Das mit Bodenbelagsarbeiten betraute Handwerk sieht sich mit vielfältigen Beschichtungen für Parkett, Kork und Holzdielen konfrontiert. Oft wird es auch erst hinzugezogen, wenn dem Heimwerker Verarbeitungsfehler unterlaufen sind. Der nachfolgende Beitrag von Dr. Josef Theo Hein, Leiter Anwendungstechnik der Dyrup Deutschland GmbH ("Bondex"), stellt wichtige Informationen für den Fachmann zusammen. Dr. Hein ist nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Malermeister. Er spricht also auch aus der Praxis und für die Praxis.
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Versiegelung von Parkett, Kork- und Holzdielen: Was Profis zu diesem Thema wissen müssen
Holz ist ein altbewährter Werkstoff für Fußböden, der heute voll im Trend liegt. Es gibt eine Vielzahl von sehr alten Böden, die renoviert werden müssen und die im Laufe der Zeit mit den unterschiedlichsten Produkten wie Parkettlacken, Nitrolacken, Ölen und Wachsen behandelt wurden. Auf dem heutigen Markt wird eine große Vielfalt an speziellen Holzfußböden oder holzähnlichen Fußböden angeboten. Ebenso steht das mit Bodenbelagsarbeiten betraute Handwerk einem Wald von unterschiedlichsten Beschichtungsstoffen gegenüber. Erhält der Bodenleger den Auftrag: "Streich das mal eben über", so muss er sich in diesem doch sehr komplexen Umfeld wie Bodenart, Altbeschichtungsart und Auswahl der Neubeschichtung zurechtfinden. Hier soll dem Anwender ein Weg aufgezeigt werden, das richtige Material zu wählen und die richtigen Prüfungen vorzunehmen, um ein hochwertiges Ergebnis zu erhalten. Zu Anfang stellt sich immer die Frage: Welche Altbeschichtung ist vorhanden ? Ist der Holzboden intakt?
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| Holz schwindet und wölbt sich beim Trocknen - es entstehen Fugen. Folge: Die Dielen werden ungleichmäßig abgenutzt. |
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Diese Dielen sind direkt nach dem Verlegen mit einem Wasserlack versiegelt worden. Durch Trocknung des Holzes entstehen Schwindspannungen, die zu breiten Abrissfugen führen. |
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Eine Massivholz-Treppenstufe ist mechanisch beschädigt worden. Nach dem Abschleifen der Lackschicht kann die Delle mit einem feuchten Tuch und Bügeleisen beigearbeitet werden. |
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Gibt es Schäden, Verfärbungen, die beseitigt werden müssen, oder muss der Parkettboden nur angeschliffen werden? Muss der Parkettboden matt geschliffen oder total abgeschliffen werden bis auf das rohe Holz? Ist die Nutzschicht noch ausreichend? Kann eine industrielle Beschichtung beim Fertigparkett oder Laminatboden überhaupt neu versiegelt werden?
Diese Fragen müssen sorgfältig berücksichtig werden, bevor die Arbeit begonnen wird.
Eigenschaften und Eignung der Holzarten für den Bodenbereich, Holzarten und Holzqualitäten bestimmen die Gebrauchstauglichkeit. Nicht jedes Holz ist für jeden Bereich gleich gut geeignet. Die heute hauptsächlich verwendeten Holzarten sind Eiche, Buche, Ahorn, Birke, Esche und Kiefer, aber auch aussergewöhnliche Hölzer wie Olivenholz und Exotenhölzer, aber auch Bambus.
In der folgenden Tabelle wird eine Übersicht über ausgewählte Holzarten, die Eigenschaften und die Anwendungsbereiche gegeben.
