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Ein eigener Brunnen - eine Alternative zur Regenwassernutzung?

Fast alle Haushalte in Deutschland sind an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen und schicke Gartenbrunnen verschönern das Eigenheim. Die Versorgung mit Wasser aus einem Brunnen ist beschränkt auf wenige ländliche Gebiete und Einzelstandorte wie beispielsweise Ferienhäuser. Prüfen Sie aber, ob Sie nicht das Regenwasser nutzen können, wie es in südlichen Ländern seit Jahrtausenden üblich ist, wo Regenwasser in Zisternen gesammelt wird. Allen, die dennoch einen eigenen Brunnen benötigen oder die daran interessiert sind, den Garten mit Brunnenwasser zu bewässern, geben wir einen Überblick, was im Zusammenhang mit einem eigenen Brunnen wichtig ist.

Schachtbrunnen
Bohrbrunnen
Rammbrunnen (Schlagbrunnen)
Spülbrunnen
Vor der Brunnenbohrung - wo steht das Grundwasser?
Welche Pumpentypen gibt es?
Handschwengelpumpen
Selbstansaugende Kreiselpumpe
Normalsaugende Kreiselpumpe
Unterwassermotorpumpen
Brauchen Sie eine Genehmigung für den Brunnen?
Brunnenalterung – Wassermangel

Schachtbrunnen


Ein Schachtbrunnen ist das, was Sie sich wohl unter einem "normalen" Brunnen vorstellen. So wie er in Märchen wie "Der Froschkönig" oder "Hans im Glück" oder auf Ritterburgen beschrieben wird. Der Schachtbrunnen wird im Erdboden ausgeschachtet. Seine Wände bestehen aus Mauerwerk, Beton, Stahlbeton oder fertigen Betonschachtringen. Der Schacht des Brunnens reicht bis ins Grundwasser, der Durchmesser bei kleinen Einzelbrunnen beträgt ein bis anderthalb Meter. Wirtschaftlich lohnend ist ein Schachtbrunnen nur bis zu einer Tiefe von etwa acht Metern. Die Wassergewinnung folgt durch die offene Sohle, was beispielsweise eine betonierte Kiesschüttung sein kann oder auch Schlitze im Mauerwerk, durch die das Wasser in den Brunnen eintritt. Da der Schachtbrunnen nur geringe Wassermengen liefert, ist er heute nur noch selten bei Einzelversorgungen im Gebrauch. Hygienisch bedenklich ist zudem die leichte Zugänglichkeit des Schachtbrunnens infolge des großen Durchmessers und der Nähe zur Geländeoberfläche.

Bohrbrunnen

Bohrbrunnen


Der Bohrbrunnnen wird, wie der Name schon sagt, durch eine Bohrung hergestellt. Das Bohrrohr wird durch die wasserführende Schicht des Grundwassers hindurch bis auf den Grundwasserträger abgeteuft und danach wieder gezogen. Im Grundwasser bleibt ein gelochtes oder geschlitztes Brunnenfilterrohr, an das sich ein vollwandiges Rohr bis zur Erdoberfläche anschließt, durch welches das Wasser gefördert wird. Der Durchmesser eines Bohrbrunnens kann, je nach Wasserbedarf, zwischen zehn Zentimetern und zwei Metern betragen. Die Tiefe des Brunnens richtet sich nach der Lage des Grundwassers. Grundsätzlich ist aber jede Tiefe möglich zu bohren. Im Gegensatz zu Schachtbrunnen, lassen sich bei einer sachgerecht Ausführung des Bohrbrunnens alle hygienischen Forderungen erfüllen. Der Bohrbrunnen als Kiesschüttungsbrunnen ausgeführt ist der Versorgungsbrunnen aller Wasserwerke. Auch der Heimwerker kann sich seinen Brunnen selbst bohren. Er sollte sich aber von vornherein im klaren sein, daß dies eine ziemliche Knochenarbeit ist. Ideale Böden dazu sind Sande, Kiese oder leichte Tone. Schon leichte Verdichtungen können dem Bohrenden aber das Leben zur Hölle machen. Mit zunehmender Tiefe nimmt zudem noch die aufzuwendende Kraft immer weiter zu, so daß eine Person alleine das Bohren nicht mehr bewerkstelligen kann. Im Fachhandel werden spezielle Erdbohrer für den Brunnenbau angeboten. Zu nennen sind dabei die Hersteller Dolmar, Stihl und Telsing.

