Weitere Beiträge finden Sie in folgender Rubrik: DIY-Anleitungen Keller, Garagen, Treppen, Fenster, Türen
Wenn Sie diesen Beitrag drucken möchten, klicken Sie bitte hier.

Innentüren einbauen - so geht das

Innentüren zählen zu den am meisten beanspruchten Bauelementen in der Wohnung. Sie werden geöffnet und geschlossen und mitunter auch mal heftig zugeschlagen. Irgendwann müssen sie dann ausgetauscht werden. Mit unserer Anleitung können Sie das selbst machen. Selbstverständlich gilt die Anleitung auch, wenn die Türen bei einem Neubau erstmals eingebaut werden.

Innentüren gibt es in unterschiedlichen Formen, Farben und Materialien, so dass für jeden Geschmack das passende dabei ist. Ihnen gemeinsam sind jedoch genormte Maße. Innentüren gibt es in verschiedenen Standardbreiten und -höhen, zu denen es passende Normzargen gibt. Beim Renovieren einer Wohnung können also auch Türen ohne großen Montageaufwand gewechselt werden. In Tischlerzargen alter Bauart passen Normtüren nicht. In solchen Fällen können Türen jeder Art auf Maß gefertigt werden.

Was zum Innentür-Einbau benötigt wird

Werkzeuge:

Zollstock, Schraubendreher, Schlosserhammer Gummihammer, Inbusschlüssel, Meißel, Wasserwaage, Schlagbohrmaschine, Cutter, Schraubzwingen, Stichsäge.

Hilfsmaterial:

Holzkeile, Holzleim, Montageschaum, 3 Türzargenzwingen, Sperrholzplättchen, Nitroverdünnung, Holzkitt, Mörtel.

Demontage der alten Innentür

1
2
3
Achten Sie darauf, ob Sie eine Tür DIN "links" oder DIN "rechts" brauchen (1). Soll eine wesentlich breitere Tür eingesetzt werden, muss die Maueröffnung verbreitert werden. Das kann statische Probleme geben, wenn kein Sturz über der Tür eingezogen wird. In solchen Fällen ist es also ratsam, einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Wandstärkendifferenzen von +/- 10 mm können durch die Steckverbindung der Zarge problemlos ausgeglichen werden.

Zunächst müssen Sie bei noch eingebauter Zarge die Zargentiefe (Wandstärke) ermitteln (2). Berücksichtigen Sie dabei eventuell fehlende Boden- und Wandbeläge. Rechnen Sie im Rohbau eine 1 - 2 cm breite Arbeitsfuge zwischen Zarge und Mauerwerk mit ein.

Entfernen Sie nun zunächst die Bekleidung. Anschließend können Sie den PU-Schaum zerschneiden bzw. die Maueranker entfernen und die Zarge aus der Mauer brechen (3).

Montage der neuen Innentür

4
5
6
Montieren Sie zunächst die Zarge entsprechend der Herstellerangabe vor (4). Dabei sollten Sie zum Schutz vor Beschädigungen den Verpackungskarton unterlegen. Anschließend entfernen Sie die Bandunterteile (diese befinden sich am Türblatt) aus den aufrechten Zargenteilen. Hierzu lösen Sie die Innensechskantschraube. Legen Sie nun die Zargenteile mit der Falzbekleidung nach unten in U-Form auf eine saubere Unterlage

Tragen Sie auf die Gehrungsschnittflächen Weißleim auf und fügen Sie die Zargenteile zusammen. Zargenteile, die bereits auf einer Seite mit fest angeleimter Bekleidung versehen sind, werden an den Ecken zusammengesetzt (5). Die Teile sind auf eine Gehrung von 45° zugeschnitten und besitzen eingelassene Gewindehülsen.

Setzen Sie in die Bohrungen die mitgelieferten Schrauben ein und ziehen Sie die Schrauben an (6). Achten Sie darauf, dass die Bekleidung aussen bündig sitzt. Die zusammengefügten Zargenteile werden an den vorgesehenen Öffnungen mit Spannexzentern versehen. Spannen Sie nun durch Drehen des Kunststoffteiles die Spannbügel fest.

7
8
9
Stecken Sie an den Verbindungsecken die Stahlklammern einseitig in eine der beiden Nuten (7) und schlagen Sie die Klammer mit dem Hammer in die jeweilige Gegennut ein (dieser Montagevorgang ist herstellerabhängig).

Ist die Zarge fertig montiert, kann sie in die Maueröffnung eingesetzt werden (8). Nun können auch wieder die vorher entfernten Bandunterteile eingebaut werden. Dazu werden sie in die vorgestanzten Löcher geschoben und mit ihrer Klemmbefestigung festgesetzt (mit etwa 2 mm Abstand zur Falzbekleidung). Dazu brauchen Sie den Innensechskantschlüssel. Das Schraubloch wird mit einer Kappe abgedeckt. Fixieren Sie die Zarge an den oberen Eckpunkten durch Holzkeile.