Eigenschaften Massivholz
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| Holzarten |
Farbton |
Brinellhärte |
Schwinden/ Quellen in % bei 1% Holz- feuchteänderung |
Einsatzbereich |
| Eiche |
hellbraun mittelbraun |
3,4 |
0,25 |
Intensiv belaufen |
| Buche |
hellbraun rotbraun |
3,3 |
0,32 |
Sporthalle, intensiv belaufen |
| Ahorn |
gelblich weißlich |
2,6 |
0,20 |
Wohnraum, normal belaufen |
| Esche |
weiß perlmutt |
3,2 |
0,22 |
Wohnraum, intensiv belaufen |
| Kirsche |
hellbraun rötlich |
2,9 |
0,21 |
Wohnraum, normal belaufen |
| Ulme |
hellbraun mittelbraun |
2,7 |
0,25 |
Wohnraum, normal belaufen |
| Kiefer |
gelb - beige |
1,9 |
0,19 |
Wohnraum, normal belaufen |
| Fichte |
gelb - weiß |
1,2 |
0,20 |
Wohnraum, gering belaufen |
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Anwendungsbereich Parkett, Dielenböden, Treppenstufen
Für Treppenstufen werden gern Esche, Eiche und Buche verwendet, weil diese Hölzer eine hohe Härte, aber auch noch andere Vorteile haben wie zum Beispiel bei der Esche eine sehr hohe Elastizität. Bei der Verwendung der Hölzer als Bodenbelag gelten teilweise aber andere Kriterien. Zuerst steht die Optik im Vordergrund, das heißt ob der Boden hell oder dunkel aussehen oder eine grobe oder feine Maserung aufweisen soll. Besondere Festigkeitseigenschaften in bezug auf Belastung durch Schuhwerk, Stühle, Stuhlrollen und Möbel spielen aber eine wesentliche Rolle für die Gebrauchstauglichkeit und Haltbarkeit. Das gilt sowohl für das Holz als auch für die Beschichtung. Weichhölzer sind immer sehr empfindlich und zeigen sehr schnell Eindrücke in der Oberfläche durch Pfennigabsätze, Stuhlbeine, Stuhlrollen etc.... Dies ist nicht zu vermeiden.
War früher der Parkettboden aufwendig gefertigt und verziert und ein Indiz für Reichtum und Wohlstand, so wurde später einfache Ausführung durchaus für den Bürger erschwinglich.
Massivparkett: Für herkömmliches Parkett werden die Holzstäbe in Längsrichtung des Stammes geschnitten - entweder als Fladerschnitt oder Radialschnitt. Es können aber auch quer zum Stamm Würfel geschnitten werden, die dann als Holzpflaster Verwendung finden, so dass das Hirnholz die Belastungsfläche darstellt. Derartige Böden sind extrem beanspruchbar. Im gewerblichen Bereich werden diese Hirnholzflächen nicht mit Parkettlack versiegelt, sondern mit einem Hartöl getränkt. Im repräsentativen Bereich sind auch Lackversiegelungen üblich.
Speziell Stabparkett ermöglicht eine sehr individuelle Bodengestaltung. Klassische Verlegearten sind Schiffsboden-, Würfel- oder Schiffsgrätenmuster, parallel oder schräg zur Wand verlegt. Um massive Ausführungen handelt es sich auch bei Mosaikparkett und Hochkantlamellenparkett. Den weitaus größten Marktanteil hat inzwischen Fertigparkett. Die Nutzschicht ist qualitätsabhängig ein 2 oder 4 mm starkes Furnier, das industriell in der Regel mit einem UV-härtenden Lack endbehandelt ist. Darunter befindet sich querlaufend die Trägerschicht(Mittellage), die aus Massivholz (Holzleisten), MDF- oder Spanplatten besteht. Der sogenannte Gegenzug bildet die Rückseite (längsverlaufend wie die Nutzschicht). Die Mittellage ist am Rand als Nut und Feder ausgebildet, so dass hier die Elemente ineinandergesetzt und verleimt werden können. Als Leim muss ein spezieller Parkettleim verwendet werden, der ausrechend wasserfest ist.
Laminatfußböden: Sie sind ähnlich aufgebaut wie Fertigparkettelemente, bestehen also auch aus mehreren Schichten, wobei die Trägerschicht meistens eine MDF- oder eine HDF-Platte ist. Nur ist hier die obere Schicht kein Naturholzfurnier wie beim Fertigparkett. Es handelt sich vielmehr um Fasermaterial (Papier), das mit wärmehärtbaren Aminoplasten (Melaminharz) getränkt wurde. Diese Oberflächenschicht kann direkt auf einen Träger verpresst (DPL) oder auf einen Träger verklebt (HPL, CPL). Eine zusätzliche Versiegelung oder spätere Renovierung ist nicht möglich.
Kork: Kork nimmt eine Sonderstellung ein. Es ist ein sehr elastischer Belag, der aber sorgfältig versiegelt werden muss, wenn er nicht bereits industriell beschichtet worden ist.
