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Die richtigen Heckensträucher auswählen

Dieser Beitrag beschäftigt sich ausschließlich mit Hecken, die vor allem dem Sichtschutz und/oder als Zaun-Ersatz der Einzäunung eines Grundstücks dienen. Die sogenannte freiwachsende oder Blütenhecke wird in unserem Beitrag "Mit Heckengehölzen monatelang ein Blütenmeer" behandelt. Und auf Sträucher wie den üppig weißblühenden Spier"baum" gehen wir auch nicht ein, denn dieses Gehölz ist nur für niedrige Hecken bis etwa ein Meter Höhe gut geeignet. Fast alle dickleibigen Gartenbücher unterscheiden, wenn es um die normale Hecke geht, zwischen "Laubhecken" und Hecken aus Nadelgehölzen, wobei letztere auch irreführender Weise als "immergrüne" Hecken bezeichnet werden. Als nadeltragende Gehölze werden Gehölze aus der Zypressenfamilie und natürlich die Eibe bezeichnet. Die sind tatsächlich immergrün, aber das ist auch der belaubte und stachelige Ilex, der robuste Liguster und vor allem der Kirschlorbeer.

Wenn Sie eine Hecke pflanzen wollen, so möchte ich Ihnen hier nicht drei dutzend Gehölzarten vorstellen, sondern praktikable Lösungen präsentieren. Dazu gehört auch die von unserem Autor "erfundene" Sicherheitshecke.

1. Die Laubhecke

Kommen Sie, wenn Sie einen schnellen Sichtschutz haben wollen, nicht auf die Idee, eine Buchsbaumhecke zu pflanzen, auch wenn die Gartenbücher stereotyp gerade dieses Gehölz immer wieder vorschlagen. Der Buchs"baum", der eigentlich mehr ein Bäumchen ist, wächst extrem langsam. Und wenn Sie in einem Schloßpark einen Irrgarten sehen, der mit Buchsbäumen angelegt wurde, so bedenken Sie, dass solche Gärten oft hunderte Jahre alt sind. Bis ein 30 cm hoher Buchsbaum (übliche Verkaufs-"Höhe" in den Baumschulen) auf 180 cm angewachsen ist, vergehen zehn Jahre!

Ganz anders der Kirschlorbeer (auch Lorbeerkirsche genannt). Dieses Gehölz mit seinen lederartigen und immergrünen Blättern wächst "wie Gift". Eine ein Meter hohe Pflanze wächst in zwei Jahren locker auf zwei Meter; sie wächst jedoch nicht nur in die Höhe, sondern - wenn auch geringer - in die Breite. Das ist ein Vorteil. Aber der Nachteil ist natürlich, dass die enorme Triebkraft dieses Gehölzes unglaublich viel Heckenschnitt verursacht. Und die Äste können armdick werden, so dass die Heckenschere versagt und eine Astschere eingesetzt werden muß. Die Wuchsfreudigkeit dieses Busches ist das eine, das andere ist aber auch, dass der Kirschlorbeer andere angepflanzte Büsche und Bäume niederdrücken kann, lesen Sie dazu unseren speziellen Beitrag.

Eine Hecke aus Hainbuche paßt gut zu großen Grundstücken und in ein ländliches Umfeld. Da die Hainbuche nicht so schnell wächst wie Kirschlorbeer, sollten große und kräftige Pflanzen gekauft werden. Die Blätter der Hainbuche werden im Herbst zwar gelb und schließlich braun, bleiben jedoch teilweise an den Ästen auch über den Winter hängen. Eine Hainbuchenhecke wird also im Winter nie ganz kahl.

Wenn Sie ganz preiswert eine robuste und schnell wachsende, blickdichte Hecke haben wollen, so sollten Sie sich für Liguster entscheiden. Die Pflanzen sind anspruchslos, treiben ständig kräftig nach und sind immergrün. Nur in einem besonders harten Winter werfen sie ihre kleinen Blätter ab. Eine mehrere Jahre alte Ligusterhecke ist zudem fast undurchdringlich. Außerdem bildet der Liguster im Frühjahr kleine weiße Blütendolden. Liguster gilt zwar in den Baumschulen als wenig edles Gehölz: dort möchte man Ihnen lieber teure "Ballenware" verkaufen. Aber mit Liguster haben Sie wesentlich weniger Probleme, als etwa mit der Thuja. Und vor allen Dingen verbreiten die Ligusterblüten im Sommer einen angenehm-süßen Duft, der Bienen anlockt. Und die Bienen haben es ja heutzutage besonders schwer, weshalb man Ihnen durchaus Ligusterpollen gönnen sollte.

