplatten an den besonders soggefährdeten Dachrändern.
Die An- und Abschlüsse sollten möglichst aus den gleichen
Werkstoffen wie die Dachabdichtung hergestellt sein. Auch müssen sie wirkungsvoll gegen mechanische Beschädigungen geschützt werden. Gerade bei den
Randbereichen und insbesondere bei genutzten Flächen unterliegen die An- und Abschlüsse einer enorm starken Beanspruchung. Achten Sie außerdem
unbedingt darauf, daß die Dampfsperren immer systemabhängig festgelegt werden. Bewährt haben sich bei der Dampfabdichtung auch bei extremen Innen- und
Außenverhältnissen hochdichte Dampfsperren.
Druckfestigkeit bei
Intensivnutzung Zu beachten gilt drittens, daß bei der Druckfestigkeit der Wärmedämmstoffe eine Abstimmung auf die unter der
Dachbegrünung zu erwartenden Beanspruchungen stattfinden muß. Bei Extensivbegrünungen ist, da sie nicht "genutzt" werden, eine Druckfestigkeit wie
bei bekiesten Dächern ausreichend. Nicht so bei der Intensivbegrünung oder dann, wenn die extensiv genutzten Flächen genutzt, also begangen werden
oder Gartenbänke und Stühle tragen müssen. Druckfestere Dämmstoffe wie beispielsweise bei Terrassenflächen sind dann zwingend nötig. Gegebenenfalls
müssen zusätzliche Druckverteilungsschichten eingebaut werden.
Die Arbeiten zur Dachabdichtung und -begrünung können - zu Ihrem
Vorteil - im Normalfall die gleichen Fachleute ausführen. Wenn dies nicht möglich ist, sollte zwischen Dachdecker und Dachgärtner eine
firmen- beziehungsweise objektabhängige Zusammenarbeit abgestimmt und vertraglich geregelt werden. Ansonsten könnte es durch für beide Gewerke
verbindlichen Vorgaben zu unüblichen und unzumutbaren Konsequenzen bei Fertigstellung, Abnahme und Gewährleistungszeitraum kommen. Außerdem sollten
die erforderlichen Maßnahmen zur Wartung der Dachabdichtung und zur Pflege der Begrünung in die Vertragsvereinbarungen aufgenommen werden. Denn genau
davon können Garantiezusagen und -leistungen abhängig gemacht werden.
Die
Dachentwässerung Mit der "dichten Decke" ist die Planungsphase aber noch lange nicht vorbei. Denn schließlich muß das überschüssige Wasser
abgeleitet werden. Doch was ist überschüssig? Wieviel Feuchtigkeit braucht die Dachbegrünung fürs tägliche Überleben? Oder wann tritt das andere
Extrem ein und Staunässe verursacht durch den entstehenden Sauerstoffmangel Wurzelfäulnis und damit das Ende der Pflanzen? Selbstverständlich ist auch
dieser Sachverhalt abhängig von der Art beziehungsweise dem Grad der Bepflanzung. Bei einer dünnschichtigen Extensivbegrünung zum Beispiel mit
Stauden, denen ein bißchen Trockenheit ganz gut tut, müßte Sorge getragen werden, daß sie trockene "Füße" behält. Bei einer Intensivbegrünung
hingegen kann sogar eine zusätzliche Bewässerung nötig werden.
Der erste Planungsschritt ist immer die Dimensionierung der Dachentwässerung.
Der Bemessungsregen liegt etwa bei 300 Litern pro Sekunde und Hektar: Das sind 0,03 l/(s x m²). Dem Zurückhalten dieser Wassermengen dient, wie
bereits angedeutet, der Schichtaufbau. Dabei läßt sich das Rückhaltevermögen auf den kurzen Nenner bringen: Je dicker die Erdsubstratschicht, desto
höher das Rückhaltermögen. Das zeigt sich bei der DIN 1986 und differenzierter bei den FLL- Richtlinien, die für begrünte Dächer verschiedene
Abflußbeiwerte festsetzen. Für den Anteil des Bemessungsregens, der im Endeffekt abgeleitet werden muß, steht der Abflußbeiwert y (die Werte reichen
von 0,5 und 0,1 - abhängig vom Grad der Begrünung).
