| Kritischer Beitrag unseres Autors Harald Becker - eine Fortsetzungsgeschichte |
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Hat der Autor etwas gegen Architekten? |
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Um es vorweg zu sagen: Ohne Architekten und Bauingenieure geht es heutzutage schon allein aufgrund der
Gesetzeslage nicht mehr. Unsere Vorfahren kamen ohne aus. So manches historische Bauwerk, von Fachwerkhäusern ganz zu schweigen, würde
längst nicht mehr stehen, wenn man sie von den heutzutage ausgebildeten Architekten und Bauingenieuren hätte bauen lassen. Früher
übernahmen Baumeister oder Zimmermeister den Hausbau. Die verließen sich auf etwas ganz Wichtiges, nämlich die Erfahrungen, die sie selbst
gemacht hatten, vor allem aber auch auf die, die ihre Vorfahren an sie weitergegeben hatten.
Das würden unsere heutigen "Baumeister"
sicherlich auch liebend gern tun, aber sie werden mit einer ständig steigenden Flut neuer Baumaterialien und Bauverfahren konfrontiert und
müssen sich durch ein Wahnsinnsgestrüpp von DIN- und anderen Regelwerken kämpfen und sich mit den technischen Beamten in den Baubehörden
herumschlagen, die oft genug Architektur eher verhindern denn fördern. Das ist die eine Seite.
Die andere Seite ist, daß sich
Architekten gerne ein Denkmal setzen. Mit dem Bau eines familienfreundlichen Einfamilienhauses ist nur selten ein "Blumentopp" zu gewinnen,
mit einem "kühnen" Bauwerk aus Stahl und Glas aber schon eher. Da steht dann das neue Museum, die Architekturzeitschriften überschlagen sich,
der Architekt wird geehrt, er darf sich als Avantgardist fühlen. Und nach zehn Jahren rinnt der Regen durch Fensteranschlüsse und Mauerfugen.
Gottlob denken viele - auch junge Architekten - inzwischen um. Der Holzbau ist im Kommen. Nicht mehr repräsentieren in kühlen Räumen
ist angesagt, sondern wohnen mit Behaglichkeit und Komfort. Komfort in dem Sinne, dass das Haus den Bedürfnissen der Familie entgegenkommt,
also der Familie dient - und nicht umgekehrt die Familie sich ein Leben lang mit architektonischen Unzulänglichkeiten und Fehlkonstruktionen
herumärgern muß.
Fazit, diesmal gezogen von der Redaktion dieses Informationsdienstes: Damit Ihnen Ärger erspart bleibt, empfehlen
wir Ihnen, diesen Beitrag durchzulesen. Nicht alles, was Harald Becker schreibt, deckt sich mit unserer Meinung. Manches ist provozierend,
soll es wohl auch. Immerhin spricht der Autor aus seiner Erfahrung als mehrfacher Bauherr. Er bewohnt derzeit sein fünftes Haus und gibt zu,
die meisten Fehler der Vergangenheit nicht mehr gemacht zu haben. Aber eben nur die meisten... |
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Wenn sich der schlechte Geschmack des Bauherrn durchsetzt und der Architekt "ja und Amen" sagt |
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Architekten haben es, wie ich ausdrücklich im vorigen Absatz erklärt habe, nicht leicht. Schon gar nicht mit solchen Bauherren, die unbedingt ihren schlechten Geschmack durchsetzen wollen.
Wenn Ihr Haus auch einmal einen Wiederverkaufswert haben soll, muß der Baukörper so harmonisch wie möglich geformt sein. Wenn die Familie oder der Anspruch an das eigene Wohnumfeld wächst, sind Anbauten ein probates Mittel - aber sie müssen passen. Mit Anbauten befassen sich die meisten Architekten nur ungern; das Thema ist undankbar, die Gebühren gering. |
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Der äußere Eingangsbereich oder: Naß werden und (als Zugabe) die Knochen brechen |
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Am liebsten würde so mancher Architekt liebend gerne auf eine Haustür verzichten, weil diese den schön gestylten Baukörper in seiner Harmonie stört. Aber irgendwie muß der Bauherr ja ins Haus, also muß eine Haustür rein und darüber ein Vordach. Dieses aber möglichst zierlich, um das Gesamtkunstwerk des Baukörpers nicht zu beleidigen.
- Machen Sie das nicht mit! Bestehen Sie auf einem Vordach, unter dem bequem vier Personen stehen können, ohne eingeregnet zu werden. Läßt die Gesamtgröße des Baukörpers auch noch größere Vordächer zu, dann bestehen Sie eben auf einem noch größeren Vordach.
- Lassen Sie sich nicht darauf ein, daß Ihre Briefkastenanlage neben dem Gartentor aufgestellt oder in eine Gartenmauer eingebaut wird. Es ist nicht angenehm, bei Wind und Regen sechs Meter hin und wieder zurück zu laufen, um an die Post zu kommen. Entscheiden Sie sich für einen großen Briefkasten, der mindestens einen Umschlag im Format B 4 aufnehmen kann.
