Irgendwann vor tausenden von Jahren fingen die Menschen an, Baumstämme übereinander zu stapeln und mit einem Dach zu versehen - das Blockhaus war geboren.
Erst sehr viel später gab es andere Holzbausysteme wie Fachwerk oder den Holzrahmenbau. Das lag hauptsächlich daran,
dass ein Blockhaus zu bauen recht einfach ist. Einige Werkzeuge, Baumstämme und jede Menge Muskelkraft - mehr ist nicht nötig für den Traum vom eigenen
Haus. Dass solch "einfache" Bauten eine lange Lebensdauer haben können, davon zeugen die zahlreichen Beispiele der über 800 Jahre alten Holzhäuser in den
Gebirgsländern und der berühmten Stabkirchen in Norwegen. Nichtsdestotrotz hat sich das klassische Blockhaus zum Wohnblockhaus weiterentwickelt, wobei
interessant ist, dass ein Blockhaus zwar grundsätzlich ein Holzhaus ist, der deutschsprachige Bauherr aber unter
Holzhäusern ganz etwas anderes versteht, als unter Wohnblockhäusern.
Schon allein aus Gründen der Wärmedämmung muss der Wandaufbau eines
Wohnblockhauses über das Stapeln von rohen Baumstämmen hinausgehen. Das einfache Blockhaus findet man nur noch bei Gartenhäusern, Grill- oder Jagdhütten.
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden aber gerade diese als "Blockhäuser" bezeichnet. Wohnblockhäuser hingegen, die nach den Vorschriften der
Energieeinsparverordnung gebaut werden, sind etwas ganz anderes. Wohnblockhäuser werden ähnlich wie Fertighäuser in verschiedenen Montageformen
vom Bausatzhaus über das Ausbauhaus bis hin zur Vollmontage angeboten.
Je nach handwerklichem Geschick und Zeit kann der Bauherr somit große Teile des Hausbaus selbst übernehmen.
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Holzarten beim Blockhausbau Nicht alle Holzarten eignen sich für den Blockbau. Für Wände, Decken und Dächer
werden fast ausschließlich Nadelhölzer verwendet. Lediglich die Schwellenkränze werden aus Gründen des Holzschutzes von einigen Firmen noch in Eiche
hergestellt. Von den Nadelhölzern werden hauptsächlich Hölzer wie Fichte, Kiefer oder Lärche eingesetzt. Seit einigen Jahren findet aber auch Douglasie
Verwendung.
Holz ist ein wunderbarer Baustoff. Er ist in großen Mengen vorhanden und wächst sogar nach. Bei seiner Herstellung wird keine Energie
benötigt, vielmehr liefert er noch wertvollen Sauerstoff und baut Kohlendioxid ab. Für einen Wohnblockhausbewohner ist jedoch vor allem interessant, dass
massives Holz eine sehr gute Wärmespeicherfähigkeit besitzt. Diese trägt dazu bei, Temperaturschwankungen abzupuffern. Im Winter bleibt die Wärme drinnen
und im Sommer bleibt sie draußen. Holz kann zudem Feuchtigkeit auf- und abgeben. Dies ist in jedem Fall einmal positiv, da das Raumklima dadurch
verbessert wird.
Allerdings schwindet Holz bei Feuchtigkeitsabnahme und quillt bei der Zunahme von Feuchtigkeit. Dies führt insbesondere im
Blockhausbau zu Problemen. Für den Bau eines Holzhauses verlangen der Gesetzgeber und die Normen daher grundsätzlich eine Holzfeuchtigkeit von unter 20
Prozent. Aufgrund des unterschiedlichen Quell- und Schwindverhaltens ist beim Einbau von Fenstern und Türen daher immer das Setzungsmaß zu berücksichtigen.
Neben aufwendigen Dichtungen werden so genannte Schwebepfosten angeordnet oder aber der Ausschnitt wird so groß hergestellt, dass es nicht zu Zwängungen
bzw. unzulässigen Belastungen dieser Bauelemente kommt. Ist das Bauholz zu nass, dann besteht die Gefahr, dass
Bauteile durch Fäulnis zerstört werden oder Holzschädlinge sich ins Holz einnisten, die Bauteile angreifen und die Bewohner belästigen. Trockenes Holz
neigt allerdings zu Rissen, die statisch meist zwar kein Problem darstellen, die dem Bauherrn aber schon allein aus optischen Gründen nicht gefallen.
Die Eigenarten von Holz lassen sich durch den Einsatz von verleimten Hölzern in den Griff bekommen. Im Blockhausbau trägt ein zu Blockbohlen
verleimtes Brettschichtholz den Namen Lamellenbohle, -blockbohle bzw. Lamellenbalken oder -blockbalken. Es besteht üblicherweise aus zwei bis sechs
Einzelhölzern, die sowohl horizontal als auch vertikal verleimt sein können. Dadurch weisen verleimte Blockbalken eine geringere Neigung zum Verdrehen
und Schrumpfen als vergleichbare Vollholzbalken auf. Leimholzbalken besitzen eine Holzfeuchtigkeit von unter 10 Prozent. Somit ist das Setzungsmaß nicht
so groß wie bei Vollholzbalken.
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Der Wandaufbau von Blockhäusern
Grundsätzlich unterscheidet man ein- und mehrschalige Wandaufbauten sowie Rundhölzer und rechteckige Blockbalken. Die Rundbohlen werden konkav
ausgefräst, um eine bessere Fugenabdichtung zu gewährleisten. Ein dazwischen liegender Dämmstreifen aus Zellulose, Flachs, Filz oder Mineralwolle
verbessert die Winddichtigkeit. Bei rechteckigen Blockbalken unterscheidet man mehrere Systeme, die von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sein
können. Eine gute Dichtigkeit wird bei Blockbalken mit einer doppelten Nut- und Federverbindung erzielt (siehe Abbildung).
