Schalldämmung von Innenwänden - welche Möglichkeiten gibt es?

Gründe sich über Lärm aufzuregen, gibt es genug: Sei es der Nachbar von nebenan, der beim Musikantenstadl lauthals mitsingt oder einfach nur der Sohnemann, aus dessen Computer Geräusche wie bei einer Invasion der Außerirdischen kommen. Sie möchten und müssen also etwas tun, um den Lärm einzudämmen. Dabei muss unterschieden werden zwischen massiven Innenwänden und leichten Holz- und Metallständerwänden.

Massive Innenwände

Bei der Schalldämmung von massiven Innenwänden gibt es im Prinzip zwei Lösungsmöglichkeiten. Zum einen kann durch das Vorsetzen einer zusätzlichen schweren Mauerwerksschale die Masse erhöht werden. Zum anderen kann eine biegeweiche Vorsatzschale aus Holz- und Metallständerprofilen mit Holzfaser- oder Mineralfaserdämmung angebracht werden.

Durch das Vormauern einer schweren Mauerwerksschale kann das Schalldämmmaß erheblich verbessert werden. Allerdings muss beachtet werden, dass dadurch das Gewicht auf die Decke auch erheblich zunimmt. Es sollte daher immer ein Statiker eingeschaltet werden. In der folgenden Tabelle lässt sich ablesen, wie stark die Schalldämmung verbessert werden kann. In der linken Spalte ist die Masse der bestehenden Innenwand und in Klammern das Schalldämmaß ohne der zusätzlichen Vormauerschale aufgeführt. In den mittleren Spalten sind die Schalldämmmaße nach Einbau einer zusätzlichen Vormauerschale der Rohdichte 1.800 kg / m² zu sehen. Dabei werden verschiedene Dicken angenommen. Die Zahlenwerte sind gültig für eine vollflächig mit Mörtel ausgefüllten Arbeitsfuge zwischen alter und neuer Wand.


Bewertetes Schalldämmmaß von biegesteifen Innenwände mit zusätzlicher schwerer Vormauerschale
Stärke Vormauerschale
(p=1.800 kg/m²)
11,5 cm 17,5 cm 24,0 cm
Masse der bestehenden Innenwand in kg/m² (bestehendes Schalldämmmaß) Bewertetes Schalldämmmaß aus bestehender Wand und neuer Vorsatzschale in dB
100 (36) 49 53 56
200 (44) 52 55 58
300 (49) 55 57 59
400 (52) 57 59 61


Um einiges günstiger und mit keinen oder nur sehr geringen Anforderungen an die Tragfähigkeit an die vorhandene Decke sind biegeweiche Vorsatzschalen ausführbar. Bei einer biegeweichen Vorsatzschale wird der Schalldurchgang durch die Anregung der (Beplankungs-) Masse vermindert. Die Mineralfaser- oder Holzfaserdämmung verhindert dabei die Reflexion der Schallwellen im Hohlraum zwischen Vorsatzschale und bestehender Wand.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Ausführung von biegeweichen Vorsatzschalen zur Verbesserung der Luftschalldämmung von Innenwänden.

Weit verbreitet sind Vorsatzschalen aus Gipskartonplatten, die an Holzständern oder C-Wandprofilen aus Metall befestigt werden. Zwischen den Ständern kommt ein Faserdämmstoff. Die Ständer müssen mindestens einen Abstand von 20 mm zur Wand besitzen und mindestens 50 cm Abstand zueinander haben.

Als Alternative dazu bieten sich sogenannte Verbundplatten aus Gipskartonplatten und Faserdämmstoff an. Diese werden direkt streifen- oder punktförmig an die Wand geklebt. Die Dämmstoffdicke sollte mindestens 40 mm betragen.

Anstelle von Gipskartonplatten können auch Holzwolle-Leichtbauplatten verwendet werden. Diese können als Vorsatzschale an frei stehenden Holzständern befestigt werden. Die Holzständer müssen mindestens einen Abstand von 20 mm von der Wand haben. Der Abstand zwischen zwei Holzständern sollte mindestens 50 cm betragen.

Auch ein Verzicht auf Holzständer ist möglich. In diesem Fall müssen die Holzwolle-Leichtbauplatten mindestens 50 mm stark sein. Um eine Schallübertragung auf die massiven Wände zu verhindern, muss ein Abstand von 30 bis 50 mm eingehalten werden.

Die Verbesserung der Schalldämmung einer massiven Wand durch eine biegeweiche Vorsatzschale stellt sich folgendermaßen dar:

Flächenbezogene Masse der Massivwand Bewertetes Schalldämmmaß
  Ohne Vorsatzschale Mit Vorsatzschale
100 kg/m² 36 dB 49 dB
200 kg/m² 44 dB 50 dB
300 kg/m² 49 dB 54 dB
400 kg/m² 52 dB 56 dB


Innenwände in Trockenbauweise

In Fertighäusern sowieso und häufig auch in massiv gemauerten Häusern findet man leichte Holz- und Metallständerwände. Hier kann die Schalldämmung durch eine zusätzliche Beplankung und / oder eine weitere vorgestellte Trockenbauwand verbessert werden. Welche Möglichkeiten es da gibt, haben wir bereits im Abschnitt "massive Innenwände" erläutert. Bei einer zusätzlichen Schalldämmung von Trockenbauwänden ist eine besondere Sorgfalt notwendig und sollte immer ein Fachmann zu Rate gezogen werden. Nur so kann das gewünschte Maß an Schalldämmung erreicht werden. Dies liegt zum einen daran, dass bei Trockenbauwänden eine große Differenz in der gemessenen Luftschalldämmung von Wänden gleichen Aufbaus und Räumen gleichen Grundrisses innerhalb eines Objekts auftritt. Zum anderen kann sich durch eine unfachgemäße Ausführung (zum Beispiel durch den Einbau von Hohlraumdosen mit nicht ausreichender Hinterfüllung) die Luftschschalldämmung sogar noch verschlechtern.


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