Feuchtigkeit in Bauteilen ist normal. Nach einiger Zeit pendelt sie sich in einem bestimmten Bereich ein, der abhängig von der
relativen Luftfeuchtigkeit und der Umgebungstemperatur ist. Diese Feuchtigkeit nennt man Ausgleichs- bzw. Gleichgewichtsfeuchte. Bauschnittholz muß
beispielsweise mit der zu erwartenden Gleichgewichtsfeuchte eingebaut werden und auch Estrich darf nur noch eine bestimmte Restfeuchte besitzen, ehe
er belegt wird. Ist die Holzfeuchte höher als die Ausgleichsfeuchte, dann darf das Holz nur für solche Bauwerke verwendet werden, bei denen es
nachtrocknen kann und deren Bauteile gegenüber den dabei auftretenden Schwindverformungen nicht empfindlich ist. Es ist daher manchmal notwendig,
dass die Bauteilfeuchte ermittelt wird. Dafür gibt es verschiedenen Geräte und Methoden, die wir in einem eigenen
Beitrag vorgestellt haben.
Holzfeuchte Frisch geschlagenes Holz hat eine Feuchte von mindestens 40% bis 60%. Für die weitere
Verwendung muß das Holz einer natürlichen oder technischen Trocknung unterzogen werden. Die Holzfeuchte sollte beim Einbau, wie bereits erwähnt, in
etwa der Ausgleichsfeuchte entsprechen. Parkett sollte beispielsweise mit einer Holzfeuchte von 9% eingebaut, sichtbare Balken mit einer Holzfeuchte
von 15% eingebaut werden. Bauschnittholz darf höchstens eine Feuchte von 20% besitzen, es sei denn, es wird in Konstruktionen eingesetzt, in denen es
ungehindert nachtrocknen kann und deren Bauteile nicht empfindlich gegenüber den hierbei auftretenden Verformungen sind. In diesem Fall darf das Holz
mit einer Holzfeuchte von über 20% eingebaut werden.
Nach DIN 1052-1 gelten folgende Werte der Holzfeuchte als Gleichgewichtsfeuchte:
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| Bauwerke allseitig geschlossen mit Heizung |
6% - 12% |
| Bauwerke allseitig geschlossen ohne Heizung |
9% - 15% |
| Bauwerke überdeckt, offen |
12% - 18% |
| Konstruktionen, die der Witterung allseitig ausgesetzt sind |
12% - 24% | | |
Feuchtegehalt von Estrich Der Feuchtegehalt des Estrichs zum Zeitpunkt der Verlegung und die zu erwartende
Feuchte nach der Verlegung sind wichtige Kriterien für die Verlegereife und die Untergrundvorbereitung. Der Feuchtegehalt sollte daher nach bewährten
Meßmethoden überprüft werden. Am besten eignet sich dazu die Calciumcarbid-Methode, die wir in unserem Beitrag über Baufeuchtemessung ausführlich
vorgestellt haben. Wichtige Kenngröße bei Estrich ist neben der Ausgleichsfeuchte die Restfeuchte. Sie bezeichnet den maximal zulässigen Feuchtegehalt
vor der Verlegung. Die Restfeuchte ist abhängig von der Trocknungszeit, der Lufttemperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit.
Maximaler Feuchtigkeitsgehalt von Estrichen, maßgebend für die Belegreife:
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| Bodenbelag |
Zement-Estrich |
Anhydrit-Estrich |
| Stein- und keramische Beläge im Dünnbett |
2,0% |
0,5% |
| Stein- und keramische Beläge im Mörtelschicht auf Trennschicht |
2,0% |
0,5% |
| Stein- und keramische Beläge im Dickbett |
2,5% |
0,5% |
| Dampfdurchlässige textile Bodenbeläge |
2,5% |
1,0% |
| Dampfbremsende textile Bodenbeläge |
2,0% |
0,5% |
Elastische Bodenbeläge (z.B. PVC, Gummi, Linoleum) |
2,0% |
0,5% |
| Parkett |
2,0% |
0,5% | | |
Feuchtegehalt von mineralischen Baustoffen Bei der Feuchtemessung geht nicht darum festzustellen, daß in
Bauteilen Feuchtigkeit vorhanden. Feuchtigkeit ist immer vorhanden und sie ist nicht bauschädigend. Bei der Feuchtemessung geht es daher darum, um
wieviel der normale Feuchtegehalt, das heißt die Ausgleichsfeuchte, überschritten wird und ob dadurch Schäden am Bau zu erwarten sind.
Ausgleichsfeuchten unterschiedlicher mineralischer Baustoffe bei etwa 75% bis 80% relativer Luftfeuchtigkeit:
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| Historischer Vollziegel |
2 - 3% |
| Vollziegel (Rohdichte 1.900) |
< 1% |
| Porosierter Hochlochziegel |
0,75% |
| Kalkputz, Kalkmörtel |
< 0,5% |
| Kalkzementputz |
< 1,5% |
| Kalksandstein |
1,3% |
| Toniger Sandstein |
< 1,3% |
| Karbonatischer Sandstein |
< 0,8% |
| Granit |
0,1% |
| Marmor |
0,01% | | |
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