Massivholz-Parkettelemente haben je nach Ausführung unterschiedliche Holzstärken (zum Beispiel von Mosaikparkett 6-10 mm bis hin zum Stabparkett in 22 mm). Vergleicht man dies mit Fertigparkett, das nur eine 2 oder 4 mm dicke Nutzschicht besitzt, so wird sofort klar, wie groß die Auswirkung auf die Renovierung ist und was an Holzschicht, ohne Schaden anzurichten, abgeschliffen werden darf. Beim Fertigparkett besteht die Gefahr, dass durchgeschliffen wird und dann nicht mehr die wunderschöne Oberflächenmaserung, sondern die Trägerschicht sichtbar wird. Das Fertigparkett hat den Vorteil, dass es industriell fertig beschichtet ist und unmittelbar nach der Verlegung genutzt werden kann. Beim Massivparkett überwiegt die rohe Oberfläche. Bei der Erstversieglung durch den Handwerker spielt neben der Holzart und der Nutzstärke besonders auch der verwendete Parkettlack eine große Rolle (Lacktyp und Zahl der Anstriche) für den jeweiligen Einsatzbereich.
Öle und Wachse: Neues rohes Holz kann sowohl mit Parkettlack als auch mit Öl oder Wachs behandelt werden. Die resultierenden Oberflächen sind jedoch unterschiedlich belastbar. Öle und Wachse schützen den Boden nicht vor mechanischem Abrieb und sind nicht sehr haltbar. Die Beschichtungen müssen häufig wiederholt werden. Diese Mittel vermindern zwar das Eindringen von Wasser und Schmutz ins Holz. Die Oberfläche wird jedoch durch die Thermoplastizität der Wachse leicht schmutzig.
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Eigenschaften von Versiegelungsmitteln
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| Beschichtungsart |
Wasser- verdünnbarer Siegellack |
Öl-Kunstharz- Siegel + Urethan- Alkydharz-Siegel |
Polyurethan-Siegel u.a. DD-Siegel |
Säurehärtende Siegel |
Öle |
Wachse |
| Eigenschaften |
gutes Haftvermögen, elastischer Film |
gutes Eindringver- mögen, Film hornartig, rutschhemmend |
gutes Haftvermögen, elastischer Film, chemikalien- beständig |
gutes Haftvermögen, harter Film |
gutes Eindringver- mögen, keine Filmbildung |
gutes Eindringver- mögen, keine Filmbildung |
Gebrauchs- eigenschaften |
normaler Pflegeaufwand, 1K mittlere Renovierungs- intervalle, 2K lange Renovierungs- intervalle |
normaler Pflegeaufwand, mittlere Renovierungs- intervalle |
geringer Pflegeaufwand, sehr lange Renovierungs- intervalle |
geringer Pflegeaufwand, sehr lange Renovierungs- intervalle |
hoher Pflegeaufwand, kurze Renovierungs- intervalle |
hoher Pflegeaufwand, kurze Renovierungs- intervalle |
Umwelt- und Arbeitschutz- aspekte |
formaldehyd- frei, fast geruchlos, Lösungsmittel- anteil: ca. 4-15% |
formaldehyd- frei, Lösungsmittel- anteil ca. 50-60%, aromatenfrei |
formaldehyd- frei, Lösungsmittel- anteil ca. 50-60%, |
formaldehyd- haltig, Lösungsmittel- anteil ca. 50-60%, |
formaldehyd- frei, von starkem Zitrusgeruch bis fast geruchlos, aromatenfrei oder wasserbasiert |
formaldehyd- frei, Bienenwachs- geruch bis fast geruchlos, lösemittelhaltig, aromatenfrei oder wasserbasiert |
| Farbwirkung im Holz |
hell, keine Vergilbung |
Vertiefung der Naturfarbe, Hervorhebung der Farbunter- schiede, Vergilbung |
Vertiefung der Naturfarben, Vergilbung |
naturhell, Vergilbung |
Vertiefung der Naturfarbe, Vergilbung |
Vertiefung der Naturfarbe, Vergilbung |
| Glanzwirkung |
matt bis glänzend |
matt bis glänzend |
matt bis hochglänzend |
matt bis glänzend |
Seidenglanz |
Seidenglanz bis glänzend |
Haupt- bestandtei |
Acrylate, Polyurethane, Wasser, Filmbildner |
Alkydharze, Lösungsmittel |
Polyole, Polyisocyanate, Lösemittel |
Harnstoff-Alkydharze, Lösemittel |
natürliche Öle, Alkydharz, Wasser, aromatenfreie Testbenzine |
natürliche und synthetische Wachse |
| Trocknung je Auftrag bis zur Überarbeitung |
2-4 Stunden |
6-12 Stunden |
6-10 Stunden |
1-3 Stunden |
12-24 Stunden |