- Verhindern Sie in jedem Fall den Briefkastenschlitz unten in der Haustür. Es sei denn, Sie wollen sich ein Leben lang nach der Zeitung oder der Post bücken.
- Trotz Vordach wird es sich nicht verhindern lassen, dass bei Regen und Sturm die Stufen naß werden. Nasse und dann vereiste Stufen sind eine große Gefahrenquelle. Freitragende Treppen haben auch noch den Brückeneffekt: Das Thermometer steht bei 5°, aber der Beton und die Stufenplatte sind noch eiskalt. Es ist noch Glatteis vorhanden, mit dem keiner gerechnet hat. Mit einer relativ preiswerten "Fußbodenheizung", also Elektrodrähten im Mörtel unter den Stufen, leben Sie und Ihre Besucher sicherer. Merkwürdigerweise denken nur wenige Architekten an diese Kleinigkeit.
- Verwenden Sie nur aufgerauhten Naturstein als Oberbelag Ihrer Hauseingangstreppe, denn er bietet ein Höchstmaß an Rutschsicherheit.
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Der innere Eingangsbereich oder: Wohin mit Schuhen und Mänteln? |
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Hochherrschaftliche Häuser hatten früher einen großen Vorraum. Kam Besuch, half das Dienstmädchen den "Herrschaften" aus Mantel und Galoschen, den Überschuhen also. Die Besucher betraten somit auch bei größtem Sauwetter mit sauberen Schuhen die Wohnräume. Solche Häuser können sich heute nur noch wenige leisten. Teure Grundstücke zwingen zu immer kleineren Grundrissen, der Vorraum mutierte zu einem kleinen Vorflur, dem Windfang. Dahinter kommt dann ein kleiner Flur mit einer kleinen Garderobe und den unsäglich häßlichen Schuhschränken. Wer das moderne deutsche Durchschnittshaus kennt und oft die Familien darin besucht hat, wird immer wieder dieselbe Feststellung machen: Schuhe liegen herum, die Jacken und Mantel bilden dicke Trauben. Eine Familie mit zwei Kindern muß, da nur vier Monate Sommer ist, mindestens drei Paar Schuhe pro Kind bereit halten: Für Normalwetter, für Schlechtwetter, für den Sport. Und bekommen Ihre zwei Kinder gar Besuch von vier anderen Kindern, müßte Sie eigentlich schnell anbauen, um Schuhe und Bekleidung unterzubringen.
Architekten kennen dieses Problem nicht, sie haben offenbar alle keine Kinder.
- Bestehen Sie auf Einbauschuhschränken rechts oder links oder an beiden Seiten neben der Eingangstür. Die Schränke müssen mindestens zwanzig Paar Schuhe aufnehmen können. Verzichten Sie lieber auf die unsägliche Gäste-Toilette neben der Eingangstür.
- Bestehen Sie auf einem großen Garderobenschrank, in den Sie mindestens zehn Mäntel hängen können. Zu einem Schrank gehören Türen. Sind diese geschlossen, sieht Ihr Flur aufgeräumt und größer aus, als das bei den üblichen offenen Dielenmöbeln der Fall ist.
- Pfeifen Sie auf edle Böden aus Marmor oder Bodenkeramik im Vorflur. Hier neigen Architekten dazu, einen hellen Naturstein- oder Fliesenbelag zu wählen. Einmal, um die Raumwirkung zu vergrößern. Zum anderen wegen der einheitlichen Optik. Lassen Sie hier eine Sauberkeitszone einrichten.
Spezielle Schmutzfangmatten, in einen Profilrahmen eingelassen, sind nicht edel, aber effektiv. So bleibt wenigstens ein Teil des Straßendrecks
draußen. Die Profilsohlen der allgemein beliebten Freizeitschuhe tragen sowieso schon genügend Steinchen ins Haus, um Fliesen, Parkett und Naturstein
zu verschrammen.
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Das Gäste-WC oder: Lebenslange Geräusch- und Geruchsbelästigung |
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Wer Hochschullehrer für Architektur werden will, der habilitiert sich mit erhabenen Themen wie "Die Winddruckbelastung an
Glasfassaden unter besonderer Berücksichtung dauerelastischer Ankersysteme". Mit einem Thema wie "Die geruchs- und geräuschfreie Gäste-Toilette"
wird man nicht Professor, sondern allenfalls eine Lachnummer. Mit solchen Dingen gibt sich der Herr Hochschullehrer nicht ab und der Student auch
nicht. Und der Architekt, der ein Einfamilienhaus plant, auch nicht oder nur notgedrungen-ungern. Also baut man das Gäste-WC neben die
Hauseingangstür, die Entlüftung soll über das kleine Fensterchen erfolgen, das meistens in Dauerkippstellung steht und auch noch vergittert ist - so,
als ob die Einbrecher nichts lieber täten, als sich durch ein Scheißhausfensterchen zu zwängen.
