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Bohrerkunde - der richtige Bohrer für jede Gelegenheit

Ob Stein, Beton, Metall, Holz oder Fliesen - jeder Baustoff benötigt einen anderen Bohrer und eine andere Technik. Drehbohren, Schlagbohren und Hammerbohren heißen in diesem Zusammenhang die Fachbegriffe. Wenn Sie schließlich auch noch wissen wollen, was "Ankörnen" bedeutet, sollten Sie unbedingt weiter lesen. Eines müssen Sie beim Bohren jedoch unbedingt beachten: Eine Schutzbrille ist unerläßlich. Speziell beim Bohren in Beton oder Metall fliegen spitze Splitter umher, die gefährliche Verletzungen am Auge verursachen können. Brillenträger sollten sich den „Luxus“ leisten, eine Korrektionsschutzbrille zu kaufen, bei der sich die Sehschärfe regulieren lässt.
Die Bohrtechniken Bohren von Holz
Welche Bohrtechnik für welche Baustoffe? Bohren von Metall
Bohren durch Stein und Beton Bohren von Glas
Bohren in Fliesen  

Die Bohrtechniken: Drehbohren, Schlagbohren, Hammerbohren

 

Drehbohren

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Baustoffe mit porigem Gefüge und Platten lassen sich im Drehgang bohren. Die spiralförmige Schneide des Bohrers reicht aus, um das Material abzutragen.
  drehbohren
 

Schlagbohren

:
Mit Schlag bohrt man Baustoffe mit dichtem Gefüge. Dabei wird der Bohrer durch viele leichte Schläge der Maschine vorwärtsgetrieben.
  schlagbohren
 

Hammerbohren

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Der Bohrhammer arbeitet mit weniger, dafür aber wesentlich kräftigeren Schlägen. Das Hammerwerk leistet die Hauptarbeit.
  hammerbohren

Welche Bohrtechnik für welche Baustoffe?

 
Baustoff Materialeigenschaften Bohrtechnik
Leichthochlochziegel Poriges Gefüge Drehbohren
Hohlblocksteine aus Leichtbeton Poriges Gefüge Drehbohren
Vollsteine aus Leichtbeton oder Porenbeton Poriges Gefüge Drehbohren
Hochlochziegel Dichtes Gefüge (Lochbaustoff) Drehbohren (Schlagbohren eventuell möglich)
Kalksandlochstein Dichtes Gefüge (Lochbaustoff) Drehbohren (Schlagbohren eventuell möglich)
Kalksandhohlblockstein Dichtes Gefüge (Lochbaustoff) Drehbohren (Schlagbohren eventuell möglich)
Hohlblockstein aus Beton Dichtes Gefüge (Lochbaustoff) Drehbohren (Schlagbohren eventuell möglich)
Vollziegel Dichtes Gefüge Schlagbohren
Klinker Dichtes Gefüge Schlagbohren
Kalksandvollstein Dichtes Gefüge Schlagbohren
Normalbeton Dichtes Gefüge Hammerbohren
Leichtbeton Dichtes Gefüge Hammerbohren
Gipsdielen Platten und Tafeln Drehbohren mit schneidendem Bohrer
Gipskarton Platten und Tafeln Drehbohren mit schneidendem Bohrer
Gipsfaserplatten Platten und Tafeln Drehbohren mit schneidendem Bohrer

Bohren durch Stein und Beton



Häufig weiß man bei verputzten Wänden nicht, aus welchem Material sie bestehen. Da heißt es: "Probieren geht über studieren". Lassen Sie die Bohrmaschine zunächst im Drehgang laufen. Das Schlagwerk nur dann zuschalten, wenn Sie keinen Fortschritt erzielen. Bei Lochsteinen besteht die Gefahr, daß durch das Schlagbohren die Stege wegbrechen. Geht der Bohrer durch "wie Butter", können Sie von einem weichen Baustoff ausgehen. Rutscht er plötzlich ins Leere und trifft dann noch einmal auf Widerstand, handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um einen Lochbaustein (Hohlziegel). Die Analyse des Bohrmehls gibt weitere Hinweise: Ist es rot, Steinbohrer hat man es meist mit einer Ziegelwand zu tun. Weißes Bohrmehl läßt auf Kalksandstein schließen, während Grau auf Beton hindeutet.

Hartmetallbestückte Steinbohrer sind ideal für den Schlagbohreinsatz in Naturstein und Mauerwerk. Bis zu einem Durchmesser von 12 mm sind diese Bohrer auch für Beton zu gebrauchen. Spezielle Betonbohrer haben an den Spitzen 130° Winkel, normale Steinbohrer 120°.