2. Die Hecke aus Nadelgehölzen

Ideal ist die Eibe (andere Bezeichnung: der Taxus). Früher in freier Natur oft zu finden, ist die Eibe inzwischen fast nur noch eine Baumschul-Gehölz. Eiben sind relativ teuer. Wenn man sich für die heimische Eibe in einer Höhe von 180 cm entscheidet, muß man einen "Hunni" hinblättern. Die sog. abendländische Eibe ist wesentlich billiger. Eiben sollten in einer Mindesthöhe von 1,5 m gekauft werden, dazu rate ich. Sie sind anspruchslos und treiben nach jedem Schnitt immer wieder kräftig nach. Der angeblich langsame Wuchs ist eine Mär. Die Eibe treibt zwar nicht so schnell wie der Wachtstums-Weltmeister Kirschlorbeer, aber nach zwei Jahren hat die 1,5 m hohe Eibe locker 1,8 m erreicht. Und höher darf Ihre Sichtschutzhecke nicht in jedem Bundesland werden, wenn sie zum Nachbarn hin anlegt werden soll.

Die Thuja (andere Bezeichnung: der Lebensbaum) wird in verschiedenen Sorten allenthalben in Baumschulen und Gartencentern angeboten. Ebenso die teurere Leyland-Zypresse, die im Vergleich zur Thuja weniger die Neigung hat, im unteren Bereich zu verkahlen. Während bei der Thuja die Nadeln in Stammnähe "gerne" braun werden, was aber kaum auffällt, da nach außen hin alles grün erscheint, hat die Leyland-Zypresse - gute Bewässerung vorausgesetzt - keine Braunfärbungsneigung. Falls man Ihnen eine Bastardzypresse verkaufen will, so brauchen Sie keine Abneigung zu entwickeln. Es ist nur der andere Name für die Leyland-Zypresse.

Die Thuja hat ein Negativimage als "Friedhofsbäumchen". Da jedoch vor allem säulenartig in die Höhe wachsende Sorten wie der Smaragd-Lebensbaum angeboten werden, die kaum in die Breite gehen, ist sie - eine gute Pflege vorausgesetzt - eine ideales Heckengehölz für kleine Gärten. Wer ein Reihenhaus bewohnt und seine Nachbarn möglichst selten sehen will, dem ist mit einer Thuja-Hecke, die sehr blickdicht werden kann, auch preislich bestens geholfen.

Was für die Thuja gilt, gilt auch für die Scheinzypresse, die sich von dieser nur durch die runde Form der Zapfen unterscheidet.

3. Die Sicherheitshecke

Wenn man sich den Bau eines Zauns sparen, dennoch aber einen natürlichen Schutzzaun haben will, bieten sich drei Gehölzarten in geradezu idealer Weise an, wobei diese drei Gehölzarten auch dem Auge den Gefallen tun, mit weißen oder roten Blüten bzw. gelb-orangenen und roten Fruchtkörpern behaftet zu sein.

Der Ilex (andere Bezeichnung: Die Stechpalme) ist immergrün und hat ein hartes, stacheliges Blatt. Die Stechpalme sticht also denjenigen, der sich durch sie hindurchzwängen oder sie übersteigen will - ganz gleich, ob Mensch oder Tier (Hund), der sich in/an einem Ilex eine blutige Nase holt. Insofern bietet ein Ilex mehr Sicherheit, als jeder Maschendrahtzaun, er wächst jedoch eher langsam und braucht für die Anpflanzung unbedingt einen nicht ausgelaugten Boden. In den USA ist der Ilex mit seinen roten Beeren übrigens ein "Weihnachtsstrauch", aus dem Gestecke geflochten werden.

Der Feuerdorn übertrifft den Ilex noch an Stacheligkeit, denn er hat lange, spitze Dornen. Er wächst zudem sehr rasch bis in drei Meter Höhe, wenn man ihn nicht beschneidet. Eine Hecke aus Feuerdorn zu durchdringen, erfordert Schutzbekleidung. Das wissen auch die Vögel und bauen gerne in diesem schützenden Heckenstrauch ihre Nester, denn Katzen und andere Nesträuber tragen keine Schutzkleidung. Eine Hecke aus Feuerdorn mit seinen roten Beeren wächst blickdicht zu; das Gehölz treibt schnell aus und kann problemlos zurückgeschnitten werden.

Was hinsichtlich des Vogelschutzes über den Feuerdorn gesagt wurde, gilt auch für den Weißdorn, dessen Beerenfrüchte jedoch nicht weiß, sondern orange bis rot sind. Den Namen Weißdorn verdankt der Strauch, der als Solitärbaum bis 12 m hoch werden kann, seinem dichten weißen Blütenteppich. Allerdings braucht der Weißdorn mehr Platz als der Feuerdorn, bestimmte Sorten sind anfällig gegen Rost. Man sollte sich also in der Baumschule hinsichtlich der am wenigsten anfällige Sorte erkundigen.


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