Nun kommt also der Briefträger oder sogar
wichtiger Besuch und er wird mit Geräuschen empfangen. Im besten Fall von der Klosettspülung, im ungünstigsten Fall aufgrund der Verdauung von
Hülsenfrüchten. Und schön miefen tut es auch noch, denn das Lüftungsfensterchen befördert den Mief keineswegs nach außen, sondern begünstigt eine
Verflüchtigung nach innen. Da steht nun der Gast - eingenebelt oder dem Pillergeräusch von Klein-Erna ausgesetzt, denn Mädchen/Damen haben die
anatomisch unabänderbare Neigung, den Wasserstrahl direkt in das stehende Wasser des WC-Beckens zu richten. Das WC-Becken ist jedoch auch ein
Resonanzkörper, das kleine Räumchen ebenfalls. Und so bekommt man eben alles mit, nicht selten bis in die sogenannte Eßecke.
Verlegen Sie
also, den Planungen Ihres Architekten zum Trotz, das Gäste-WC lieber in eine entlegenere Ecke Ihres Hauses oder in ein oberes Geschoss. Eine Toilette
ohne Fenster ist die schlechteste nicht, w e n n im unteren Teil der Tür ein Gitter eingebaut wurde für Zuluft und wenn ein großer Abluftschacht
eingebaut wurde, der mit einem leistungsstarken Ventilator ausgestattet ist. Der darf ruhig surren - das überdeckt Toilettengeräusche! Und er soll
auch sofort anspringen, wenn jemand die Tür zum "Häuserl" öffnet. Jedenfalls ist nur so ein optimaler "Kamineffekt" zu erzielen, durch den die
"belastete" Luft entsorgt wird.
Die hygienischen Verhältnisse unserer Vorfahren waren katastrophal. Man kannte eben noch nicht den
Zusammenhang zwischen Hygiene und Pest oder Cholera. So dumm waren unsere Vorfahren aber auch wieder nicht, als dass sie sich freiwillig Geruchs-
und Geräuschsbelästigungen ausgesetzt hätten. Die alten Ritter hatten irgendwo an den Wehrgang (und keineswegs neben dem Empfangs- oder Eßsaal!) ein
"Häuserl" angebaut. Dort hockte man und schiß 20 m tief in den Burggraben. Unten hat es dann gestunken, dort oben nicht. Und auch der Bauer aus dem
hintersten Alptal war nicht so dumm, das "Häuserl" in sein Gebäude zu integrieren. Er stellte es weit ab auf dem Hof auf, nicht selten neben dem
Misthaufen. So hielt er sein Haus relativ geruchsfrei und im Haus bekam auch keiner mit, wenn es in dem Häuschen mit Herz "donnerte".
Selbst
die Wohnungen in den berüchtigten Mietskasernen, wie sie ab 1880 in den Industriestädten entstanden, waren weitgehend frei von den geschilderten
Belästigungen. Das Gemeinschafts-WC für die Mietparteien befand sich nämlich im Treppenhaus. In dem Kabuff hing, bedingt durch den Dauerbetrieb,
natürlich ein Dauerschwaden, die Wohnung selbst aber war "stubenrein".
Immerhin gibt es auch Lösungen, die zumindest die Geruchsbelästigung
beim Gäste-WC oder bei einem innenliegenden WC verhindern, nämlich durch Einbau einer Abluft-Toilette, die seit 1996 angeboten wird, von denen aber
Architekten bisher kaum Kenntnis genommen haben. |
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Die (offene) Küche oder: Wie man Küchendunst im ganzen Haus verteilt |
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Das sog. Patrizierhaus respektive die Fabrikantenvilla um 1900, erst recht die Schlösser hochnotabler Fürsten und Herzöge, hatten natürlich eine Küche, die die Standardküche unserer Zeit um ein Mehrfaches an Raumgröße übertraf. Solche Riesenküchen braucht man heute auch in Villenhaushalten nicht mehr dank moderner Küchentechnik. Küchen wurden anno dazumal im Keller untergebracht oder im Souterrain, dem Zwischengeschoß zwischen Keller und "Hochparterre". Die Dünste wurden abgeführt durch ganz normale Kellerfenster, wobei die guten Baumeister schon darauf achteten, dass sich die Fenster nicht unter dem Salon oder zur Gartenterrasse hinaus befanden und die "Kochdüfte" damit nicht ausgerechnet die hohen Herrschaften belästigten. Die Speisen wurden durch einen Speisenaufzug aus dem Keller hochbefördert; solche Aufzüge sind in manchen alten Gebäuden auch heute noch in Betrieb.
Natürlich weiß auch der Autor, dass solch große Häuser heute nur noch in Ausnahmefällen gebaut werden können. Es gibt genügend Leute, die es bezahlen könnten - aber es gibt zu wenig Grund und Boden. Geld kann sich vermehren, Grund und Boden aber nicht. Man muß also mit kleineren und immer kleineren Grundstücken auskommen. 260 qm Grund für ein Reiheneigenheim gilt fast schon als großes Grundstück..
