| Fassaden werden im Laufe der Jahre schmutzig, die Farbe oder gar der Putz blättert ab. Nun wird es höchste Zeit
etwas zu unternehmen, bevor der Schaden noch größer und das Mauerwerk angegriffen wird. Meist wird zur Sanierung der Fassade ein Fachmann zu
Rate gezogen. Einige nehmen das Problem aber auch selbst in die Hand oder möchten zumindest wissen, welche Arbeiten gemacht werden müssen. Für
die haben wir einige Tipps zusammengestellt. |
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Reinigen von Altputzflächen
Nach jahrzehntelanger Verwitterung und
durch Staub oder Schadstoffe aus der Umwelt sind Altputzflächen verschmutzt. Dieser Schmutz verhindert die Haftung von neuen Putzschichten oder
Anstrichen und muss daher entfernt werden.
Haftet der Schmutz an der Putzoberfläche nicht so stark, kann er mit einem Stahlbesen entfernt
werden. Dies ist aber nicht die optimale Lösung und funktioniert nur, wenn die Schmutzschicht dünn und der restliche Putz in einwandfreiem
Zustand ist.
Am besten lassen sich Altputzflächen mit einem Hochdruckreiniger von störenden Schichten befreien. Es sollte jedoch auf
erhöhte Temperaturen verzichtet werden, da sonst eventuell vorhandene dispersionshaltige Schichten schmelzen und die Verunreinigung noch
verstärken können. Die Ermittlung des richtigen Drucks sollte an einer unauffälligen Stelle erfolgen. Dabei muss auf die gesetzlichen Vorgaben
über die Entsorgung des Wassers geachtet werden.
Mittels Sandstrahlen lässt sich festhaftender Schmutz oder der Anstrich entfernen. Auch
hier sollte eine unauffällige Stelle als Probefläche gewählt werden. Selbstverständlich ist der Schutz von benachbarten Bauteilen unbedingt zu
beachten.
Zum Entfernen von Verschmutzungen oder Beschichtungen können auch chemische Mittel eingesetzt werden. Dabei muss jedoch
sichergestellt sein, dass das Mittel restlos entfernt wird, oder dass sich eventuelle Rückstände nicht schädigend auf die nachfolgende Beschichtung
auswirken. |
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Verputzen von Mischmauerwerk
Häufig verbirgt sich unter
altem Putz ein Mischmauerwerk. Aber auch bei Neubauten wird mitunter munter gemischt. Da liegt zum Beispiel der Kalksandstein fröhlich neben dem
Mauerziegel. Die Ausrede dann: "Es war eben nichts anderes da". Das Problem ist allerdings, dass Kalksandstein und Ziegel ein völlig unterschiedliches
Schwindungs- verhalten besitzen. Risse sind dann programmiert. Verständlich, dass das Verputzen dann besonders schwierig ist. Ein unterschiedliches
Saugverhalten, unterschiedliche Wärmedehnungskoeffizienten und unterschiedliche Festigkeiten stellen sehr hohe Ansprüche an den Putz.
Putzrisse
können jedoch durch die Wahl eines Putzes mit einer hohen Elastizität und geeignetem Kriechverhalten (hohes Relaxationsvermögen) reduziert werden.
Weiterhin sollte beim Verputzen von Mischmauerwerk immer ein Gewebe eingelegt werden, das zwar Risse nicht mit letzter Sicherheit verhindern, aber die
Rissweite doch erheblich minimieren kann. Zur Verbesserung der Rauhigkeit und zum Ausgleich der Saugfähigkeit des Untergrundes eignet sich
Vorspritzmörtel. Mit ihm sollte der Putzgrund vorbereitet werden. |
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Mauerwerk mit Unebenheiten verputzen
Häufig sind bei
Altbauten auch Unebenheiten oder Fehlstellen im Mauerwerk vorzufinden. Diese führen zu unterschiedlich großen Putzstärken, die eine stark
unterschiedliche Trocknungszeit haben, wenn der Putz in unterschiedlichen Lagenstärken aufgetragen wird. Bei hydraulisch gebundenen Putzen kann
dies jedoch zur Rissbildung führen. Fehlstellen im Mauerwerk sollten daher im Zuge der Vermauerung, spätestens jedoch vier Wochen vor dem Verputzen
mit einem Mörtel geschlossen werden, der auf die physikalischen Eigenschaften der Steine abgestimmt ist.