1-2 Stunden |
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Ein- und zweikomponentige Parkettlacke
Bei den Parkettlacken unterscheidet man zwischen lösemittelhaltigen ein- und zweikomponentigen Produkten sowie wasserbasierenden ein- und zweikomponentigen Produkten. Für besonderes strapazierfähige Oberflächen wurden in der Vergangenheit säurehärtende lösemittelhaltige 2K-Parkettlacke verwendet. Diese haben eine enorme Abtriebfestigkeit und extreme Chemikalienbeständigkeit. Säurehärtende Lacke sind heute nicht mehr geeignet zur Verwendung in Räumen, die dem dauernden Aufenthalt von Menschen dienen, da sie formaldehydhaltig sind. Polyurethanlacke (DD-Lacke) sind äußerst strapazierfähig und beständig, haben aber wegen der hohen Emission von Isocyanaten, Lösemitteln und den Auflage nach der Gefahrstoffverordnung nicht mehr die uneingeschränkte Marktbedeutung.
Die einkomponentigen lösemittelhaltigen Parkettlacke sind meistens Kombinationen aus Alkydharzen und Polyurethan. Diese haben mit Abstand nicht die Haltbarkeiten und Beständigkeiten wie zweikomponentige Lacke. Aus arbeitshygienischen und Umweltgesichtspunkten sind heute die Wasserlacke auf dem Vormarsch. Wurden vor 15 Jahren nur 10 Prozent wasserbasierte Lacke und 90 Prozent lösemittelhaltig Lacke verwendet, so hat sich das Verhältnis heute fast umgekehrt. Der Wasserlackanteil hat die 60-Prozent-Marke erreicht. Einen großen Einfluss hatte hier natürlich die Gefahrstoffverordnung, die für diesen Bereich den Einsatz von Wasserprodukten favorisiert. Der professionelle Verarbeiter hat diese arbeitshygienischen Vorteile offensichtlich akzeptiert und umgesetzt. Die wasserbasierenden Lacke haben mittlerweile eine sehr hohen Qualitätsstandard erreicht. Waren die ersten Wasserlacke noch milchig und sahen wie Plastik aus, so sind die heutigen Qualitäten in Transparenz und Haltbarkeit den lösemittelhaltigen Produkten fast ebenbürtig. Bei den Standard-Wasserlacken werden einkomponentige Acrylparkettsiegel verwendet. Diese haben eine hohe Elastizität , aber leider auch eine entsprechende Thermoplastizität erreicht, das heißt höhere Härte, höhere Abtriebfestigkeit und Beständigkeit gegen Haushaltsreiniger. Die Entwicklung von noch strapazierfähigeren Parkettlacken führte zu den wasserbasierten 1K- und 2K-Polyurethanlacken, den 2K-Acryl- und Polyurethandispersionslacken bis hin zu den selbstvernetzenden Acrylat- und Polyurethantypen , die durch Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft, ähnlich den Alkydharzen, aushärten.
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Industrielle Beschichtung von Holzfußböden
Im industriellen Bereich werden bevorzugt UV-strahlenhärtende Lacke eingesetzt. Diese haben eine extreme strapazierfähige Oberfläche. Sie haben natürlich aber auch den Nachteil, dass sie an die Renovierung besondere Anforderungen stellen. Sie können nicht einfach überstrichen werden. Hier stellt sich für den Anwender die Frage: Wie kann er am Objekt bei einer Renovierung erkennen, ob die Altbeschichtung ein Acryllack ist oder ein lösemittelhaltiger Lack, ein einkomponentiger oder zweikomponentiger Lack oder gar eine industrielle UV-härtende Beschichtung?
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| Mechanisch beschädigtes Fertigparkett: Hier sind Holzfasern gebrochen. Ein Dämpfen kann die Macke nicht mehr beheben. |
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Der lose Ast wurde mit einer Holzersatzpaste beigearbeitet. |
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Da bei diesem Parkett der Feinschliff nicht ausreichend war, sind die Rillen des Grobschliffs noch sichtbar. | |
Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die möglichen Prüfkriterien, um diese Beschichtungen voneinander unterscheiden zu können.