Die Architekten befinden sich in einer Zwangslage. Der Bauherr erwartet von ihnen, dass sie auch auf kleinster Grundfläche einen "großzügigen" Grundriß verwirklichen. Das geht natürlich nicht, wenn man diese kleine Grundfläche in Einzelzimmer für Küche, Eßraum und Wohnzimmer aufteilt. Folglich werden Eß- und Wohnraum allenthalben miteinander verbunden. Das ist die schlechteste Lösung nicht, wie ich noch ausführen werde.
Wenn aber auch noch die Küche mit dem Wohn-/Eßraum eine Einheit bildet, beginnen die Probleme. Wenn die Baugesellschaften und Fertighaushersteller diese architektonische Situation für Werbezwecke darstellen, sieht das wunderbar aus. Eine Fotomodell-Familie sitzt am Tisch, die Fotomodell-Hausfrau werkelt in der Küche. Und im Hintergrund grünt der Garten, der in Wirklichkeit noch ein Erdhaufen ist und mittels moderner Bildbearbeitung schon so dargestellt wird, wie er in drei bis fünf Jahren einmal sein wird.
Was man auf den Werbefotos nicht sieht:
- Die Dunstabzugshauben auch der sog. Markenküchen können die feuchte- und fettbelasteten Kochschwaden nur in geringem Maße abführen, selbst dann nicht, wenn ein ausreichend dimensioniertes Abzugsrohr mit Entlüftung über das Dach eingebaut wurde. Dies gilt jedenfalls für Haushalte, in denen mehr als ein Fertiggericht für Singles "zubereitet" wird. Generell ist der sog. Dunstabzug Schwachstelle jeder Einbauküche, zumal die Hausbewohner in der Regel die Filtermatten viel zu selten wechseln.
- Die Gerüche verteilen sich im ganzen Erdgeschoß, schlimmstenfalls vermischen sie sich auch noch mit den Gerüchen vom Gäste-WC, dem wir ja ein eigenes, drastisches Kapitel gewidmet haben.
- Wenn in einer Küche richtig gekocht wird, kann sie nicht gleichzeitig werbewirksam wie geleckt aussehen. Die offene Küche bietet also, wenn sie in Gebrauch ist, optisch einen ungünstigen und sensorisch einen unangenehmen Eindruck.
- Architekten planen gerne offene Küchen ein mit dem Argument, dass sich sonst die Hausfrau "abgesperrt" fühlt und nicht mehr die "Situation" im
Wohnzimmer überblicken kann. Nun, wie wäre es dann mit einer Tür mit Glasfüllung "auf halber Höhe", wenn tatsächlich die Gefahr besteht, dass jemand,
der nicht unter Beobachtung steht, die Wohnzimmersessel zerlegt?
Überlegenswert: Garage "unter Tage", darüber die Küche - oder den Altbau-Anbau als Küche nutzen
Verzichten Sie auf die offene Küche! Fordern Sie Ihren
Architekten heraus, dennoch eine gewisse Offenheit und Helligkeit zu gewährleisten - beispielsweise durch Mauerwerk aus Glasbausteinen oder durch
Holzrahmenkonstruktionen mit undurchsichtigem Sicherheitsglas. Bestehen Sie auf einer wirksamen Belüftung - nicht durch Fensterbelüftung oder durch
die unselige Dunstabzugshaube, sondern durch ein elektronisch zu steuerndes Belüftungssystem.
Damit ist jedoch noch nicht das Hauptproblem
gelöst. Und das liegt darin, dass Deutschlands Küchen fast allen Hausfrauen zu klein sind. Und wenn sich nicht die "einsame" Hausfrau, sondern die
Partner einer Ehe oder Lebensgemeinschaft gemeinsam in der Küche aufhalten, weil sie gemeinsam kochen wollen, dann ist Zoff die Folge. Daran ändert
auch nichts, wenn es sich um eine "Landhausküche" handelt, die 20.000 € gekostet hat. Neun Quadratmeter für eine Küche ist viel zu wenig, zwölf
Quadratmeter immer noch zu wenig, ab fünfzehn Quadratmeter kann man, darin sind sich Experten einig, erst von einer Traumküche sprechen, egal, welche
Küchenmöbel darin eingebaut sind.
Stellen Sie sich vor, wieviel Raum Sie für Wohnen, Leben und Essen gewinnen würden, wenn die Küche nicht im
Erdgeschoß wäre. Oder anders herum gefragt: Stellen Sie sich vor, wieviel Wohnraum im Erdgeschoß verloren geht, weil Sie genau hier eine zwanzig
Quadratmeter große Küche haben wollen?
Wohin also mit der Küche, wenn man sie einerseits groß und andererseits aus den geschilderten Gründen
nicht im Erdgeschoß haben will? Die Antwort kann nur lauten, auch wenn ein Aufschrei durch die Büros aller Vorratseigenheimerbauer und Architekten
gehen wird: In den Keller o d e r dahin, wo sonst die Garage an das Haus "gepappt" wird, was natürlich bei einer Reihenhausbebauung nicht
möglich sein wird.
