In Deutschland stehen die meisten Fledermausarten auf der Liste der bedrohten Tierarten. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Ihre Wohnungsnot
ist ein besonders großes Problem für die kleinen Flugakrobaten. Da Fledermäuse in Höhlen, alten Bäumen oder sogar Häusern leben (ihre "Wohnungen"
nennt man übrigens Quartiere) und leider viele alte Bäume gefällt und viele alte Häuser abgerissen oder renoviert werden, gibt es für die
Nachtschwärmer keine Schlupflöcher mehr. Neue Häuser sind von Anfang an rund herum dicht. Haben es die Fledermäuse erst einmal in ein Haus
geschafft, werden sie oft verjagt, denn sie sind leider nicht gerade beliebt. Entweder haben die Menschen Angst vor ihnen oder sie finden sie
zu dreckig. Dabei ist der Kot der Fledermäuse ein super Pflanzendünger. Außerdem sind die kleinen Tiere das beste Insektenvernichtungsmittel,
das es gibt.
Sie können den Fledermäusen helfen, indem Sie neue "Wohnungen" für sie schaffen. Sie kennen vielleicht Vogelnistkästen. So
ähnliche Kästen gibt es auch für Fledermäuse. Die Fledermauskästen werden an vielen Stellen aufgehängt, wo es nicht mehr genug anderen Wohnraum
für die Tiere gibt. Mit unserer Bauanleitung können auch Sie ein gemütliches Häuschen für die kleinen Fledertiere bauen.
Das müssen Sie beim Aufhängen eines Fledermauskastens beachten:
- Sie müssen den Kasten in einem Waldstück aufhängen, wo es auch eine dichte Strauchschicht gibt. Nur hier finden die Fledermäuse genug zu Fressen.
- Direkte Sonneneinstrahlung ist wegen Überhitzung zu vermeiden.
- Der Kasten hängt am besten an einem starken Baum in 5 Meter Höhe.
- Das Einflugloch muss nach unten hin frei sein - also den Kasten nicht direkt über Ästen aufhängen.
- Zum Aufhängen sollten Aluminiumnägel verwendet werden, weil Stahlnägel zu schnell rosten.
- Wenn Sie nachschauen wollen, ob eine Fledermaus eingezogen ist, müssen Sie bis September warten. Dann stören Sie die Tiere nämlich nicht.
Und zum Schluss: Geduld ist angesagt! Die kleinen Flugakrobaten sind bei ihrer Wohnungssuche sehr wählerisch. Deswegen kann es
manchmal sogar mehrere Jahre dauern, bis sie einen Kasten besetzen.
Fledermauskasten bauen
Das verwendete Holz darf auf keinen Fall imprägniert sein. Die Holzstärke aller Teile sollte ca. 18 - 20 mm betragen, die Maße der Innenteile
dementsprechend anpassen. Sämtliche Innenseiten müssen sägerau sein.
Die Holzteile nach Zeichnung zuschneiden und zusammenbauen. In den
Deckel eine schräglaufende Bohrung von 5,5 mm Durchmesser (siehe Zeichnung) für die Befestigung anbringen, ebenso im unteren Teil der rückwärtigen
Wand. An der vorderen unteren Wand wird ein dreieckiger Klotz angebracht (siehe Zeichnung), um die Fledermäuse vor Zugluft und ungebetenen Gästen
zu schützen. Sie sollten darauf achten, dass der Spalt mindestens 17 mm Breite behält.
| Stck. |
Benennung |
Maße |
Material |
| 2 |
Seitenwände |
18 x 50 x 680 mm |
sägeraues Bauholz, nicht imprägniert |
| 1 |
Dachteil |
18 x 150 x 290 mm |
| 5 |
rückwärtige Wandteile |
18 x 140 x 240 mm |
| 3 |
vordere Wandteile |
18 x 180 x 240 mm |
| 1 |
Querstreben |
18 x 50 x 204 mm |
| 1 |
Dreikantleiste |
33 x 33 x 204 mm |
| nichtrostende Schrauben 4,5 x 45 mm |
| Aluminiumnägel zur Befestigung des Fledermauskastens |
Tipp zur Besiedlung von Fledermauskästen Um eine zügige Besiedlung von Fledermauskästen zu initiieren kann man aus Fledermauskot und
Wasser eine Mischung anrühren und die Kästen innen damit ausstreichen oder gießen. Wichtig ist das die Kästen danach stark "duften". Das veranlasst
Fledermäuse hier mal reinzugehen, denn wo schon mal jemand war kann es ja so schlecht nicht sein.
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