Hierbei muss allerdings gewährleistet sein, dass sich keinerlei Rückstände von Reinigungsmitteln oder Bohnerwachsen auf der Beschichtung befinden.
Prüf- und Unterscheidungskriterien der alten Parkettbeschichtung |
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| Beschichtungsart |
Prüfmethode |
Erkennung |
Technische Hinweise und Maßnahmen |
| Öl |
Augenschein |
Anlösung durch Nitrouniversal- verdünnung, Penetration, keine Filmbildung |
abschleifen, neu ölen |
| Wachs |
Augenschein |
Anlösung durch Nitrouniversal- verdünnung, keine Penetration, Schichtbildung vorhanden |
Wachsschicht abziehen/abschleifen, neu wachsen |
| 1K-Wasserlack (Acyrl/PU) |
Augenschein |
schnelle Anlösung durch Nitrouniversal- verdünnung |
anschleifen/abschleifen, mit Wasserlack neu versiegeln |
| 2K- Wasserlack (Acryl/PU) |
Augenschein |
langsame Anlösung durch Nitrouniversalverdünnung |
anschleifen/abschleifen, mit Wasserlack neu versiegeln |
| 1K-Urethan-Alkydharz lösemittelhaltig |
Augenschein |
geringe Anlösung durch Nitrouniversalverdünnung |
mattschleifen/abschleifen, neu versiegeln |
| 2K-(DD) Polyurethan lösemittelhaltig säurehärtend |
Augenschein |
keine Anlösung mit Nitrouniversalverdünnung |
mattschleifen/abschleifen, neu versiegeln |
| Fertigparkett Pulverlacke / UV-härtende Lacke |
Augenschein |
keine Anlösung mit Nitrouniversalverdünnung |
mattschleifen/abschleifen, Vorsicht! Gefahr des Durchschliffs. In jedem Fall Probeanstrich ausführen. |
| Laminatboden |
Augenschein |
keine Anlösung mit Nitrouniversalverdünnung |
nicht schleifbar, nicht versiegelbar |
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Beschichtung und Renovierung von Parkettböden
Nachdem gemäß Tabelle der Fußboden auf Schäden und Eignung einer Beschichtung überprüft worden ist, muss entschieden werden, ob die Beschichtung noch intakt ist, ob ein leichtes Anschleifen oder ein Mattschleifen der Oberfläche erforderlich ist oder ob die komplette Beschichtung bis auf das rohe Holz entfernt werden muss. Bei einer noch intakten, nicht industriellen Beschichtung reicht oft ein gründliches Reinigen, entfernen von Pflegemitteln und ein leichtes Anschleifen der Oberfläche aus. Sind dicke Wachsschichten vorhanden, so müssen diese mit einer Ziehklinge abgeschabt werden, da das Schleifpapier sonst durch Wachs verklebt würde. Bei einer noch intakten industriellen Beschichtung muss die Beschichtung komplett mattgeschliffen werden. Dies ist auch erforderlich bei alten DD- und säurehärtenden Lacken. Zum Anschleifen und Mattschleifen wird nur feines Schleifpapier der Körnung 100, 120 bis 150 verwendet.
Ist die Beschichtung nicht mehr intakt, so muss diese bis auf das rohe Holzabgeschliffen werden. Bei Dielenböden sollten vor dem Einsatz von Schleifmaschinen darauf geachtet werden, dass die Nägel einige Millimeter tief versenkt werden, da sonst die Maschine großen Schaden nehmen kann. Dazu werden Parkettschleifmaschinen eingesetzt, die ein großflächiges Schleifen ermöglichen. Handbandschleifgeräte sind zum Abschleifen einer Holzbodenfläche nicht leistungsfähig genug. In Ecken, an Rändern und unter dem Heizkörper werden Rand- und Eckschleifer eingesetzt. Der Schleifstaub wird sorgfältig abgesaugt. Damit keine Riefen eingeschliffen werden, ist mit dem Wechsel zur nächst feiner Schleifpapiersorten die Schleifrichtung nach dem dargestellten Schema zu ändern. Der letzte Feinschliff sollte immer in Richtung des Lichteinfalls erfolgen.
