Im "Vereinigten Königreich" kann man inzwischen regelrecht lachhafte akademische Titel erwerben. So bietet eine Hochschule den Studiengang zum "bachelor for surf and beach management". Das wäre dann der "Diplom-Manager für Surf- und Strandmanagement". An der University von East London kann man Bachelor für Schönheitstherapie werden, an der University von Birmingham Bachelor für Golf-Management. Unser Autor Wolfram Dübbel hat Peter Morris vom britischen Lehrerverband interviewt.
Bachelor für Unterverteilungs-ManagementDübbel: Mr. Morris, Sie haben akademische Grade wie etwa den Diplom-Schönheitstherapeuten als "Micky-Maus-Abschluß" bezeichnet.
Morris: Sehr richtig!
Dübbel: Gehen Sie da nicht etwas hart vor? Immerhin kann ja auch ein häßlicher Mensch einen solchen akademischen Grad erwerben und sich in seinem Selbstwertgefühl gehoben fühlen, wenn er auf einmal diplomierter Schönheitstherapeut geworden ist.
Morris: Ja wer geht denn zu einer Hautärztin, die selbst mit Pusteln übersät ist? Wer ginge zu Marty Feldman, um sich über Schönheit beraten zu lassen, auch wenn dieser ein solch albernes Diplom hätte?
Dübbel: Schön, schön - um nicht zu sagen häßlich, häßlich! Nun beklagen Sie aber auch, dass es im Vereinigten Königreich zu wenig Elektriker gibt.
Morris: Nicht nur das! Es fehlen auch Dachdecker und Installateure! Bis Sie bei Rohrbruch einen Installateur im Haus haben, ist dieses abgesoffen!
Dübbel: Na, da sollte man in Ihrer Heimat eben auch den Diplom-Elektriker oder den "bachelor for plumbing facilities" einführen!
Morris: Wurde ja alles schon versucht! Der erste Absolvent für das Management von elektrischen Unterverteilungen wurde leider vom Stromschlag getroffen. Er konnte wunderbare Zeichnungen anfertigen, wo in einem Wohnhaus alles Unterverteilungen angelegt werden sollen. Sieht übrigens nicht schön aus, so ein Stromtoter. Aber wenigstens steht auf seinem Grabstein: "Bachelor..."
Dübbel: Ihren schwarzen britischen Humor finde ich zu makaber!
Morris: Wie gefällt Ihnen denn diese Story? Arthur McNiggel, der auf der Hochschule den akademischen Grad eines Diplom-Badezimmerausstatters erworben hatte, sollte im Haushalt von Paul Emerson den tropfenden Einhebelmischer an der Badewanne reparieren. Nun liegt er im Krankenhaus mit Armbruch und Halskrause!
Dübbel: Mein Gott, wie kann man sich denn bei so einer lächerlichen Reparaturden Arm brechen und die Halswirbel verrenken?
Morris: Tja, unser Bachelor hatte sich in die Badewanne gesetzt. Und mit ihm Mrs. Emerson, die immer schon einmal mit einem Akademiker baden wollte. Ihr Mann ist übrigens schottischer Meister im Schwergewichtsringen. Er kam unerwartet früh vom Training zurück und übte dann an dem Diplom-Badezimmerausstatter den Doppel-Nelson*!
Dübbel: Ist ja schrecklich!
Morris: Das Schrecklichste ist, dass Paul Emerson nun Diplom-Ringkämpfer werden will!
* Doppel-Nelson ist ein Griff im Ringkampf
Wolfram Dübbel |