| Seit einigen Jahren hat sich eine neue Heizungstechnik bewährt. Hierbei kommen statt klassischer Heizkessel sogenannte Brennwertkessel als Kernstück der Wärmeerzeugung zum Einsatz. Diese besitzen gegenüber Heizkesseln einen sehr wesentlichen Vorteil: es geht weitaus weniger wertvolle Energie verloren, als bei den hohen Abgastemperaturen durch den Schornstein geht. Es gibt Brennwertkessel sowohl zur Verbrennung von Erdgas als auch von Heizöl. Die Fotos zeigen einen Ölbrennwertkessel und eine Gas-Brennwertzentrale von Wolf Heiztechnik. |
Die Brennwerttechnik erlaubt eine bessere Ausnutzung der Brennstoffenergie als konventionelle Heiztechniken. Das Prinzip: Bei der Verbrennung von Heizöl oder Gas entsteht Wärmeenergie. Den größten Teil davon kann man mit dem Temperaturfühler messen. Es ist die fühlbare oder sensible Wärmeenergie. Sie allein dient bei konventionellen Heizanlagen zum Erwärmen des Heizwassers. Ein kleinerer Teil der Verbrennungsenergie dient nicht der Gewinnung von Heizwärme, sondern wird im Wasserdampf gespeichert, der in den Verbrennungsgasen enthalten ist. Man nennt sie die latente Wärmeenergie.
Bei konventionellen Heizanlagen entschwindet sie im Wasserdampf gebunden mit dem Abgas durch den Schornstein. Anlagen mit Brennwerttechnik nutzen dagegen auch die latente Wärmeenergie. Dazu werden die Verbrennungsgase bereits im Heizkessel bzw. der Gastherme so weit abgekühlt, dass der Dampf kondensiert. Dabei entsteht Kondensationswärme. Sie wird dem Heizkreislauf zusätzlich zur fühlbaren Wärmeenergie zugeführt. Bei der Verbrennung von Heizöl beträgt der Anteil der latenten Wärmeenergie etwa 6 Prozent der gesamten Brennstoffenergie. Bei Gas liegt der Anteil bei rund 11 Prozent. Gas ermöglicht also einen höheren Wärmegewinn und damit sparsameren Heizbetrieb durch die Brennwerttechnik als Heizöl. |
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Brennwertheizungen sparen bis zu 39 Prozent Energie ein
Gegenüber einem Altkessel mit etwa 65 Prozent Nutzungsgrad sparen Brennwertheizungen bis zu 39 Prozent Energie ein. Die Energieverluste im Abgas werden mit der Brennwerttechnik gegenüber Altanlagen um etwa 13 Prozent reduziert. Zudem bringt die aus Wasserdampf genutzte Wärme zusätzlich acht Prozent Einsparung. Darüber hinaus sind moderne Heizkessel so gut gedämmt, dass sie kaum Oberflächenverluste aufweisen. Bei schlecht gedämmten Geräten wird die Wärme ungewollt an den Aufstellungsraum, zum Beispiel den Keller, abgegeben.
Neubauten müssen nach den Richtlinien der Heizungs-Anlagen-Verordnung seit dem 1. Januar 1998 mit Brennwert- oder Niedertemperaturkessel ausgestattet werden. Bei Altbauten ist ebenfalls in absehbarer Zeit eine neue Heizungsanlage fällig. Heizkessel beispielsweise, die vor dem 1.10.1978 eingebaut wurden, müssen bis zum 31.12.2006 außer Betrieb genommen werden. Wurde nach dem 1.1.1996 der Brenner erneuert oder der Kessel anderweitig nachgerüstet, gelten die bis zum 31.12.2008 verlängerten Austauschfristen. Nach der Energieeinsparverordnung müssen die genannten Modernisierungen bei Ein- und Zweifamilienhäusern allerdings nur durchgeführt werden, wenn der Eigentümer wechselt.
Ein neuer Heizkessel ist jedoch nicht das einzige, das bei der Brennwerttechnik benötigt wird. Die klassischen Kamine reichen für die Brennwertgeräte nicht mehr aus, es wird eine spezielle Abgasführung benötigt. Die Abgase von Brennwertgeräten sind durch die intensive Wärmenutzung relativ kalt und feucht. Sie haben nicht mehr genug Auftrieb und müssen deshalb bei der Abführung ins Freie unterstützt werden. Dies erfolgt in der Regel durch ein Gebläse, das sich im Innern des Heizkessels befindet. Normale Hausschornsteine, weisen nicht genug Zug auf für die kälteren Abgase der Brennwertkessel und es droht eine Versottung. Deshalb müssen bei einer Brennwertanlage feuchtigkeitsunempfindliche Schornsteine und Abgasleitungen aus Metall, Kunststoff, Keramik oder Spezialglas und ein für Überdruck ausgelegtes Abgassystem eingesetzt werden. Bei einer Nachrüstung oder Schornsteinsanierung werden diese in einen Schacht oder in den vorhandenen Schornstein eingezogen.
Zu große Heizkörper in Altbauten
Erfahrungsgemäß sind zudem in Altbauten oft viel zu große Heizkörper installiert. Diese Überdimensionierung ergibt sich zum einen aus einer großzügigen Auslegung bei der Erstinstallation, zum anderen aus den im Laufe der Jahre durchgeführten Maßnahmen zur Gebäude-Wärmedämmung. Durch nachträglich eingebaute Fenster-, Fassaden- und Dach-Wärmedämmungen wurde der Heizwärmebedarf häufig erheblich gesenkt, die Heizkörper sind aber unverändert geblieben. So können Vor- und Rücklauftemperatur gegenüber der ursprünglichen Auslegung (z.B. 90/70°C) erheblich gesenkt werden. Um wieviel eine Anlage abgesenkt werden kann, lässt sich vor Ort mit einem Test abschätzen. |
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