Bisher war uns unbekannt, dass unser Autor hinter der Xomanie steckt, die die Markenartikelindustrie im allgemeinen und den Baubereich im besonderen befallen hat. Es wimmelt nur so von Exxons, Baumax(x)ens und Belox(x)ens, von den Unternehmen ganz zu schweigen, die sich mit nur einem einzigen X begnügen wie die Haniel Bauindustrie, die sich vor zwei Jahren den Namen "Xella" gab. Xella, nicht Hella, und schon gar nicht "von Sinnen". Begonnen hat das alles freilich schon vor über 100 Jahren, doch lesen Sie selbst!
Die Xomanie im BauwesenIch bin ganz nebenbei xomanischer Berater. Ich berate Firmen aller Art, wie sie sich durch Hinzu- oder Einfügen eines oder mehrerer "X" oder Neuerfindens eines Namens mit einem, möglichst jedoch mit zwei "X" am Markt profilieren können. Ich muß gestehen, dass ich die Xomanie nicht erfunden habe. Das war ein gewisser Wilhelm Graaf, der 1902 die Minimax-Werke und die jahrzehntelang weltweit verkaufte "Spitztüte", nämlich einen Feuerlöscher, erfand.
In den 20-er Jahren wurde mit dem Spruch geworben:
Hast Du Minimax im Haus, bricht so leicht kein Feuer aus!
Jenen genialen Spruch hat der Volksmund konterkariert:
Minimax ist großer Mist, wenn Du nicht zuhause bist!
Das tat dem Welterfolg des Unternehmens jedoch keinen Abbruch. Das "max" im Minimax war schon fest etabliert, als Max Schmeling noch keine Boxhandschuhe trug. Folgerichtig nannte sich die inzwischen marktführende österreichische Baumarkt-Gruppe "Baumax". Die Österreicher sind es selbst schuld, dass sie mich nicht rechtzeitig konsultiert haben. So konnte sich eine Architektengruppe die URL's "baumax.de" und "baumax.ch" sichern, während "baumaxx.de" noch bei einem Herrn Amberger schlummert, der möglicherweise darauf wartet, dass ihm jemand den doppelten Maxx abkauft.
Aber Exxon wurde von mir erfunden, klingt ja auch viel dynamischer als Esso. Auch das Mode-Label Mexx stammt von mir. Und natürlich auch "maxx.de" als URL für den Hersteller von Fahrrad-Komponenten. "belox.de" hat mir ein Software-Haus unter der Nase weggeschnappt, aber "beloxx.de" konnte ich gut verkaufen an einen Hersteller für Möbelschlösser.
Derzeit bearbeite ich OBI, sich doch in OBIXX zu dynamisieren, nachdem sich schon ein Internetstudio "obix.de" gesichert hat. Der OBI-Boss ist allerdings Italiener, also ein Nachfahre der alten Römer. Ihn erinnert OBIXX zu sehr an den dicken Obelix.
Aber abwarten und Calvados trinken! Eines Tages wird möglicherweise ein Franzose, also ein Nachfahre der legendären Gallier, den Konzern leiten. Und dann schlägt meine große Stunde!
Wolfram Dübbel |