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Erst danach kann die neue Versiegelung aufgetragen werden. Zwischen den einzelnen Beschichtungsaufträgen ist ein Zwischenschliff mit feinem Schleifpapier erforderlich. Diese Zwischenschliffe können mit Rutscher oder Exzenterschleifer ausgeführt werden. Holzdielen, die gewölbt sind, werden diagonal plangeschliffen, bevor das generelle Schleifen in Holzfaserrichtung beginnt. Beim Schleifen des Parketts ist besonders darauf zu achten, dass beim Absenken der Parkettschleifmaschine keine Dellen oder Riefen in den Parkettboden geschliffen werden. Diese sind nicht mehr ohne weiteres zu entfernen.
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Welche Schleifpapierkörnung in welcher Reihenfolge beim schleifen von Holzböden?
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| Schleifgang |
Holzboden neu |
Holzboden alt |
Fertigparkett |
Kork |
| 1. Gang |
Körnung 36 |
Körnung 24 |
Körnung 100 |
Körnung 100 |
| 2. Gang |
Körnung 60 |
Körnung 36 |
Körnung 150 |
Körnung 150 |
| 3. Gang |
Körnung 100 |
Körnung 60 |
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| 4. Gang |
entfällt |
Körnung 100 |
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Holzdielen und Parkettstäbe, die nur in einer Richtung liegen, werden Element für Elemente in Holzfaserlängsrichtung gestrichen. Parkett mit wechselnden Holzrichtungen wird zur Einfallsrichtung des Tageslichtes gestrichen. Hierfür teilt man die Fläche in mehrere ca. 1,5 m breite Bahnen ein. Die Bahnen werden von der Lichtquelle weg gestrichen. Eine Parkettbeschichtung besteht mindestens aus drei Anstrichen, das sind zusammen eine Aufbringmenge von mindestens 200 ml pro Quadratmeter. Bei einer Objektversiegelung sollten je nach Lacksystem, Holzart und Einsatz- und Verwendungsbereich 250 bis 300 ml/m² aufgebracht werden. Wasserbasierte Parkettlacke auf größeren Flächen sollten an warmen Tagen von mehreren Personen gestrichen werden, um Ansätze zu vermeiden.
Die Behandlung von Korkböden nimmt eine Sonderstellung ein. Im Gegensatz zur Bearbeitung von Parkett muss bei Korkböden der Boden von vornherein sehr fein geschliffen werden. Durch das feine Schleifen nimmt der Korkboden sehr wenig Wasserlack auf, dadurch werden Verfärbungen und Quellungen des Korks vermieden. Deshalb wird zum Korkbodenschleifen 100er und 150er Schleifpapier verwendet.
Industriell vorbeschichtete Korkböden können nicht ohne weiteres überstrichen werden. Diese müssen vor einem Neuanstrich matt bzw. komplett abgeschliffen werden. Der erste Anstrich des Parkettlackes erfolgt sehr dünn, damit möglichst wenig Wasser in den Kork eindringt, so dass er nicht verfärben und quellen kann. Erst die nachfolgenden Lackschichten sind satt aufzutragen. Neue Holzdielen erhalten bereits vor dem Einbau eine Beschichtung. Das Holz muss vor der Verlegung durch mehrtägige Lagerung im Raum auf das örtliche Klima eingestellt werden. Hat es bereits bei der Verlegung seine spätere Gebrauchsfeuchtigkeit erreicht, so entstehen nur geringe Schwindfugen. Je höher die Holzfeuchte beim Einbau im Vergleich zur Nutzung ist, desto größere Fugen sind zu erwarten. |
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Die Walzen der Parkettschleifmaschine wurde ohne Vortrieb abgesenkt. Eine solche Rille lässt sich nicht mehr beheben. |
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Diese industriell versiegelte Korkboden wurde bis auf den Träger durchgeschliffen. Beim Versiegeln verfärben sich diese Stellen dunkel. |
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Durch die Versiegelung von frisch verlegtem Holz mit einem Wasserlack können die Holzteile an den Kanten miteinander verkleben. Man spricht dann von einer Kantenverleimung. Beim Trocknen entstehen große Spannungen, die sich vereinzelt in breiten Fugen bis hin zu Holzrissen entladen. Es liegen dann einige Bretter ohne Fugen zusammen, dann folgt eine breite Fuge usw. . Deshalb sollte ein Renovierung oder ein komplettes Streichen eines Holzdielenbodens erst bei der Erreichung der Gebrauchsfeuchtigkeit, das heißt im Winter mit Heizung und gegebenenfalls Kachelofen, erfolgen. Wie beim Parkett können auch bei Holzdielen die Fugen mit einer speziellen Spachtelmasse oder mit Schleifstaub und Lack, welches zu einer teigartigen Masse zusammengerührt wurde, geschlossen werden.