Rammbrunnen (Schlagbrunnen)


Rammbrunnen Eine Sonderform des Bohrbrunnens stellt der Rammbrunnen bzw. Schlagbrunnen dar. Er findet nur bei kleineren Einzelversorgungen, wie beispielsweise Landgrundstücken oder Weiden Verwendung. Auch für die Gartenbewässerung ist ein Rammbrunnen gut geeignet und daher für Gartenbesitzer sehr interessant. Diese Brunnen können allerdings nur erstellt werden, wenn sich der Grundwasserstand höchstens sieben Meter unter dem Pumpenstandort (Saugpumpen können nicht mehr als acht Meter pumpen) befindet. Sollte der Wasserstand tiefer sein, kann ein Schacht Abhilfe schaffen. In dem ein bis zwei Meter tiefen Schacht wird die Pumpe installiert und somit näher an das Grundwasser rangeführt. Rammbrunnen können vom Heimwerker selbst mit der Hand erstellt werden: Dazu werden Metallrohre in den Boden getrieben. Das Vorbohren mit einem Erdbohrer erleichtert die Arbeit. Das erste Metallstück hat eine spezielle Spitze, die den Boden durchdringt und verdrängt. Hinter der Spitze sind Öffnungen angebracht, über die das Wasser in das Rohr eindringen und hochsteigen kann, wenn die Wasser führende Ebene erreicht worden ist. Wird nun die Luft über dem Wasser von einer Pumpe aus dem Rohr gesaugt, steigt das Wasser bis an die Oberfläche und kann von dort aus verteilt werden.

Spülbrunnen


Ist es Ihnen zu anstrengend, den Brunnen zu bohren oder zu rammen, können Sie ihn auch spülen. Allerdings ist die Standzeit eines solchen Brunnen meist geringer, als bei einem Bohrbrunnen. Ein wenig körperliche Arbeit sollten Sie dennoch investieren und den Brunnen mit einem Erdbohrer vorbohren, damit der Spülfilter einfacher ins Erdreich eingebracht werden kann. Haben Sie keinen Erdbohrer zur Hand, funktioniert es auch, wenn Sie die oberste Humusschicht mit einem Spaten entfernen. Der Spülfilter wird mit Wasser, das unter hohen Druck aus der Unterseite der Spülspitze austritt, in die Erde gespült. Dabei werden Sande und Kiese aus der Umgebung der Spülspitze weggeschwemmt, und der Spülfilter kann weiter nach unten gedrückt werden. Die Menge des Wassers und die Höhe des Wasserdrucks ist abhängig von der Art des Bodens und von seinem Verfestigungsgrad. Für feinen Sand brauchen Sie beispielsweise nur ein Drittel an Wasser, als bei groben Kies. Bei lockerem feinen Sand brauchen Sie vier Bar Spülwasserdruck, bei festem feinen Sand brauchen Sie acht Bar Spülwasserdruck. Bei diesen Druckverhältnissen kommen Sie mit Ihrem Gartenschlauch nicht sehr weit, da müssen härtere Geschütze aufgefahren werden. Am besten lassen Sie die freiwillige Feuerwehr in Ihrem Garten eine Übung veranstalten. Für ein paar Euro oder einige Kästen Bier ist die Feuerwehr vielleicht bereit, den Spülfilter mit ihrem Hochdruckanschluß einzuspülen.

Vor der Brunnenbohrung - wo steht das Grundwasser?


Bevor Sie sich für einen Brunnen entscheiden können, müssen Sie wissen, in welcher Tiefe sich das Wasser befindet. Ist das Grundwasser zu tief, wird es unter Umständen viel zu teuer, wenn Sie lediglich Ihren Garten wässern wollen. Um den Grundwasserstand festzustellen, gibt es mehrere Möglichkeiten: Vielleicht existiert schon ein Brunnen in Ihrer Nähe? Hören sie sich in der Nachbarschaft um. Sie können auch beim örtlichen Wasserversorger anrufen. Oft weiß dieser Bescheid, wie der Grundwasserpegel in Ihrer Gegend ist. Grundsätzlich muß aber unterschieden werden, ob der Brunnen im Flachland oder in Tälern und Gebirgen gebohrt werden soll.
In flachen Gebieten bildet Grundwasser unter der Erde eine Art See aus. Das Grundwasser hat meist immer den gleichen Anstand zur Erdoberfläche. Ist der Grundwasserstand an einer Stelle bekannt, kann man davon ausgehen, daß er überall in der Umgebung etwa gleich ist. In Tälern sieht die Grundwassersituation anders aus. Hier sollt der Brunnen möglichst weit im Tal erstellt werden, da das Wasser unterirdisch Richtung Tal fließt und an der tiefsten Stelle als Bach abläuft.

Welche Pumpentypen gibt es?