Bei Fliesen- oder ähnlichen Untergründen muss die Zarge einen Bodenabstand von 2 - 3 mm haben (Holzplättchen unterlegen). Diese Fuge wird später mit Silikon gefüllt (9).

10
11
12
Richten Sie die Zarge nun lotrecht aus. Überprüfen Sie dazu mit einer Wasserwaage und Zollstock sorgfältig die senkrechten Zargenteile sowie das Kopfteil der Zarge (10). Bei Abweichungen muss korrigiert werden. Messen Sie die lichte Weite oben und unten millimetergenau mit einem Zollstock ein, sonst klemmt das Türblatt!

Füttern Sie den Spalt zwischen Zarge und Wand in Höhe der Bänder und des Schließbleches beidseitig auf (11). Mit 3 Türzargenzwingen, ersatzweise auch Quersprießen (Holzlatten), wird die Zarge in der Breite fixiert. Die Türzargenzwingen sollten in Höhe der Bänder und des Schließbleches liegen. Legen Sie beim Einklemmen der Sprießen, falls Sie solche verwenden, Holzplättchen mit Kartonunterlagen unter, um eine Beschädigung der Zarge zu vermeiden.

Hängen Sie probeweise das Türblatt ein und prüfen Sie die Funktion (12). Gegebenenfalls muss der Sitz der Zarge noch korrigiert werden.

13
14
15
Füllen Sie nun die Zwischenräume zur Wand mit Montageschaum (13). Beachten Sie dabei die Ausdehnung des Schaums. Bringen Sie den Montageschaum zunächst im Bereich der oberen Ecken, dann unten und schließlich in Schlosshöhe ein. Verwenden Sie einen Zweikomponenten Polyurethan-Schaum, wie in unserer Einleitung schon ausführlich begründet.

Lassen Sie den Montageschaum aushärten. Nach etwa 20 Minuten können Sie mit einem Cuttermesser die Schaumüberstände abschneiden (14). Warten Sie mit dem Abschneiden nicht zu lange, denn nach drei Stunden ist der Schaum so hart, dass er nur noch maschinell entfernt werden kann.

Sicherheitshinweise für Montageschaum beachten!
Alternativ können Sie die gut verkeilte Zarge auch mit Durchsteck-Dübeln und Schrauben anstatt mit Montageschaum im Mauerwerk befestigen.

Drücken Sie die Schnüre aus Moosgummi sorgfältig zwischen Zarge und Mauerwerk, um die Tür gegen Schall und Zugluft abzudichten (15).

16
17
18
Montieren Sie die Zierbekleidung der Zarge vor (16). Versehen Sie ie Bekleidung punktweise mit Leim und schieben Sie sie dann in die Nut der Zarge soweit ein, dass sie gleichmäßig an der Wand anliegt.

Nun können Sie das Türblatt einhängen und die Türzargenzwingen oder Quersprieße entfernen (17). Sollte das Türblatt trotz aller Sorgfalt dennoch leicht schief hängen, können an den Bändern Korrekturen vorgenommen werden.

Setzen Sie zwischen Türblatt und Zarge die Dichtungen ein (18). Die Kunststoff-Bänder werden in die dafür vorgesehenen Fräsungen der Zarge gedrückt. Passen sie sich schwer ein, kann mit einem Spachtel vorsichtig nachgeholfen werden.

19
20
21
Wenn alle handwerkliche Arbeiten und die Generalreinigung der Räume beendet sind, entfernen Sie die Schutzfolie von der Tür (19). Ziehen Sie die Folie von oben nach unten ab.

Montieren Sie zum Schluss die Beschläge. Stechen Sie dazu die Schraublöcher im Holz vor und befestigen Sie die Türschilder mit den mitgelieferten Schrauben (20). Das Türschloss wird in die vorgesehene Öffnung eingeführt und fest verschraubt. Bringen Sie nun die Drückergarnitur an und verschrauben Sie sie ebenfalls. Überprüfen Sie die Funktion von Tür, Schloss und Falle.

Jetzt fehlt nur noch die Abdeckung, die einfach aufgesteckt wird. Der Drücker wird nach dem Zusammenstecken von unten mit einer Madenschraube fixiert (21).


Diesen Artikel...
bewerten:
(bisher 908 Bewertungen)
 für mich uninteressant (103)
 brauchbar (60)
 informativ (98)
 sehr informativ (360)
 ganz ausgezeichnet (287)
Ergebnis:
Sterne
 © pw-Internet Solutions GmbH, Mönchengladbach, E-Mail:info@pw-internet.de
Weitere Beiträge finden Sie in folgender Rubrik: DIY-Anleitungen Keller, Garagen, Treppen, Fenster, Türen
Wenn Sie diesen Beitrag drucken möchten, klicken Sie bitte hier.
  Suchen:
Fertighaus.de
Päffgen - dachbaustoffe.de
Westfalia
Zapf Garagen
Burg-Wächter
Renopan
Treppenmeister