Der Keller wäre ein sinnvoller Ort, zumal man inzwischen davon abgekommen ist, Kellerbars einzurichten und auch
Fitnessräume im Keller eher eine Alibifunktion haben. Jedenfalls werden sie in den allermeisten Fällen genauso wenig genutzt, wie die Sauna im
Keller. Aber natürlich weiß der Autor, dass sich keine Hausfrau in den Keller "verbannen" läßt. Da würde sie sich degradiert und isoliert fühlen.
Also bleibt bei Häusern mit kleinen Grundrissen nur noch der Platz, wo sich üblicherweise die Garage an das Haus anlehnt. Bekanntermaßen kann
man ja einen PKW unterhalb der Kellerdecke abstellen. Die Auffahrt muß dann eben abgeböscht und im Winter muß auch mal gestreut werden, aber das ist
nichts im Vergleich zu den Vorteilen des Raumgewinns, den man über der Kellergarage für die Küche gewinnen würde.
Bei Altbauten findet man
sehr häufig Anbauten, die zigarrenkistenartig in den Garten hineingebaut wurden - ohne je eine Baubehörde gefragt zu haben. Baupysikalisch und
architektonisch sind diese Anbauten, häufig in den Jahren der Wohnungsnot gebaut und behördlich stillschweigend geduldet, eine Katastrophe. Die
"Aftermieter", so nannte man vor 80 Jahren die Mieter solcher Hinterhäuser, sind inzwischen längst ausgezogen, der Anbau meistens zu einer
Rumpelkammer verkommen. Machen Sie daraus eine Küche und keinen Tischtennisraum. |
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Der "Eßplatz" oder: Wie man Familien in die Ecke pfercht |
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Das schon mehrfach erwähnte hochherrschaftliche Haus der Jahrhundertwende hatte natürlich ein Eßzimmer, ebenso die großen
Stadtwohnungen in Berlin oder Wien. Auch wer in den 30-er Jahren bauen konnte, da Geld vorhanden, baute sich in sein Einfamilienhaus ein Eßzimmer
ein. Die Bauherren, die am Wirtschaftswunder der 50-er und 60-er Jahre partizipiert hatten, natürlich ebenso. Der Rest der Menschheit mußte sich mit
einer Wohnküche begnügen. Möglicherweise ist die Möbelindustrie dran schuld, die seit Jahr und Tag Eßzimmermöbel propagiert, dass unsere Architekten
und Bauherren zu der Überzeugung kamen: Ohne Eßzimmer geht es nicht.
Aber was heißt "Zimmer"? Immer noch ist das Eßzimmer in der Mehrzahl
eine Eßnische, in manchen Bauplänen entlarvend als "Eßplatz" eingetragen. In einem Eßzimmer nahmen früher acht bis zwölf Personen Platz - schon
allein, weil die Familien viel größer waren. Heute reduziert sich ein "Eßzimmer" mehrheitlich auf eine Nische, in der ein Tisch für vier Personen
Platz hat. Der Tisch hat zwar Platz, nicht aber diejenigen, die dran sitzen. Mit dem Stuhlrücken dicht an der Wand, Gedränge inbegriffen, wenn jemand
die seitlichen oder hinteren Plätze einnehmen oder verlassen will.
Die Lösung kann nur sein, einen Raum als kombinierten Wohn- und Eßraum zu
konzipieren, was natürlich eine entsprechende Raumtiefe voraussetzt. Wer diese nicht hat, muß in seiner "Eßnische" verbleiben oder sich Gedanken
darüber machen, ob er nicht einen Wintergarten anbauen sollte, den er dann auch als Eßzimmer nutzen kann. Das Eßzimmer in einem angebauten Erker
unterzubringen, löst das Problem nicht. Erker können sehr reizvoll sein und etwa als kleine Bibliothek ausgestattet werden. Ein richtiges Eßzimmer
kann aus Platzgründen dann doch wieder nicht draus werden - allenfalls wird daraus der von mir schon geschmähte "Eßplatz". |
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Die niedrigen Kellerdecken - oder wie man sich völlig unsinnigerweise Probleme ins Haus holt |
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Keller in Wohnhäusern haben eine Höhe von durchschnittlich 215 cm. Diese "tolle" Tradition hat sich seit Jahrzehnten gehalten - und keiner weiß warum. Dieser völlige Blödsinn wird nach wie vor an unseren Technischen Hochschulen und Fachhochschulen als Credo verkündet und wahrscheinlich gibt es auch eine entsprechende unsägliche DIN-Norm. Ich weiß es nicht, ich bin ja nur leidgeprüfter mehrfacher Bauherr.
Nun sind die Menschen größer geworden. Das haben alle bemerkt, nur die Architekten nicht und auch nicht die Hersteller von Fertig- oder Montagekellern. Auch deren Söhne werden 1,91 oder 198 m groß, aber die Kellerdecken bleiben niedrig. Denn der Keller ist ja nur, so die Lehrmeinung, ein Zweckraum. Und die Bauordnung erklärt denn auch, dass aus diesen und jenen Gründen ein Keller auch kein Wohnraum sein dürfe.
