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Von Wasseradern und Rutengängern

Die Rutengänger haben sich für ihr Betätigungsfeld eine wissenschaftliche Bezeichnung zugelegt: Radiästhesie. Das heißt aber nicht, dass das Rutengehen zum Zwecke des Aufspürens von Wasseradern wissenschaftlich anerkannt ist - auch wenn die Rutengänger und nicht wenige Baubiologen davon ausgehen, dass Wasseradern Erdstrahlen erzeugen, die sich schädlich auf die Gesundheit des Menschen auswirken (können). Liegen unter einem Baugrund Wasseradern, so soll entweder gar kein Haus darauf errichtet werden oder es soll zumindest das Schlafzimmer so eingeplant werden, dass die Erdstrahlen nicht direkt unter das Bett gelangen. Unsinn oder nicht? In diesen Streit können wir uns nicht einmischen, wohl aber darstellen, wie die Radiästhesie vonstatten geht.

Radiästhesie ist die Wahrnehmung von Strahlen und Störzonen wie unterirdischen Wasserläufen, Erzadern, Erdverwerfungen, geomantischen Zonen und auch Elektrosmog.
Als Hilfsmittel dienten auch schon vor tausenden von Jahren Wünschelrute und Pendel. Das eigentliche Messinstrument ist der Mensch. Rute und Pendel sind dabei lediglich die
"Zeiger" - sie machen für jedermann sichtbar, wo der Körper durch feinste Muskelanspannungen reagiert. Der Körper reagiert zum Beispiel auf einen Luftzug oder ein unerwartetes Geräusch. Eine Reaktion wird aber auch ausgelöst, wenn der Rutengänger sich in ein durch Strahlung belastetes Gebiet begibt. Um einwandfreie Ergebnisse zu erzielen, braucht der Rutengänger daher absolute Ruhe.

Wasseradern als Ursache der Strahlung



Eine sehr große Strahlung geben Wasseradern ab, wobei noch nicht eindeutig geklärt ist, wodurch die Strahlung eigentlich verursacht wird. Wasseradern sind vereinfacht gesagt unterirdische Wasserläufe, die durch das Versickern von Regenwasser entstehen. Dabei durchläuft das Wasser verschiedene Gesteinsschichten. Es entsteht eine Reibung, die möglicherweise die Ursache der Strahlung ist. Wasseradern sollen eine ganze Reihe von gesundheitlichen Beschwerden wie Schlafstörungen, dauerhafte Müdigkeit, Muskelverspannungen im Bereich der Wirbelsäule sowie Gelenk- und Kopfschmerzen hervorrufen. Ist der Betroffene längere Zeit der Strahlung ausgesetzt, sollen sogar chronische Erkrankungen wie erhöhter Blutdruck, Gicht oder Rheuma drohen, sagen jedenfalls die Radiästheten.

Erdverwerfungen oder Gesteinsbrüche als Ursache der Strahlung



Sehr häufig brechen unterirdische Hohlräume ein und es rutschen von oben Gesteinsschichten nach. Dabei reiben verschiedene Gesteinsschichten aneinander und es kommt auch zu chemischen Reaktionen wie man sie auch von der Batterie her kennt
(z.B. wenn eine Zink- mit einer Kohleschicht in Berührung kommt). Es entsteht eine Erdstrahlung, die den Mineralhaushalt des Menschen durcheinander bringt. Häufige Folgen davon sollen Allergien und Hautprobleme sein. Weiterhin sollen Gesteinsbrüche auch auf die Psyche (z.B. Angstzustände oder beklemmende Träume) des Menschen einen schädlichen Einfluss haben.

Erdstrahlen werden auch durch Erdverwerfungen verursacht. Im Gegensatz zu den Gesteinsbrüchen beruhen diese allerdings auf Plattenverschiebungen. Treffen große Erdschollen aufeinander, treten riesige Kräfte auf, die sich zum Beispiel in Erdbeben bemerkbar machen. Es wirken aber auch Reibungskräfte, die wiederum Erdstrahlen entstehen lassen. Auch die Erdstrahlen, die auf Erdwerfungen zurückzuführen sind, haben einen Einfluss auf die Psyche des Menschen. Es treten Gefühlsschwankungen auf, leichte Reizbarkeit bis hin zu Depressionen. So steht es in den Lehrbüchern für Radiästhesie.

Gitterartige Störzonen als Ursache der Strahlung



Neben Wasseradern und Erdverwerfungen werden vom Radiästheten noch Gitter aufgespürt, die mutmaßlich sich über den ganzen Erdball erstrecken. Dabei unterscheidet man zwischen Hartmann-Gitter und Curry-Gitter. Das Hartmann-Gitter wurde vor über 50 Jahren von dem Mediziner und Radiästheten Dr. Ernst Hartmann entdeckt. Es besteht aus 15 bis 20 cm breiten Streifen, die sich wie ein Gitter in einem Abstand von 1 bis 2,4 Meter in Nord-Südrichtung und 1,7 bis 3,2 Meter in Ost-West-Richtung über den ganzen Erdball erstreckt. Es wird daher auch als Globalgitter bezeichnet. Die Streifen für sich sind nach den heutigen Erkenntnissen für den Menschen harmlos. Gefährlich sollen sie werden, wenn sie sich mit einem anderen Gitter oder mit Wasseradern und Erdverwerfungen kreuzen. Mögliche Beschwerden sind dann, wenn sich eine Kreuzung im Kopfbereich befindet, schmerzende Druckgefühle in den Nasennebenhöhlen und den Ohren, Tinnitus, sowie Schwindelgefühle.

Das Curry-Gitter ist nach dem Arzt Dr. Manfred Curry benannt. Es verläuft diagonal zum Hartmann-Gitter und wird daher häufig auch als Diagonal-Gitter bezeichnet. Im Gegensatz zum Hartmann-Gitter ist die Maschenweite beim Curry-Gitter variabel. Es verändert sich nicht nur nach den Jahreszeiten, sondern wird auch von den Mondphasen beeinflusst. Auch beim Curry-Gitter sollen die Kreuzungspunkte besonders gefährlich sein. Befindet sich ein Curry-Kreuzungspunkt im Kopfbereich eines Bettes, können ähnliche Beschwerden wie beim Globalgitter auftreten. Zudem unterscheidet man zwischen "aufladenden" Kreuzungspunkten, die zu nächtlichen Schweißausbrüchen führen, und "abladenden", die den Betroffenen im Bett frieren lassen sollen.
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