Der Bau eines Freudenhauses hat so seine Tücken. Der Eine ist dafür und die/der Andere ist dagegen. Unser Autor hat sich einmal näher damit befaßt und hat festgestellt, dass bei solchen Aussichten die Konjunktur 2005 steigen muss!
Verkehrsgünstige Lage beim FreudenhausbauEin Freudenhaus zu bauen, ist nicht die reine Freude. Der Bauherr, der Architekt und alle Bauhandwerker sind einmütig dafür, dass solch ein Haus gebaut wird. Installateur Jupp Hennecke: "60 Zimmer - das sind 60 Naßzellen! Solche Aufträge bräuchten wir alle drei Monate, dann ginge es dem Handwerk besser!"
Die Anwohner und Heimatvereine kämpfen allerdings gegen solche Häuser der Freude. In Ratingen (90.000 Einwohner) soll im Ortsteil Tiefenbroich, schön verkehrsgünstig gelegen (wer lacht da?), nun schon das dritte Bordell erbaut werden. Natürlich im Gewerbegebiet, denn es handelt sich ja um ein Gewerbe, das bekanntlich älteste sogar.
Ratingen grenzt an die Düsseldorfer Messe und an den Flughafen Düsseldorf. Die Autobahnabfahrt mündet sozusagen verkehrsgünstig in das Gewerbegebiet ein, in der auch eine orthodoxe Kirche steht. Wer gesündigt hat, kann hier Abbitte leisten.
Zu Stoßzeiten ist der Verkehr auf der Autobahn gewaltig. Wenn Messe ist, noch gewaltiger. Der Bauherr des neuen Freudenhauses ganz ernsthaft: "Wenn die Messe um 18.00 Uhr schließt, dann haben wir extreme Stoßzeit!"
Der örtliche Handel sieht dem dritten Freudenhaus freudig entgegen. Die Chefin einer Wäsche-Boutique: "Den Damen werden öfters die Dessous zerrissen, die bekommen bei uns Rabatt!"
Der Chef eines Bettengeschäftes: "Auch wir geben Rabatt auf Matratzen!"
Der Leiter eines Baumarkts: "Da herrscht erhöhter Renovierungsbedarf, denn manche Herren randalieren gerne. Bei uns kann man alles, was kaputt geschlagen worden ist, schnell wieder nachkaufen!"
So sind alle glücklich. Bis auf den Heimatverein. Eine Dame aus dem Vorstand: "Der Verkehr wird schrecklich zunehmen!"
Wieso ist das schrecklich? Das fragt ganz arglos Ihr
Wolfram Dübbel |