Um einen Keller als Wohnraum nutzen zu dürfen, muß er zum ständigen Aufenthalt geeignet sein. Welche Zimmerhöhe dafür ausreichend ist wird in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich beurteilt. In Baden-Württemberg genügt eine Raumhöhe von 2,30 m, die Berliner benötigen einen Keller von 2,50 m Höhe, um darin wohnen zu dürfen und in Nordrhein-Westfalen herrscht ein gesundes Mittelmaß von 2,40 m. Dort läßt sich aber mit etwas Verhandlungsgeschick eine geringere Bauhöhe durchsetzen, wenn man dem Beamten glaubhaft versichern kann, dass gegen die Benutzung keine Bedenken bestehen. Die genauen Zahlen finden Sie in den Landesbauordnungen des jeweiligen Bundeslandes unter dem Stichwort "Aufenthaltsräume".
Ja, wenn man ihn nicht von vornherein für Wohn- oder Teilwohnzwecke ausbaut bzw. die entsprechende spätere Nutzung nicht von vornherein mit einplant, dann bleibt ein Keller halt nur ein Primitivbauwerk zwecks Unterbringung von Heizung, Waschmaschine und Kartoffeln.
Trotz dieser geradezu dämlichen Höhenverhältnisse nutzen fast alle Hausbesitzer früher oder später den Keller für Wohn- oder wohnähnliche Zwecke: Als Büroraum, zum Einbau einer Sauna, als Partyraum oder, dem Trend der Zeit entsprechend, als Wellnessbereich. Wer mehr als 185 cm groß ist, darf dann aber nicht aus Fitnessgründen mit den Armen über dem Kopf kreisen, sonst verletzt er sich an der Hand.
Die geringe Raumhöhe verhindert, dass nachträglich Warmwasserfußbodenheizungen verlegt und die Böden wärmegedämmt werden können, was unter einer Aufbauhöhe von 10 cm nicht sinnvoll zu machen ist. Beleuchtungskörper können außerdem nicht in der Raummitte, sondern nur an den Ecken von Wand und Decke eingebaut werden. Will man einen Büroraum mit Tageslicht einrichten, muß man das Erdreich abböschen, um anstelle der unsäglichen vergitterten Kellerfensterchen richtige Fenster einzubauen. Das aber geht wiederum nur, wenn das Mauerwerk aufgestemmt wird.
Wenn Sie neu bauen, bestehen Sie auf
- einer Raumhöhe wie bei normalen Zimmern. Das bedeutet zwar, dass tiefer ausgeschachtet werden muß, aber die Mehrkosten auch für das höhere Mauerwerk bzw. die höhere Fertigteilwand sind insgesamt gering.
- möglichst großen Kellerschächten, die aus Beton- oder Kunststoff - Fertigteilen bestehen können. Bauen Sie gleich große Fenster ein, damit man
wenigstens etwas mehr Naturlicht im Keller hat und für spätere Ausbauzwecke gewappnet ist.
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Fast immer vernachlässigt: Hausarbeitsraum und Kinderzimmer |
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Ein heikles Kapitel - auch dieses mal. Und eines, bei dem nicht auf die Architekten eingedroschen werden soll, denn diese können keine dehnbaren Häuser bauen. Um es zunächst einmal auf den Punkt zu bringen: Kinderzimmer sind fast immer zu klein. Und Hausarbeitsräume werden oft nicht eingeplant - und wenn, dann in den Keller gelegt.
Wie groß ist die durchschnittliche Mietwohnung? Um die 70 qm! Das muß/soll ausreichen für die moderne (kinderlose) Partnerschaft. Kommt ein Kind oder zwei Kinder (dann doch) dazu, bemüht sich die Familie um eine 90 qm-Wohnung - oder baut selbst. Das eigene Haus mit 120 qm erscheint einem dann als geradezu großzügig. Ist es natürlich nicht, jedenfalls nicht für zwei Kinder und nicht, wenn der Hausfrau/dem Hausmann (oder beiden) auch noch ein Hausarbeitsraum zugestanden werden soll. Vom Heimbüro ganz zu schweigen.
Generell ist es wichtiger, einen vernünftig großen Hausarbeitsraum einzurichten, als eine Sauna mit Ruhezone. Wie oft benutzt man diese - und wie oft benutzt man einen Hausarbeitsraum? Der Hausarbeitsraum sollte nur dann in den Keller gelegt werden, wenn es nicht anders geht - sofern der Keller ausreichende Raumhöhe hat und in den Raum richtige Fenster mit Abböschung zum Garten eingebaut wurden. Sonst kriegen diejenigen, die im Hausarbeitsraum arbeiten, Depressionen. Lesen Sie bitte dazu auch meine Meinung über den Kellerbau. Besser ist natürlich ein Hausarbeitsraum im Wohnbereich und eine Größe von 12 qm sollte er schon haben.
