24.01.2012

Teilsanierungen führen schneller zum Klimaschutzziel


Heizungskeller

Mit wärmetechnischen Teilsanierungen lassen sich die Klimaschutzziele der Bundesregierung eher erreichen als mit umfassenden Vollsanierungen von Gebäuden. Denn während relativ viele Haushalte in der Lage sind, die Kosten einer Teilsanierung zu tragen, ist eine energetische Komplettsanierung aufgrund der beträchtlichen Investitionskosten nur für wenige Haushalte finanzierbar. Selbst bei großzügiger staatlicher Förderung dürfte daher eine deutliche Erhöhung der Vollsanierungsrate schwer zu erreichen sein. Dies ist ein Ergebnis der gemeinsamen Hauswärme-Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und des Energieunternehmens Shell.

Energieexperten sehen ihre Erfahrungen und Einschätzungen dadurch bestätigt. „Das Ergebnis untermauert unsere Forderung an die Politik, auch Einzelmaßnahmen bei der Förderung der energetischen Gebäudesanierung zu berücksichtigen“, kommentiert Prof. Christian Küchen, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO). Die von der Bundesregierung angestrebte Verdoppelung der Sanierungsrate von Gebäuden auf zwei Prozent jährlich sei zwar folgerichtig und notwendig. „Ein Blick in die Realität zeigt jedoch, dass Teilsanierungen dabei eine entscheidende Rolle spielen müssen. Denn Komplettsanierungen sind für den Großteil der Hausbesitzer schlicht nicht bezahlbar“, so Küchen weiter.

Der Bundesrat hat die Kosten einer kompletten Sanierung auf „mindestens 75.000 Euro pro Wohneinheit“ geschätzt. Wegen dieses „extremen finanziellen Aufwandes“ hat die Länderkammer der Bundesregierung empfohlen, auch Einzelmaßnahmen wie zum Beispiel die Fenstererneuerung oder Heizungssanierung zu fördern.

Brennwerttechnik behält große Bedeutung

Weitere Untersuchungen der umfangreichen Studie beziehen sich auf die Entwicklung der Heiztechnik in den nächsten zwei Jahrzehnten. Demnach werden auch künftig in weiten Teilen des Gebäudebestands optimierte Gas- oder Ölheizungen auf Basis von Brennwerttechnik das „wärmetechnische Rückgrat“ bilden. Generell aber zeichne sich ein Trend zur Hybridisierung von Heizsystemen ab. Die Heizanlage der Zukunft wird also von mehreren Wärmequellen gespeist.

Integriert werden verstärkt erneuerbare Energieträger, insbesondere Solarthermie, aber auch Holz oder Umweltwärme. Weil regenerative Wärmeträger jedoch nicht immer gleichmäßig und bedarfsgerecht Wärme bereitstellen können, kann auf konventionelle Heizgeräte, die jederzeit auf Knopfdruck zuverlässig Wärme liefern, mittelfristig nicht verzichtet werden.

Steigender Bioanteil in konventionellen Brennstoffen

Auch in diesen konventionellen Heizgeräten kommen nach Einschätzung der Studienverfasser in den nächsten Jahrzehnten zunehmend Brennstoffe mit Anteilen erneuerbarer Energien zum Einsatz. Der Beimischung von Biokomponenten zu Heizöl und Erdgas wird ein beachtliches Potenzial zur Senkung der Treibhausgasemissionen eingeräumt. Vor allem, weil die Beimischung von Biokomponenten im Verhältnis zur Gebäudesanierung deutlich kostengünstiger ist.

Mehr Informationen unter www.oelheizung.info

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