Verstärkt wird diese
durch ein in die Verbindung eingelegtes Fugendichtungsband aus vorkomprimiertem, verrotungsfreiem Schaumstoff. Eine Alternative bietet der Einbau von
vorgespannten Nylonseilen quer zur Fugenrichtung. Absolut dicht bekommt man eine Blockhauswand allerdings nur bei einem mehrschichtigen Aufbau. Davon
gibt es verschiedene Varianten: Bei einer Doppelblockwand liegt die Wärmedämmung zwischen zwei gleich starken Blockbohlenlagen. Eine andere Kombination
besteht aus einer starken, tragenden Blockbohle und einer Profilschalung. Auch dazwischen liegt eine Wärmedämmung beispielsweise aus Zellstoff, das
immerhin eine enge Verwandtschaft zu Holz besitzt.
Ein typisches Kennzeichen eines Blockhauses ist die Eckverkämmung. Eckverkämmungen sind jene
Stellen, wo die Block- oder Rundbohlen an den Haus- bzw. Zimmerecken gegeneinander stoßen. Erfolgte früher die Eckverbindung durch ganz gewöhnliche
Wechsellage oder Verblattung der Bohlen wie bei zwei Kämmen, die ineinander gesteckt werden, so haben sich die Verkämmungen inzwischen verfeinert,
basieren aber alle auf überlieferten Techniken, insbesondere die Sattelecke und die daraus abgeleitete Chalet-Verkämmung. Die heute übliche Sattelecke
wird bei Rundblockbohlen und Naturstämmen ausgeführt, indem die untere Hälfte ausgefräst oder ausgesägt und mit dem Versatz von einer halben Balkenlage
auf die Querbohle "gesattelt" wird. Bei der Chalet-Verkämmung wird jeweils ein Viertel des Holzes von der Unter- und der Oberseite der Vierkantbohle
abgefräst oder gesägt. Das hervorstehende Mittelstück wird dann in die Querbohle eingelassen. Verschiedene Hersteller haben sich Verfahren patentieren
lassen, bei denen die Ausfräsung an allen vier Seiten der Bohle erfolgt.
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Bausatzhaus, Ausbauhaus oder Vollmontage? Von den meisten Anbietern wird ein
Wohnblockhaus als Bausatz zur Selbstmontage, als Ausbauhaus oder in schlüsselfertiger Bauweise angeboten. Selbst zusammenbauen kann man ein Blockhaus
allerdings nur, wenn es industriell gefertigt wurde. Handwerklich gefertigte Blockhäuser hingegen werden vom Hersteller aufgestellt, da nur sie das
Haus aufstellen können. Ein Haus in Eigenleistung aufzubauen, erfordert handwerkliches Geschick und Zeit. Durch die stetig steigenden Handwerkerkosten
lässt sich jedoch ein Menge Geld sparen. Zur Unterstützung und Koordination kann ein Richtmeister vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden. Dieser
organisiert das Aufbauteam, das auf etwa 4 bis 6 Personen beschränkt sein sollte. Je mehr Personen am Bau beteiligt sind, desto größer wird das Chaos.
Der Richtmeister wird nach Tagessätzen zuzüglich Spesen bezahlt.
Zu den Lieferpaketen der Bausatzhäuser zählen die Außenwände, die
Zwischenwände in Vollholzbauweise, die Konstruktion der Zwischendecke nebst allen erforderlichen Stützpfosten, die komplette Dachkonstruktion als
Pfetten- oder Sparrendach mit oder ohne Dachverschalung. Weiterhin gehört zum Lieferumfang des Bausatzhauses die Vorbereitung der Fensteröffnungen und
Kanäle für Elektroinstallationen und das Montagematerial wie Schrauben, Anker, Holzdübel und Dichtbänder. Gewöhnlich erfolgt die Lieferung frei
Baustelle. Eventuell muss allerdings das Entladen durch den Bauherrn organisiert und bezahlt werden.
Die nächste Stufe stellen die Ausbauhäuser
dar. Hier wird der Aufbau bis zur wetterfesten Dachverschalung vom Anbieter erledigt. Bei mehrschaliger Bauweise sind die Dämmung und die komplette
Wandverkleidung meist im Preis mit inbegriffen. Zusätzlich werden von den Herstellern noch Ausbaupakete angeboten. Diese beinhalteten beispielsweise
Haustür, Zimmertüren, Fenster, Treppe sowie Verschalung für den Fußboden und die Zwischenwände. Ist das Ausstattungspaket besonders reichhaltig gefüllt,
kann auch eine Terrasse oder ein Balkon, eine Sauna oder die Dacheindeckung enthalten sein. Einige wenige Anbieter bieten auch den kompletten
Bauhausbausatz an. Hier ist dann von der Badewanne bis zum Fußboden wirklich alles dabei.
Wer keine Zeit und genügend Geld hat, kann sich auch
für eine Vollmontage des Wohnblockhauses entscheiden. Vollmontage bedeutet, dass bis zur Schlüsselübergabe alle Arbeiten und Materialien im Preis
inbegriffen sind. Auch bei einer Vollmontage ist es möglich, einzelne Gewerke in Eigenleistung selbst auszuführen oder Baumaterial selbst zuzukaufen.
Dies muss im Vorfeld der Vertragsunterzeichnung vereinbart werden, kann aber auch während der Bauphase noch verändert werden, sofern der Vertrag diese
Option beinhaltet. Im Prinzip entspricht die Vollmontage damit dem, was allgemein als "schlüsselfertiges Haus" bezeichnet wird. |
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