12 qm? Das ist in vielen Mietwohnungen die Größe eines Kinderzimmers. In solch einem Raum kann sich kein Kind entfalten - 16 qm sollten das absolute Minimum sein. Leider achten die Bauherren mehr auf die Größe ihres Wohnbereichs, als auf die der Kinderzimmer. Die Doppelbelegung solcher Zimmer ist gang und gäbe - weil es eben baulich und/oder finanziell nichts anders geht. Es lebe das Ikea-Etagenbett. Sehr schnell aber werden aus Sechsjährigen Vierzehnjährige, die ins Knutsch- und Sexalter kommen. Wenn die Jugend ihren Sex nicht spannungsfrei im eigenen Zimmer erleben darf - wo denn sonst? Soll Ihre 15-jährige Tochter, die garantiert schon Sex hatte, ein Hotelzimmer mieten?
Sie müssen nicht nur ein Haus, sondern auch die Zahl der Kinder planen. Bei zwei Kindern und 16 qm für jedes Zimmer plus separatem Bad nähern Sie sich der 50 qm-"Grenze". Und das ist genau die Durchschnittsgröße von Appartements, in denen sich zwei Personen "für den Anfang" einmieten.
Sie müssen sich also nicht von schönen Grundrissen blenden lassen, sondern genau diese Problematik im Auge behalten. Kinder sind extrem teuer, jedenfalls dann, wenn deren Entfaltungsmöglichkeiten im elterlichen Haus großzügiger bemessen werden sollen. Das Paradoxum ist dabei, dass Sie Ihr Haus auch für Ihre Kinder bauen - die dieses aber durchschnittlich nur 15 Jahre nutzen. Die Eltern ziehen ein ins eigene "Heim", wenn die Kinder 5 oder 6 Jahre alt sind. Und mit 20 ziehen die Kinder aus, weil sie studieren, beruflich in anderen Städten arbeiten usw.
Es gilt also für Sie a u c h, eine Vorplanung für die Zeit nach den Kindern zu treffen. Was tun mit den 32 und mehr Quadratmetern? Auf ewig konservieren, falls die "Kinder" doch mal auf Besuch kommen. Soll es geben - ist aber unsinnig. Besprechen Sie also mit Ihrem Architekten:
- Ob Sie und wie Sie später aus den Kinderzimmern ein Appartement machen können, das sich vermieten läßt. Denken Sie daran: Ihre Rente wird immer geringer werden! Eine Miete zusätzlich ist also meistens durchaus willkommen.
- Falls Sie das nicht wollen, sollten die Kinderzimmer so gelegt werden, dass die Wände abgebaut und aus Bad und Kinderzimmer(n) ein großes Bad mit Wellnessbereich eingerichtet werden kann. Auch Sie gehören zu den Deutschen, die "immer älter" werden. Und Sie brauchen irgendwann wahrscheinlich ein behindertengerechtes Bad mit viel mehr Platz.
- Falls zwei Kinderzimmer nebeneinander liegen, sollten diese später zu einem Großraum zusammengelegt werden können. Stellen Sie sich vor, Sie sind
55 Jahre alt geworden, Ihre Kinder sind aus dem Haus und Sie können sich endlich eine eigene Bibliothek, ein großes Heimbüro oder einen 32 qm großen
"Saal" für ein gemeinsames Atelier der Eheleute gönnen. Wenn Sie pensioniert worden sind, brauchen Sie eine sinnvolle Beschäftigung. Und für diese
Beschäftigung meistens auch einen Raum.
Habe ich noch etwas vergessen? Ja! Unsere Sommer werden immer heißer. Die oftmals
unter dem Dachgeschoß eingerichteten Kinderzimmer werden zu Brutkästen. Gedämmt wird in Deutschland gegen Kälte, nicht gegen Hitze. Lassen Sie also
wenigstens im Dachgeschoß eine Klimaanlage einbauen. Das ist billiger als Sie denken. Und Ihre Kinder werden nicht gegrillt. |
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Müssen Garagen die Landschaft verschandeln? |
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Die deutsche Familie oder Lebensgemeinschaft hat mindestens zwei Autos, jedenfalls dann, wenn beide berufstätig sind. Das hat zur Folge, dass in den Städten auch nachts akute Parknot herrscht, denn Garagen sind Mangelware und oft - wenn überhaupt - in irgendwelche Hinterhöfe hineingebaut. In den Siedlungsgebieten der Vorstädte, wo Reihenhausbebauung vorherrscht, gibt es trostlose Garagenhöfe oder als Randbebauung ebenso öde Garagenzeilen. Die einzigen, die diesen Gebäuden einen gewissen Reiz abgewinnen können, sind Jungen, die hier Fußball spielen und mit jedem Torschuß die Garagentüren zum Klingen bringen.
