Einbauweise für Arbeitsplatten aus HPL

Küchenarbeitsplatten aus HPL zeichnen sich durch eine sehr hohe Beanspruchbarkeit aus. Ein Hersteller solcher Arbeitsplatten ist Westag & Getalit , dessen Einbauhinweise für Arbeitsplatten aus HPL wir Ihnen hier vorstellen möchten. Westag & Getalit bietet zum Beispiel Küchenarbeitsplatten aus HPL in fast 200 unterschiedlichen Dekoren an. Von Uni-Dekoren, Stein- und Holz-Reproduktionen, über Kacheln oder Metalldesign, bis hin zu Erlebnisdekoren und Tierwelten geht die Produktpalette. Da ist sicherlich für jeden etwas dabei.
 
Was ist HPL?
 
HPL ist die Abkürzung für (englisch) High Pressure Laminate = Hochdrucklaminat (nach EN 438). Dekorschicht aus melaminbeharzten, bedruckten oder durchgefärbten Dekorpapieren, Kern hochfeste, harzgetränkte Kraftpapiere. Die Schicht wird unter hohem Druck und hoher Hitze zu einer homogenen Platte verpresst, die hervorragende Gebrauchseigenschaften hat.
 
So lässt sich HPL sägen
 
Das Sägen ist möglich mit feinzahnigen Handsägen und Tischkreissägen (Sägeblatt für HPLbeschichtete Spanplatten) bei oben liegender Dekorseite. Beim Sägen mit Handkreissägen und Stichsägen ist von der Plattenrückseite zu sägen, da sonst Absplitterungen an der Oberfläche auftreten könnten. Die Schnittkanten anschließend mit Schleifpapier glätten, um Rißbildungen zu vermeiden.
 
Bohren und Fräsen von HPL
 
Das Bohren ist mit Spiralbohrern HSS möglich. Dabei ist auf eine hohe Geschwindigkeit und beim Durchbohren auf das Ansetzen von der Dekorseite her zu achten. Das Fräsen ist mit Werkzeug mit Hartmetallbelag möglich, Spanwinkel 20°.
 
Ausschnitte in HPL-Arbeitsplatten
 
Um Schäden wie z. B. Kerbrisse, Aufquellen durch Feuchtigkeit, zu vermeiden, ist folgendes zu beachten: Alle Ausschnitte nach den Maßangaben des Herstellers ausführen. Ecken sollen stets abgerundet werden. Der Innenradius muß möglichst groß gehalten werden, mindestens 6 mm. Alle Schnittkanten durch Nachschleifen kerbfrei halten. Werkzeuge: Handoberfläche oder Stichsäge, Ecken vorbohren, Radius beachten.
 
Einbau der Arbeitsplatte
 
Vor Montage der Arbeitsplatten müssen die Unterschränke ebenerdig ausgerichtet werden. Es darf kein Absatz beim Aneinanderfügen von Arbeitsplatten entstehen. Geräte und Spülen mittig einbauen, der Abstand zur Spanplatte muß ringsum gleich sein. So werden bei Spülen gleichmäßige Dichtflächen erzielt, um Quellungen auszuschließen und bei Kochmulden außerdem örtliche Überhitzungen zu vermeiden.
 
Abdichten der Arbeitsplatte
 
Feuchtigkeitseinfluß auf die ungeschützte Spanplatte führt zu Quellerscheinungen. Kritische Stellen sind Ausschnitte, Bohrungen, Stoßfugen, Hinterkanten, Schraublöcher. Die erforderlichen Abdichtungsarbeiten sind bei der Endmontage vorzunehmen. Als Abdichtungsmaterialien haben sich Profile und Dichtmassen aus Silikonkautschuk bewährt. Verarbeitung: Abzudichtende Bereiche mit Lösungsmitteln, z.B. Aceton, reinigen, Ränder mit Selbstklebebändern schützen. Durch das Klebeband wird auch eine exakte Raupe ermöglicht. Anschließend ggf. Vorstrich = Primer. Dichtungsmasse hohlraumfrei aufbringen, nachglätten mit Wasser und Netzmittel (Geschirrspülmittel).

Außerdem als Abdichtmaterial geeignet: spezielle Lacksysteme, 2-Komponentenspachtel-massen, Gießharze, geschlossenporige Ausschäumungen. Für Spülen und Rohrdurchführungen, z. B. Armaturen, sind dauerelastische Dichtungen geeignet.
 
Kanten der Arbeitsplatte
 
Für den seitlichen Abschluß kommen Alu-Endschutzleisten (s. Alu-Profile) oder Kanten aus HPL oder GetaForm in Frage. HPL-Kantenstreifen sind aus dem gleichen Material wie Arbeitsplatten-Oberflächen und werden mit Kontaktkleber an die Spanplatte geklebt. GetaForm-Kanten sind aus Polyestermaterial und besitzen eine Schmelzkleberrückseite, so daß sie mit einem heißen Bügeleisen verarbeitet werden können (Einstellung Wolle/Seide). Zur Abdeckung der Oberfläche Papier oder Leinentuch verwenden. Nach dem Abkühlen Ränder mit Stecheisen oder Messer entfernen, dann mit feinkörnigem Papier nachschleifen.
 
Gefräste Eckverbindungen
 
Auf der Unterseite der Arbeitsplatte sind bei 60 cm tiefen Arbeitsplatten 2 Ausfräsungen für Spannelemente erforderlich. Nach erfolgter Fräsung zunächst die beiden Querkanten, die zusammengefügt werden sollen, im mittleren Flächenbereich mit wasserfestem Leim bestreichen, im äußeren Bereich Abdichtmasse, z. B. Silikon, aufbringen. Sollte die Arbeitsplatte im Schnittbereich mit Nuten für Lamellen ausgerüstet sein, sind die Lamellen ebenfalls mit Leim in gleichmäßigen Abständen in die Nut einzusetzen. Beide Arbeitsplattenteile zusammenfügen, Spanner einlegen und festziehen. Aus den Fugen austretendes Dichtmittel sofort auf beiden Seiten der Arbeitsplatten abwischen.
 
Gesägte Eckverbindungen
 
Mit Hilfe einer Alu-Eckverbindungsleiste können 2 Arbeitsplatten im 90°-Winkel befestigt werden, ohne dass spezielle Fräsungen notwendig sind. Auch hier muß vor dem Zusammenfügen Silikon als Dichtungsmasse auf die Querkanten aufgebracht werden. Wie bei den gefrästen Ecken beschrieben, beide Platten über Spanner verbinden.
 
Pflege der Arbeitsplatte
 
Mit Putzlappen oder weichem Schwamm, heißem Wasser oder Reinigungsmittel ohne scheuernde Bestandteile reinigen. Reinigungsmittel restlos entfernen, um Schlierenbildungen zu vermeiden. Bei sehr starken Verschmutzungen organische Lösungsmittel, wie z.B. Aceton, Spiritus, Reinigungsbenzin, benutzen, auf keinen Fall scheuernde oder schleifende Mittel (z. B. Scheuermittel, Stahlwolle) verwenden. Auch keine Poliermittel, Wachse, Möbelputzmittel, Bleichmittel oder säurehaltige Reinigungsmittel anwenden.
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