Wer in seinem Garten einen großen Nußbaum, eine Kastanie, Eiche, Buche oder eine kräftige Süßkirsche stehen hat, kann darauf seinen Kindern ein Baumhaus errichten (lassen), das sogar vor Blitzeinschlägen sicher ist. Aber längst sind Baumhäuser nicht mehr nur kleine selbstgebaute Festungen, die von den eigenen vor fremden Kindern verteidigt werden müssen. Auch für die Erwachsenen sind Kindheitsträume realisierbar geworden. Baumhäuser haben Konjunktur, wenn auch nur eine kleine, denn Baugenehmigungen sind dafür in Deutschland (leider) selten zu bekommen.
Hersteller "Pear Tree" aus Schottland hat es da im eigenen Land und außerhalb Deutschlands leichter. Bei "Harrodd's" in London kann man solche Häuser kaufen und einen Mustertyp bestaunen. Kunden sind betuchtere Familien, die ihren Kindern ein "Spielzimmer im Baum" einrichten wollen. Aber auch richtige Wohnhäuser für Erwachsene werden von "Pear Tree" gebaut - wie die drei folgenden Fotos beweisen.
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Baumhäuser sind fast so alt wie die Menschheit. In Malaysia leben einige Stämme in Baumhäusern - siehe unteres Foto. Die (ehemaligen) Menschenfresser in Neuguinea waren so dumm auch nicht: Drohte Gefahr, kletterten sie in ihre "Dobbos", zogen die Leitern ein und warteten, bis sich der Feind davongemacht hatte. Captain Cook brachte Ende des 17. Jahrhunderts nach England die Entdeckung mit, daß in Tasmanien die Einwohner in Baumhäusern lebten und sich in Körben hochziehen ließen.
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Das muß wohl solch einen Eindruck gemacht habe, daß schon Mitte des 17. Jahrhunderts nahe "Pitchford Hall" ein Baumhaus gebaut wurde. Was wir hier sehen, ist schon die 2. Generation dieses Baumhauses. Es wurde ca. 100 Jahre später auf demselben Baum errichtet. Und das auch noch im Fachwerkstil.
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Die uralten Sehnsüchte der Menschen, sich in einen Baum zurückzuziehen und damit sozusagen vom Erdboden abzuheben, haben sich die "Touristiker" zunutze gemacht und Baumhäuser an den verschiedensten Stellen der Welt errichtet. Was als "Baumhotel" in aller Munde ist, ist in Wirklichkeit aber nur ein Hotel aus Baumstämmen: "The Ark" im Aberdare Nationalpark in Kenia. Die Inder sind da etliche Schritte weiter bzw. höher gegangen. In Kerala in Südindien wird der Gast mit dem Lift 30 m hochgehivt und gelangt so ganz bequem in seine Behausung in einem tropischen Riesenbaum (Fotos unten links). Eine Leiter ist aber auch vorhanden, denn der Lift könnte ja einmal ausfallen. Da Tiger in Kerala selten sind und diese auch ungern 30 m hoch klettern, um nach Chanel oder Joop duftende Touristen zu verzehren, dürfte die Sicherheitslage befriedigend sein. Der Besuch von Affen hingegen gibt jedem die Gelegenheit, seine Vorfahren dort zu begrüßen, wo wir womöglich alle hergekommen sind: von den Bäumen.
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Wer nicht bis Indien fliegen will, kann sich auch in einem schwedischen Baumhaus einquartieren (Foto oben rechts). Allerdings ist hier der Aufenthalt nur in den Sommermonaten ratsam. Im Winter, wenn der Laubbaum kahl in der Landschaft steht und Sturmböen der Windstärke 10 das Baumhaus bei Temperaturen unter 20° ächzen und beben lassen, wird sich allenfalls ein Extremsportler hierhin verirren.
Hersteller "Pear Tree" baut seine Häuser aus kanadischem Zedernholz. Dieses ist auch über den Holzfachhandel hier in Deutschland zu beziehen. Für das Baumhaus Ihrer Kinder reichen aber auch heimische Holzarten absolut aus. Und der Zimmermeister, an den Sie sich zwecks Errichtung wenden sollten, wird keine Probleme darin sehen, die Träume Ihrer Kinder (und Ihre eigenen?) zu verwirklichen. Dem Heimwerker wird man empfehlen dürfen und müssen, bei Eigenkonstruktionen lieber den stärkeren Balken und das stärkere Brett zu verwenden und lieber einen Holzverbinder zu viel anzuschrauben, als zu wenig.
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