Als Unterputz eignet sich ein
Leichtmauermörtel oder ein Maschinen-Außenputz. Unebenheiten größer als 20 mm sollten zur Eindämmung der Rissbildung in mehreren Arbeitsgängen
ausgeglichen werden. Pro Millimeter Putzdicke ist hierbei eine Standzeit von einem Tag einzuhalten. Nach dem Unterputz wird die Fläche wie gewohnt
mit Putzgrund und mit einem Edelputz, wie zum Beispiel Scheibenputz, beschichtet. Verschiedene Arten von Putze und alles, was man sonst noch zum Verputzen benötigt, sind bei den Fachhändlern der EUROBAUSTOFF-Gruppe erhältlich. |
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Sanierung einer intakten, nicht gestrichenen Fassade
Bei der
Überarbeitung eines Altputzes ohne Risse und ohne Anstriche kann folgendermaßen vorgegangen werden: Zunächst muss der Altputz auf seine
Tragfähigkeit überprüft werden. Dazu wird die Fassade nach Hohlstellen abgeklopft. Der Putz hat an diesen Stellen keine Haftung. Durch Abreiben
mit der Hand oder durch Kratzen mit dem Schrauben- zieher wird die Festigkeit des Putzes überprüft. Ist die Handfläche nach dem Wischen mit
hellen Staubpartikeln bedeckt, ist der Untergrund nicht ohne Vorbehandlung als Putzgrund geeignet. Bei leichtem Abkreiden helfen ein Tiefengrund
oder eine Aufbrennsperre. Bei starkem Abkreiden bzw. Absanden sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden.
Mit einer Benetzungsprobe lässt
sich die Saugfähigkeit des alten Putzes überprüfen. Dabei wird Wasser auf die Fassade gespritzt und abgewartet, was passiert. Wird das Wasser
langsam und gleichmäßig aufgesaugt, kann der alte Putz problemlos mit einer neuen Schicht überzogen werden. Perlt das Wasser ab, ist der
Untergrund ungeeignet und es muss mit einem mittels Klebe- und Armierungsmörtel eine Rillenspachtelung aufgebracht werden. Bei stark saugenden
Untergründen, die dem Mörtel das für die Erhärtung erforderliche Wasser entziehen, ist der Untergrund mit einer Aufbrennsperre zu überarbeiten.
Gibt es Zweifel an der
Trägfähigkeit des Altputzes, ist eine Abreißprobe durchzuführen. Dazu wird eine Fläche von etwa 40 cm x 40 cm mit Klebe- und Armierungsmörtel
überarbeitet. In das obere Drittel ist alkaliresistentes Gewebe so einzubauen, dass 20 cm überstehen. Nach sieben Tagen ist an dem
überstehenden Gewebe zu reißen. Löst sich das Gewebe aus dem Armierungsmörtel, ist der Altputz tragfähig. Löst sich der Armierungsmörtel von
der Wand, ist der Altputz nicht tragfähig und muss entfernt werden.
Bevor mit der Sanierung begonnen wird, muss der Altputz mit einem
Hochdruckreiniger gesäubert werden. Anschließend wird gegebenenfalls vor dem Verputzen eine Aufbrennssperre in geeigneter Konzentration
aufgebracht. Als Ausgleichsschicht eignet sich zum Beispiel ein Filzputz oder ein Klebe- und Armierungsmörtel mit Armierungsgewebe. Diese etwa
5 mm Schicht dient nach der entsprechenden Standzeit von einer Woche als Putzgrund für den Oberputz (z.B. Scheibenputz). |
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Sanierung einer intakten, gestrichenen Fassade
Auf einem Altanstrich
haftet möglicherweise je nach Art bzw. Verwitterungszustand die aufgetragene Putzschicht nicht. Es ist daher eine gründliche Überprüfung des
Altanstrichs erforderlich. Kreidet die Oberfläche bei der Wischprobe nicht oder nur leicht, wird sie mit Tiefengrund gefestigt. Stark kreidende
Beschichtungen oder solche, die sich beim Gitterschnitt vom Untergrund lösen, sind nicht für eine Überarbeitung mit einem Putzsystem geeignet
und müssen vollständig entfernt werden.
Beim Gitterschnitt wird der Anstrichfilm mit einem Messer gitterförmig eingeschnitten. Der Abstand
zwischen benachbarten Schnitten sollte dabei etwa drei Millimeter betragen. Sind an den Schnittpunkten kleine Splitter des Altanstriches abgeplatzt
(bis 5 % der Fläche), ist der Anstrich noch zur Aufnahme einer neuen Beschichtung geeignet. Bei Abplatzen von mehr als zehn Prozent der Fläche ist
der Anstrich mechanisch zu entfernen.
Werden Hohlstellen festgestellt, wird der hohl liegende Putz vollständig entfernt und mit einem
geeigneten Putz, im Allgemeinen einem Kalkzementputz, aufgeputzt. Nach entsprechender Standzeit (1 Tag je mm Putzstärke) kann die Fassade mit
einem Klebe- und Armierungsmörtel in einer Schichtstärke von etwa fünf Millimetern überarbeitet werden. In das obere Drittel wird ein
Armierungsgewebe eingelegt. Nach etwa einer Woche kann dann ein beliebiger Edelputz aufgezogen werden. |
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