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Unter Schmieden versteht man eine Formveränderung von Werkstoffen und hier insbesondere Metall durch kneten, wie der Fachmann sagt. Hierbei wird das Werkstoffgefüge verlagert, ohne dass sich die Zusammenhangskraft der Moleküle aufhebt. Das "Kneten" oder die Verformung kann kalt oder warm durch Schlag (Hammer), Druck (Presse) oder Walzen geschehen. Dabei darf "kalt" nicht missverstanden werden. Der Stahl ist zunächst kalt, wird dann aber durch pausenlose gezielte Hammerschläge erwärmt und formbar gemacht. Dem Kaltschmieden der Werkstoffe sind Grenzen gesetzt. Eine Weiterbearbeitung ist durch Zwischenglühen möglich, das dem Werkstoff die durch das Kaltschmieden eingetretene Sprödigkeit und Härte nimmt(Kaltverfestigung).Beim Warmschmieden wird die Verformung des Werkstoffs im Glühzustand durchgeführt. Dabei wird der Stahl in der Esse nicht etwa nur erwärmt, sondern zum Glühen gebracht, so dass der Schmiedestahl leicht formbar wird. Verformbar sind alle schmiedbaren Stähle (bis ca. 2% Kohlenstoffanteil), Nichteisenmetalle und Metallmischungen. Hinsichtlich der Verformungsweise unterscheidet man das Schmieden frei von Hand (Freiformschmieden) und das Schmieden im Gesenk (Gesenkschmieden). Für das Gesenkschmieden werden die Werkstücke in vielen Fällen durch Handschmieden vorgeformt. Bedingung für das Handschmieden ist die richtige Behandlung des Schmiedefeuers (Feuerführung)in der sogenannten Esse. Beim Schmieden denkt der Laie häufig an ein Handwerk wie das der Hufschmiede oder Messerschmiede. Die weitaus meisten Schmiedestücke (sowohl nach einzelnem Stückgewicht als auch nach der Jahresproduktion) werden heute industriell verarbeitet. Auch ist die Berufsbezeichnung des Schmieds nicht mehr gebräuchlich, offiziell heißen dieser jetzt Metallbauer. Handgeschmiedete oder industriell geschmiedete Zierstäbe für Treppengeländer, Ziergitter für Fenster oder große Garten-Toranlagen aus Schmiedestahl sind typische geschmiedete Produkte, die auch heute im Baubereich gefragt sind.
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