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Gulfhaus ist ein Haustyp, dessen Ursprung eine offene Feldscheune, der sogenannte Vierrutenbarg ist. Insofern hat das Gulfhaus einen nahezu quadratischen Grundriss, in dessen Mitte der ”Gulf” oder ”Barg” liegt, ein Speicherraum für Getreide und Heu, in dem die gesamte Ernte bis unter das Dach eingelagert wurde. Um den Gulf herum sind Dreschdiele und Ställe, als auch - räumlich getrennt - die Wohnräume angeordnet. Das Gulfgerüst schafft viel Raum mit wenig Bauholz, deshalb wurde es in dieser waldarmen Landschaft als Konstruktionsform gewählt. Die Küche mit Kaminherd war der wichtigste Wohnraum. Eine Küchenwand wurde von den Alkoven eingenommen, schrankähnliche Schlafkammern mit Doppelbetten, die durch Holztüren tagsüber zu schließen waren. Die Küche war mit Ziegelsteinen ausgelegt, die Kammern und Stube mit Dielenbohlen. Wände, Decken und Deckenbalken waren bemalt, Kamin und größere Wandteile mit blauen Fliesen verkleidet. Das Gulfhaus besitzt wegen des Kleibodens kein Fundament, die Ständer stehen auf Findlingen, die später mit Blei abgedeckt wurden, um das Holz vor Nässe und Fäulnis zu schützen. Das Gulfhaus ist eine Hausform, die sich im 16. und 17. Jahrhundert in den Marschen und anschließend in den friesischen Geestgebieten verbreitete und sich im Nordseeküstenraum von Westflandern über Holland, Ostfriesland und Oldenburg bis nach Schleswig-Holstein erstreckte. Unterbrochen wurde diese Linie durch das Elbe-Weser-Dreieck, in dem sich die Form des niederdeutschen Hallenhauses bewahrte.
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