Um bei alten Holzdielen einen fugenlosen Boden zu erreichen, besteht auch die Möglichkeit (wenn der Mindestabstand zwischen den einzelnen Holzdielen 5 mm beträgt), diese gleichmäßig mit einer elastischen Polyurethan-Dichtmasse analog eines Teakstabdeckes beim Schliff zu verschließen. Diese Fugenabdichtung kann geschliffen und versiegelt werden.
Prüfung Parkettflächen bei Renovierung |
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| Prüfung auf |
Prüfmethode |
Erkennung |
Technische Hinweise und Maßnahmen |
| Kantenverleimung |
Augenschein |
Ungleichmäßiges Fugenbild mit Abrissfugen |
Bei Dielenboden: Aufnehmen, neu verlegen. Bei Parkett: zuspachteln |
| Beulen, Schüsselungen |
Augenschein |
Klingt hohl, gibt nach |
Parkettwölbung: Randanschluss, Wandfuge prüfen evt. nachschneiden. Hobeldielen: Nagelung überprüfen, diagonal planschleifen |
| Kuhlen |
Augenschein |
Sandaustritt, Pumpeffekt |
Folie, Unterbau, Fugenverklebung, Dichtungen defekt: entfernen, erneuern, Fugen abdichten |
| Laufspuren |
Augenschein |
Vergrauung, Farb- und Glanzunterschiede |
Vollständig abschleifen |
| Knarren |
Begehen |
Knarren, quietschen |
Überprüfen der Befestigung, neu befestigen, Talkum in Fugen blasen |
| Risse |
Augenschein |
Spannungsrisse, Trockenrisse, auf Kantenverleimung prüfen |
Mit Holzspachtel schließen, bei Dehnungsfugen dauerelastisch verfugen |
| Fugenbild |
Augenschein |
Gleichmäßigkeit |
Fugen füllen oder mit artgleichem Holz ausleimen |
| Lose Stäbe |
Augenschein, Begehen, Abtasten |
Beweglichkeit, mit Spachtel abhebbar |
Lose Stäbe aufnehmen, Leimreste entfernen und neu verleimen |
| Holzfeuchtigkeit |
Feuchtigkeitsmesser, Augenschein |
Feuchte Flecken größer als 9% |
Ursache beheben, Sockelleisten entfernen, austrocknen lassen |
| Flecken |
Augenschein |
Blaue Tinte, rote/schwarze Tinte, Wasserflecken, Alkohol, Öl, Fett
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Kleesalzlösung Wasserstoffperoxid abschleifen Nitroverdünnung, Magnesia- Waschbenzinbrei, abschleifen |
| Dellen, Eindrücke |
Augenschein |
Eindrücken der Holzfaser ohne Bruch |
Nasser Lappen und Bügeleisen (Stufe Baumwolle) |
| Farbunterschiede |
Augenschein |
Begrenzungen von Möbeln, Teppichen |
Gesamter Boden abschleifen |
| Benetzungsstörung |
Augenschein |
Fleckenförmiges Zusammenlaufen |
Wachsrückstände, Silikon etc. entfernen und abschleifen, evt. Antisilikon der Versieglung zusetzen |
| Blasenbildung |
Augenschein |
Lufteinschlüsse (Schaumstoffwalze) Ausgasungen
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Abschleifen Ursache suchen und beheben Keine Schaumstoffwalze verwenden! |
| Dehnungsfugen z.B. zu angrenzendem Kachelboden |
Augenschein |
Messingleiste entfernen Fugenbreite kontrollieren |
Nachscheiden und versiegeln |
| Parkett-Typ |
Augenschein |
Sockelleiste entfernen, ggf. mit Spiegel Holzbodenaufbau überprüfen |
Massivholz: Keine Schichtbildung, 8-30 mm Holzdicke Fertigparkett: 3-lagiger Aufbau mit 2-4 mm Naturfurnierschutzschicht Laminat: Keine 2-4 mm Naturfurniernutzschicht, nur Folienschicht auf Trägerplatte MDF, HDF |
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