Doch die DIN ist nicht in allen Fällen ausreichend. Ungenügend ist die
Dimensionierung der Dachabläufe und Falleitungen nach Teil 2 der DIN 1986 "Entwässerung von Gebäuden und Grundstücken", wenn beispielsweise
Schrägverglasungen oder über mehrere Etagen reichende Fassadenflächen an die Dachfläche angrenzen. Denn dann sollte die jeweilige Menge des von den
Fassaden ablaufenden Wassers den für die Dachfläche ermittelten Werten hinzugerechnet werden. Rinnen oder Roste an den Fußpunkten dieser weiteren
Entwässerungsflächen sind die Lösung; sie nehmen das Wasser auf und führen es direkt oder über eine Dränschicht den Dachabläufen zu. Diese
Vorgehensweise empfiehlt sich auch für Türaustritte, bei denen eine 15 cm hohe Schwelle störend wäre. Für den Türaustrittsbereich ist, gesichert
durch die Flachdachrichtlinien, eine Reduzierung der Aufkantungshöhe auf 5 cm über der Oberkante des Belags möglich.
Ein weiteres Problem
ergibt sich bei senkrecht verlaufenden Fallrohren, falls das Wasser nicht direkt dem Kanal zugeleitet, sondern von einer Dachebene auf die
nächstuntere abgeleitet wird. Wenn das Wasser von höher auf tieferliegende Dachflächen trifft, so geschieht das bisweilen mit einer enormen Wucht.
Wenn Kiesschichten hier teilweise schon nicht standhalten können, dann wäre es für eine Begrünung katastrophal. Deshalb muß auch hier das Wasser
gezielt aufgefangen und kontrolliert über Rinnen abgeleitet werden.
Bei den Gullys, in die das Wasser abgeleitet wird, gilt - unabhängig
davon, wie viele Gullys als "Ableiter" sich in das jeweilige Dach eingebaut werden: Die vorgegebenen Abflußbeiwerte beruhen zwar auf fundierten
Untersuchungen, können aber von den Launen der Natur eingeholt werden. Betrachten Sie die werksseitig vorgegebenen Zahlen als Näherungswerte,
denn die Dachbepflanzung lebt und ist damit von vielen unterschiedlichen Bedingungen wie etwa der Jahreszeit abhängig. Als Sicherheitsmaßnahme
sollte deshalb immer - allein schon weil Verstopfungen nie ausgeschlossen werden können - zusätzlich eine Art Notüberlauf
eingeplant werden.
Für die Gullys gilt es zwei Punkte zu beachten: den freien Zugang und das Abhalten von Vegetation. Letzteres kann
beispielsweise durch eine rundum angelegte Fläche aus gewaschenem Kies geschehen. Zudem sollten unbedingt Kontrollschächte über jedem Dachablauf
eingebaut werden.
Wohin mit dem Wasser-Überschuss? Bei alledem wurde eines
bisher noch nicht beachtet: Wie kann ein Überschuß des vom begrünten Dach zurückgehaltenen Wassers so vorsichtig abgeleitet werden, daß Vegetation
und Gebäude keinen Schaden davontragen? Neben Dränschichten aus Schüttstoffen oder mit Filtervlies abgedeckten Dränelementen bei der
Mehrschichtbauweise, gibt es Substrate, die durch ihren Hohlraumreichtum die Dränagefunktion bei der Ein- und Zweischichtbauweise übernehmen
können. Zu beachten sind hierbei die Vorgaben für Dränschichten der DIN 4095 "Dränung zum Schutz baulicher Anlagen".
Bedenken Sie, daß
sich bei allen mineralischen Schüttstoffen die Fähigkeit, Wasser abzuleiten, hauptsächlich aus dem Hohlraumvolumen zwischen den einzelnen "Teilchen"
ergibt. Es kann sich - auch oder gerade bei Beachtung der DIN 4095 - durch die Schichtdicken ein sehr hohes Gewicht ergeben.
Helfer in der Not sind Dränelemente aus profiliertem Hartschaum oder tiefgezogenem Kunststoff, weil sie leicht sind und trotzdem leistungsfähig. Sie
ermöglichen zudem die "Überbrückung" des Substrats, wenn bestimmte Pflanzen sehr empfindlich auf Staunässe reagieren.
