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War der Kunst- und Baustil der Gotik schon auf eine dekorative Ausschmückung insbesondere von Kirchen ausgerichtet, so wurde das alles weit in den Schatten gestellt, als das Barockzeitalter begann, das etwa von 1600 bis 1725 währte und dann vom Rokoko abgelöst wurde. Die Portugiesen nannten Perlen, die nicht ganz kugelrund waren, "barocco". Das Wort nahm im Italienischen den Begriff des Absonderlichen an und wurde so auch als Baroque oder Barock in Frankreich und Deutschland verstanden. Kennzeichnend für den Barock sind überbordende Ausschmückungen von Schlössern und Kirchen (Foto: die Wieskirche), Klöstern und städtischen Palais. Weit geschwungene, vergoldete Ornamente, kostbarste Baumaterialien und alles in allem üppigste Formen von der holzgeschnitzten Kirchenkanzel bis zur Darstellung des menschlichen Körpers sind wesenstypisch für den Barock. Noch heute spricht man von "barocken" Formen, wenn man auf freundliche Weise von einer korpulenten Dame spricht. Solche Formen waren damals ein Schönheitsideal, wie aus den vielen Ölbildern des Peter Paul Rubens ersichtlich wird.
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