Unser Autor ist im Besitz eines normalen Schlosserhammers, den der heutige Papst Benedikt XVI einmal in Gebrauch genommen haben soll, um ein Marienbild in einer Pfaffenhofener Kirche an der Wand aufzuhängen. Nun versucht unser Autor, weitere Werkzeuge zu ergattern, die der Heilige Vater einmal benutzt haben könnte. Unser Autor will diese Geräte versteigern und aus dem Erlös seinen Lebensabend sichern, wobei er 30 % der Einnahmen den Missionsbenediktinern aus Münsterschwarzach zur Verfügung stellen will.
Schlosserhammer des Papstes meistbietend zu versteigernWenn man sich von den kargen Honoraren allein ernähren soll, die einem diese Redaktion hier bezahlt, dann wäre ich schon längst ein Fall für Hartz IV. Aber man ist als begeisterter Heimwerker ja findig. Und wer findig ist, der wird auch fündig. Ist das nicht pfundig?
Es geht um einen ganz gewöhnlichen Schlosserhammer aus Pfaffenhofen an der Ilm, der etwas weniger als zwei Pfund wiegt. Dieser befand sich drei Jahrzehnte im Besitz des ehemaligen Küsters der Pfarrkirche St. Johannes Baptist aus Pfaffenhofen. Der Hammer lag, leicht angerostet und mit etlichen Kerben am Holzstiel, ziemlich unbeachtet in der Werkstatt von Xaver Hinterbichler, dem Neffen des verstorbenen Küsters.
Als Theologieprofessor Josef Ratzinger in der reizenden Stadt an der Ilm weilte, um hier mit seinem Bruder einen Wanderurlaub zu verbringen, ging er natürlich jeden Tag in die Stadtkirche. Bei einem solchen Kirchgang traf er besagten Küster, der laut fluchend mit einem Marienbild in der Hand durch ein Seitenschiff sprang. Er hatte beim Eintreiben eines Nagels, an dem das Marienbild aufgehängt werden sollte, zwar den Nagel getroffen - aber den seines Daumens.
Milde trat der spätere Papst an den Küster heran, ermahnte ihn, nicht im Hause Gottes zu fluchen (und wenn schon, dann nicht ausgerechnet "Herrgottsakament verdammi" auszurufen) und bot sich an, den Nagel an des Küsters Stelle mit dem auf den Boden gefallenen Schlosserhammer einzuschlagen, denn einer trage des anderen Last, wie es in der Bibel heißt. Wie man heute noch sehen kann: Das Werk gelang, das Marienbild hängt bombenfest.
Der Hammer geriet in Vergessenheit - bis ich auf seine Fährte geriet. Xaver Hinterbichler gab ihn mir heraus, weil ich ihm eine Audienz beim Heiligen Vater versprochen hatte. Was kann ich dafür, wenn Papst Benedikt mein Versprechen nicht einlöst?
Ich habe den gesegneten (was heißt hier schon "gesegnet"?) - also ich habe den fast schon geheiligten Schlosserhammer bei ebay angeboten. Und mit 82.000 € selbst ersteigert (über einen Vertrauensmann). Das hat mich etliche Gebühren gekostet, aber das zahlt sich alles wieder aus. Der Preis ist jetzt schön hochgeschaukelt!
Bei mir geben sich die Repräsentanten der angesehendsten Auktionshäuser die Klinke in die Hand. "Christie's" wird von mir präferiert angesichts des christlichen Namens. Aber unter 200.000 € ist nichts zu machen.
Im Angebot habe ich aber noch ein angerostetes Sägeblatt, mit dem Josef Ratzinger als Kind Laubsägearbeiten ausgeführt hat. Und auch ein Elektrostecker ist noch zu haben, den der spätere Papst eigenhändig in jüngeren Jahren in einen Staubsauger gesteckt hatte, als seine Haushälterin Emerentia Klingelhuber erkrankt und das Studierzimmer des Herrn Professors etwas staubig geworden
war. Beide Erinnerungsstücke befinden sich in einem Etui aus Saffianleder. Auf das Etui habe ich das päpstliche Wappen eindrucken lassen. Das darf man zwar nicht. Aber der gute Zweck (man denke an meine Spende an die Missionsbenediktiner!) heiligt die Mittel. Für 15.000 bzw. 24.000 € sind die beiden Devotionalien zu haben. Aber Sie müssen sich schon beeilen - sehr sogar!
Wolfram Dübbel |