Wie soll man den Dachgarten bewässern? Die andere Seite der Medaille ist die künstliche
Bewässerung. Gerade zu Beginn der Begrünungsphase "dursten" die Pflanzen nach Feuchtigkeit. Da ist es immer praktisch, einen Wasseranschluß gleich
auf dem Dach zu haben. Ein Detail, das schon bei der Bauplanung berücksichtigt werden sollte. Bei einer Intensivbegrünung (besonders bei niedrigem
Schichtaufbau oder blattreichen Pflanzen) ist eine Zusatzbewässerung sogar unumgänglich, denn wer will sich schon in heißen Sommern mehrmals
täglich mit der Gießkanne aufs Dach begeben?
Bewässerung mit dem Gartenschlauch mag möglich sein, sie ist aber schwierig und bei nicht
begehbaren Gärten sogar unmöglich. Eine Alternative ist die automatische Tröpfchenbewässerung, ohne die z.B. in den Emiraten keine einzige
palmengesäumte Allee existieren würde. Optisch sind die vielen Leitungen aber nicht gerade wünschenswert.
Die sog. Anstaubewässerung auf
Flächen ohne Gefälle (auf keinen Fall Umkehrdächer) ist mit den - im Zusammenhang mit der Entwässerung erwähnten - Dränelementen
zu bewerkstelligen. Die Dachabläufe müssen dazu nur etwas hochgesetzt werden. Berücksichtigt werden muß hierbei aber die DIN 18195
"Bauwerksabdichtung - Abdichtungen gegen nichtdrückendes Wasser", denn durch den Wasseranstau muß die Abdichtung mit einer größeren Last fertig
werden (An- und Abschlußhöhen müssen höher ausgerichtet und einschalige, nicht belüftete Dächer vorzugsweise dampfdicht ausgebildet werden).
Möglicherweise reicht bei der Anstaubewässerung der Niederschlag nicht aus, um langfristig genug Wasser zu speichern. Hierbei helfen
Bewässerungsautomaten, die, wenn der Wasserspiegel unter einen gewissen Punkt sinkt, von selbst den Zulauf beginnen und bei Erreichen des
Idealvolumens auch wieder beenden.
Ökologisch sinnvoll bepflanzen und gestalten
Wer den natürlichen Weg einer Dachbegrünung wählt, der darf sich auch der Ökologie nicht verschließen. Zisternen - eventuell mit
Unterstützung von Pumpen - sind ein hervorragender Ansatz, um Regenwasser zu nutzen. Was die Einsaat oder Bepflanzung angeht, so wurden
schon einige Hinweise gegeben. Wenn Sie sich einen Gefallen tun wollen, dann planen Sie die Begrünung auch entsprechend der unterschiedlichen
eiträume der Blüte. Spezialisierte Gärtnereien halten Saatgut und entsprechende Pflanzen bereit, auch der spezialisierte Versandhandel hat sich
schon auf das Gründach "eingeschossen". Wenn Sie außerdem eine Struktur- und "Bewohner"-Vielfalt anstreben, dann sollten Sie auch Sand, Kies
und zum Beispiel alte Baumstämme verwenden. Sand und Kies sind ideale Sonnenplätze und Lebensräume für einige Tierarten. Baumstämme - mit
Bohrungen in unterschiedlichen Größen und Tiefen - sind Nisthilfen für Wildbienen und andere Hautflügler.
Und vergessen Sie nicht:
Je nach Begrünung sollten Sie in regelmäßigen Abständen das Dach begehen und nach Bedarf düngen, Wasserabläufe sowie Randbereiche kontrollieren und
schließlich unerwünschten Fremdbewuchs entfernen. Eichhörnchen pflegen liebend gern Walnüsse zu verstecken - und aus einer Nuß wächst in
zwei Jahren schon ein Bäumchen mit einer 60 cm langen Pfahlwurzel. Auch Holunder, der durch Vogelkot ausgesät wird, ist nicht der rechte Baum für
Ihr Ökodach, von der Birke ganz zu schweigen, der bekanntlich schon eine Ritze im Mauerwerk genügt, um zu wachsen.
Wie in einem richtigen
Garten auch, blüht und grünt nicht alles auf Anhieb. Lassen Sie sich nicht entmutigen! Spätestens dann, wenn das erste Rotkehlchen auf Ihrem Dach
brütet und ein Salamander auf den Kieseln ein Sonnenbad nimmt, stellt sich die Genugtuung darüber ein, etwas Vernünftiges geschaffen zu haben. |