Auf dem Lande ist die Situation entspannter, hier hat denn auch jedes Einfamilienhaus eine Garage oder mindestens einen Carport. Doch auch auf dem Land sind die Grundstücke teuer; nicht jeder kann sich eine Doppelgarage leisten. Man ist ja schließlich nicht in den USA, wo (jedenfalls außerhalb der Großstädte) ausreichend preiswertes Bauland zur Verfügung steht und die Dreier-Garage selbstverständlich ist. Darin parken die PKW's von Mum and Dad und als Statussymbol der Allrad-Geländewagen.
Die Masse der US-Doppel- oder Dreiergaragen ist mit der Masse unserer Doppelgaragen nicht zu vergleichen. Dreiergaragen gibt es bei uns so gut wie überhaupt nicht. Die US-Garagen sehen optisch wesentlich besser aus. Oft ist über den Garagen noch ausgebauter Raum, der als Atelier, Werkstatt oder als Wohnung des Hauspersonals genutzt wird.
Die deutsche Standard-Fertiggarage aus Beton ist zweckmässig, aber sie ist auch potthäßlich. Die Hersteller bieten zwar auch gefälligere Ausführungen an, etwa mit Steildach, aber sie kosten mehr und werden selten gekauft. So bleibt es denn meistens bei den Zigarrenkisten, die allenfalls dadurch verschönt werden, dass die Garagentore farbig lackiert oder mehr oder weniger gekonnt bemalt sind.
Garagen-Tipps, über die man nachdenken kann
Wenn Sie ein Haus bauen und an dieses Haus eine Garage, so möchte ich Ihnen einige Ratschläge geben, die sich bei mir von mal zu mal herausgebildet haben, denn ich habe in meinem Leben mehrfach ein neues Haus für meine Familie gebaut:
- Wenn rechts oder links neben Ihrem Haus noch etwas Platz ist, so setzen Sie die Einzelgarage n i c h t direkt an das Haus. Verabreichen Sie ihrer Garage dieselbe Dachform und dieselbe Art der Fassade, die auch Ihr Haus hat. Ein Steildach auf einer Garage bietet viel Stauraum!
- Überlegen Sie sich, ob Sie die Garage nicht sowieso unter Flur legen und den Platz über der "
Tiefgarage" für eine Werkstatt oder ein Gerätehaus nutzen sollten. Erinnern Sie sich an den Absatz über Küchen? Warum eigentlich könnte über der "Tiefgarage" nicht auch die Küche liegen oder der Hausarbeitsraum?
- Sollte es bei der Standardausführung bleiben, so verlängern Sie die Bodenplatte der Garage nach hinten in den Garten hinein. Hierauf können Sie, ein richtiges Fundament vorausgesetzt, dann später einen kleinen Anbau setzen, in dem Sie all das lagern, was im Garten gebraucht wird - Winterquartier für Gartenmöbel inbegriffen.
- Sollte der Bau einer
Doppelgarage möglich sein, empfehle ich zur Nachahmung die Variante, die ich für mein jetziges Wohnhaus gefunden habe: Die äußere (gemauerte) Garagenwand wurde noch fünf Meter tief in den Garten gezogen, das Garagendach entsprechend verlängert, wobei an der mauerlosen Ecke ein Stahlstütze als Auflager des Daches eingebaut wurde. Der so entstandene überdachte Freisitz ist inzwischen zu einem großen Wintergarten mutiert.
- Wenn die Grundfläche Ihres Hauses klein ist, ist der Keller zwangsläufig ebenfalls klein. Nutzen Sie also die Fläche u n t e r Ihrer Garage als zusätzlichen Kellerraum. Eine ostdeutsche Firma bietet diese Variante in Systembauweise, Wendeltreppe in den Keller inklusive.
- Bleibt keine andere Wahl, als die Garage direkt an die Hauswand zu bauen, so wählen Sie kein Flachdach, sondern ein Pultdach. Das hat drei Vorteile: Das Wasser kann ablaufen, die Garage sieht schöner aus und Sie gewinnen wieder Stauraum. Der Raum unter der Dachschräge eignet sich wunderbar zur Unterbringung einer langen Gartenleiter.
- Bauen Sie kein
Schwingtor ein. Erstens pfeift der Wind durch. Zweitens scheppert das Tor beim Öffnen und Schließen (der Nachbar weiß dann immer, wann Sie nach Hause gekommen sind). Wählen Sie stattdessen ein Sektionaltor, dass es auch in wärmegedämmter Ausführung gibt. Sie laufen dann auch nicht wie beim Schwingtor Gefahr, dass die Tür gegen irgendwelche Gegenstände stößt, die vor der Garage stehen.
- Von
Doppelparker-Garagen, in denen zwei PKW's auf einem hydraulikbetriebenen Kippgestell untergebracht sind, halte ich (aus Erfahrung) nichts. Das Manövrieren ist kompliziert. Wenn man es eilig hat, nervt es gewaltig, bis der eigene Wagen ausfahrbereit ist. Und einen Wartungsvertrag müssen Sie auch noch abschließen - also: nee!
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