Bohren in Fliesen



Das Bohren in Fliesen ist keine Sache, die man mal eben so bewerkstelligen kann. Man muss aber keine Angst vor Bohren in Fliesen haben. Aus diesem Grund haben wir einen ausführlichen Beitrag zu diesem Thema ins Netz gestellt. Wer wenig Erfahrung mit dem Anbohren von Fliesen hat, kann erleben, dass der Bohrer „wegtanzt“. Gern zeigen wir in einem weiteren Beitrag, was Frau/Man tun muss, damit der Bohrer nicht wegrutscht.

Bohren von Holz



Beim Bohren in Holz kommt es weniger auf die Kraft, als auf die Technik und das richtige Werkzeug an. Damit die Löcher wirklich rechtwinklig ins Holz gehen, wird möglichst mit einem Bohrständer gebohrt. Bei durchgehenden Löchern sollten Sie, um Ausrisse zu verhindern, ein planes Abfallstück an der Unterseite mit anbohren. Spezielle Holzbohrer sind Spiralbohrer, die eine Zentrierspitze haben, Spiralbohrer welche das präzise Ansetzen erleichtert. Senkrechte, vorstehende Seitenschneiden arbeiten den Lochrand sauber vor. Auch bei Holz hilft das "Ankörnen". Eine falsche Drehzahl kann zu unsauberen Bohrungen oder gar Brandstellen führen. Die empfohlene Drehzahl liegt bei Durchmessern von 2 bis 22 mm - entsprechend abgestuft - zwischen 800 und 2000 U/min.

Forstner und Kunstbohrer Für größere Löcher, speziell für Fräsungen, werden Forstner- oder Kunstbohrer verwendet. Sie hinterlassen einen besonders planen Boden. Auch Scharnierlöcher in kunststoffbeschichteten Platten werden mit einem ähnlichen Bohrer hergestellt. Sie besitzen jedoch steiler gestellte Spanabheber und die Schneiden sind mit Hartmetall bestückt. Nicht immer müssen Balken oder Bohlen durchbohrt werden. Häufig ist ein „zartes“ Anbohren angesagt, wenn Flachkopfschrauben verschraubt werden müssen. Wir halten einen Tipp für unsere User bereit, der diesen Vorgang erleichtern wird.

Bohren von Metall



Spiralbohrer mit Hartmetallschneide Der Universalbohrer für Metall ist ein Spiralbohrer mit einer Hartmetallschneide (HSS). Ein Metallbohrer hat aber im Gegensatz zu einem Holzbohrer keine Zentrierspitze. Diese würde bei Metall sofort abbrechen. In den Spiralnuten können die Metallspäne gut nach oben geleitet werden. Metallteile sollten in einem Bohrständer fest eingespannt und mit einer Bohrmaschine gebohrt werden, welche eine Drehzahlregulierung hat. Bei harten Werkstoffen und bei großen Durchmessern sollte die Drehzahl langsamer, bei weichen Werkstoffen schneller gewählt werden. Bei größeren Löchern sollte zudem zuvor ein kleineres Loch gebohrt werden. Um eine bessere Führung zu haben, empfiehlt es sich, das Metall mit einem spitzen Nagel oder einem Körner anzukörnen. Beim Bohren von Metall werden sehr hohe Temperaturen erreicht. Dies kann zu Verfärbungen und Veränderungen beim Werkstück führen. Kühlen Sie daher während des Bohrens mit Wasser oder Öl. Bohren Sie Metall immer intervallartig. Beim Arbeiten mit einem Bohrständer muss der Bohrer regelmäßig aus dem Material herausgeführt werden. Vorsicht beim Durchbruch, nehmen Sie rechtzeitig den Druck weg. Es entsteht sonst eine unansehnliche Beule am Lochaustritt. .
Bohren von Glas

Glasbohrer Für Glas brauchen Sie normalerweise einen speziellen Glasbohrer bzw. einen Diamantbohrer. Körnen Sie zunächst durch leichtes Hin- und Herdrehen des Bohrers mit der Hand das Glas leicht an und bohren Sie dann mit geringster Drehzahl. Kühlen Sie unbedingt mit Terpentin, Petroleum oder Wasser. Wenn das Glas beim Bohren zu heiß wird, bricht es aufgrund der durch die Temperaturunterschiede entstehenden Spannung!

Möchten Sie eine dünne Glasplatte durchbohren, sollten Sie eine zweite Glasplatte unterlegen, um einen Ausbruch an der Unterseite zu vermeiden. Geben Sie etwas Wasser oder Öl dazwischen, damit die Platten plan aufeinander liegen bleiben. Dicke Glasplatten bohren Sie am besten von beiden Seiten, so daß sich die Durchbruchstelle in der Mitte der Platte befindet. Wenn Sie ein Loch in einen Hohlkörper (z. B. eine Flasche) bohren, sollten Sie, um beim Durchbruch nicht versehentlich mit dem harten Bohrfutter auf das Glas aufzuschlagen, vorher mit dem Bohrer durch einen Korken bohren, der dann als Prallschutz wirkt.


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