Alle Satiren lesen

Die Satire des Monats September 2005 in unserem Online-Baumarkt

Unser Autor hat keine Satire für den Monat August geschrieben. Er begründet das damit, dass er beim Heimwerken mit einem Schlosserhammer auf seinen Zeigefinger anstatt auf einen Nagel geschlagen habe. Da er seine Texte mit beiden Zeigefingern eintippe, mit nur einem Zeigefinger aber nicht ordentlich schreiben könne, liege nicht nur ein Fall von Gewalt, sondern sogar von höherer Gewalt vor. Unser Autor versucht uns mit der kühnen Behauptung zu besänftigen, ihm sei dafür die Satire im Monat September besonders gut gelungen.

Bilderkiste auf bulgarisch

Nach Malle, DomRep, Kenia, Florida und der verregneten Ostsee war diesmal Bulgarien unser Urlaubs-Zielgebiet. Es reisten mit meine Gattin, meine Tochter und zwei Enkel. Die Enkel trieben sich ganztägig in der Hotelanlage herum, meine Gattin bevölkerte ganztägig einen Liegestuhl am Pool, meine Tochter suchte ganztägig die Boutiquen (sprich: Ramschläden) am Goldstrand heim. Und ich langweilte mich ganztägig.

Was tut man, wenn man sich langweilt? Richtig: Man kommt auf dumme Gedanken. Und solch ein dummer Gedanke war, sich bulgarische Galerien anzusehen. Denn es könnte doch sein, dass ich für eine kahle Stelle in meinem Arbeitszimmer genau das passende Kunstwerk finden würde! Und siehe da - ich fand es!

Eine Dame in rotem Gewand, in Öl gemalt, mit einem breiten Bilderrahmen versehen - aber leider 80 x 120 cm groß. Was tun mit einem Kunstwerk, das in keinen Koffer paßt und auch als Handgepäck nicht mit in die Flugzeugkabine genommen werden kann? Richtig: Man verpackt es in eine stabile Holzkiste und gibt es als Sondergepäck am Counter auf.

Nun ist es aber Freitagnachmittag, als der Kauf getätigt wird. Und der Flieger geht am Sonntag. Da müßte doch ein bulgarischer Tischler Zeit genug haben, eine einfache Bilderkiste zu zimmern. Mein Taxifahrer namens Rumen, gut deutsch sprechend, kennt viele Tischler. Aber die müßten dann ja an einem Samstag arbeiten - das ginge nicht.

In Bulgarien liegen die Durchschnittslöhne bei 350 Leva monatlich - das sind 175 Euro. Ich erkläre Rumen, dass ich für die Kiste glatt 100 Leva zahlen würde, also mehr als einen Wochenlohn - Materialkosten extra. Das sei zwar ein gutes Geschäft, erklärt Rumen, und tausende bulgarische Tischler würden sich drum reißen, solche eine Kiste zu zimmern. Aber freitagnachmittags oder gar an einem Samstag? U-n-m-ö-g-l-i-c-h-!

Ich habe mich von Rumen zu einem Laden für Gebrauchtmöbel fahren lassen. Dort habe ich ein ramponiertes Büffet gekauft, Baujahr 1900. Nach langem Feilschen ging das gute Stück für 130 Leva in meinen Besitz über. Ich habe zwei von den fünf großen Schubladen herausgezogen, auf dem Rücksitz des Taxis verstaut - und dem Möbelhändler versichert, "den Rest hole ich morgen ab!"

Das Bild paßte wunderbar in einen Schubladen. Den andere habe ich umgestülpt als Kistendeckel. Verklebt habe ich die beiden Schubläden mit drei Rollen Klebeband aus dem PRAKTIKER-Baumarkt in Varna. Dort wurde erstaunlicherweise samstags gearbeitet.

Die Schubladenkiste kam gut in Düsseldorf an. Ich habe die beiden Schubläden inzwischen umgearbeitet zu einem CD-Rom-Regal. Wirkt sehr gediegen.

Eine gediegene Postkarte kam auch an, eine Volkstanzgruppe zeigend. Taxifahrer Rumen, dem ich leichtsinnigerweise meine Visitenkarte in die Hand gedrückt hatte, wollte wissen:

"Handler von die Möbelen frugt, wann Du holen das großse Rest von der Möbel?"

Wolfram Dübbel
Die Redaktion distanziert sich mit aller Verschiedenheit vom Inhalt der Dübbel'schen Satire und weist jede Haftung für den Klarheitsgehalt der aufgestellten Behauptungen mit größter Verschlossenheit zurück.
Alle Satiren lesen
  Suchen:
Wenn Sie mit dem Gedanken liebäugeln, ein Fertighaus oder Holzhaus zu kaufen oder an einem Grund-
stück interessiert sind, sollten Sie das Portal www.fertighaus.de besuchen mit über 2.000 Häusern von rund 90 Fertighaus-Anbietern.