Für den Gartenbesitzer sind folgende Pumpen von Interesse:

Handschwengelpumpen


Mit der Hand zu pumpen, ist die bekannteste und auch kostengünstige Art des Pumpens. Mit dem Handschwengel wird ein Kolben in einem Zylinder auf und ab bewegt. Wird er nach oben bewegt entsteht ein Unterdruck im Zylinder, ein Kugelventil im Zylinder öffnet sich und das Wasser strömt ein. Durch die Abwärtsbewegung schließt sich das Kugelventil und das Wasser wird nach außen gepumpt. Aus physikalischen Gründen können Handschwengelpumpen, wie alle Saugpumpen, Wasser aus maximal acht Metern Tiefe fördern. Bevor Sie sich für eine Handschwengelpumpe entscheiden, sollten Sie daher vorher wissen, in welcher Tiefe das Grundwasser steht.

Selbstansaugende Kreiselpumpen


Sehr gut für die Gartenbewässerung eignen sich selbstansaugende Kreiselpumpen. Selbständig können diese Pumpen das Wasser aus maximal acht Metern Tiefe ansaugen. Selbstsaugende Pumpen sind meist günstiger als normalsaugende Pumpen. Allerdings sind sie durch den Einbau der Selbstansaugevorrichtung auch etwas lauter und haben einen schlechteren Wirkungsgrad. Selbstansaugende Kreiselpumpen werden bei Rammbrunnen eingesetzt.

Normalsaugende Kreiselpumpen


Normalsaugende Pumpen können das Wasser nicht selbst ansaugen. Zunächst muß an der Unterseite der Saugleitung ein Rückschlagventil angebracht werden. Anschließend müssen Pumpe und Saugleitung komplett mit Wasser gefüllt werden. Nur so kann das Wasser gefördert werden. Normalsaugende Kreiselpumpen sind wesentlich leiser und haben einen besseren Wirkungsgrad. Normalsaugende Pumpen werden meist in der Industrie verwendet und weniger für die Gartenbewässerung.

Unterwassermotorpumpen


Diese Art der Pumpen eignet sich hervorragend für die Förderung von Wasser aus Brunnen. Die Montage einer Unterwassermotorpumpe ist auch von einem nicht versierten Heimwerker leicht zu bewältigen. Die Pumpen werden aus rostfreiem Edelstahl gefertigt und frostfrei in das Grundwasser eingebaut. So stören keine Betriebsgeräusche. Moderne Unterwassermotorpumpen wie beispielsweise Grundfos SQ/SQE benötigen lediglich einen sehr kleinen Brunnendurchmesser. Ein professioneller Brunnenbauer kann, natürlich auch abhängig von den Bodenverhältnissen und der Bohrtiefe, einen Brunnen innerhalb eines Tages erstellen. Und auch die Bohrgeräte hierfür sind so klein, daß sie durch jede Gartenpforte hindurch passen.


Brauchen Sie eine Genehmigung für den Brunnen?


Generell ist jede Bohrung, die das Grundwasser berührt oder beeinflußt, anzeigepflichtig. Deshalb ist eine Erlaubnis der örtlichen Unteren Wasserbehörden nötig. Die Behörde kann genau sagen, in welcher Tiefe Grundwasser ansteht, welche Qualität es hat und wozu es verwendet werden kann. Wollen Sie den Brunnen auch zur Trinkwassernutzung verwenden, muss selbstverständlich einiges mehr in Richtung auf Wasserqualität und -hygiene beachtet werden. Zum Beispiel muß das Gesundheitsamt oder ein privates Institut vorher die Qualität des Wassers prüfen. Auch während des Betriebs des Brunnens muß das Wasser einmal im Jahr überprüft werden.

Einfacher bekommen Sie eine Genehmigung für einen Brunnen, der ausschließlich für Brauchwasserzwecke angelegt werden soll. Dieses Wasser kann dann für die Toilettenspülung, die Waschmaschine oder insbesondere die Gartenbewässerung verwendet werden. Auf jeden Fall müssen jedoch die Installationen der Brunnenanlage getrennt von denen der öffentlichen Wasserversorgung verlaufen, um eine mögliche Verunreinigung des Leitungswassernetzes zu verhindern.


Brunnenalterung – Wassermangel


Alle Grundwasserbrunnen unterliegen einer natürlichen Brunnenalterung. Eisen-, Mangan- und Kalkablagerungen beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit von Brunnen. Ein anfänglich weicher Belag erhärtet, blockiert die Wege des Grundwasserzustroms und führt zu einer stetigen Reduzierung der Brunnenleistung bis hin zum Brunnenstillstand. Mit einer DIY-Brunnenreinigung in größeren Zeitabständen gewinnt man schnell die ursprüngliche Brunnenleistung zurück und hält den Brunnen in Fluss.


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