Versottung des Schornsteins - was ist zu tun?

Das Problem der Schornsteinversottung kennt man seit Jahrhunderten. Spätestens dann, wenn der gemauerte Schornstein von außen häßliche braune Flecken zeigt und es in dem ev. hinter dem Schornstein liegenden Wohnraum unangenehm "nach Chemie riecht", ahnt auch der Laie: Mein Schornstein ist versottet. Ein besonders abschreckendes Beispiel eines versotteten Schornsteins haben wir der Website www.kaminsos.com entnommen. Wenn Sie sich vorstellen, daß eine solche Wand beispielsweise mit Paneelen auf einer Lattenkonstruktion verkleidet ist, kann es aber auch lange dauern, bis Sie dahinter kommen, weshalb es in Ihrer Wohnung so ätzend riecht.

Der Laie ist geneigt zu sagen, Versottung entsteht dadurch, daß "feuchtes Brennmaterial" verheizt wird, also etwa feuchtes Holz. Damit liegt er noch nicht einmal so ganz falsch. Aber auch da, wo nun kein feuchtes Holz verbrannt wird (was übrigens schlichtweg verboten ist - siehe unser Beitrag über Kaminholz), sondern ganz im Gegenteil Erdgas verheizt wird und moderne Niedertemperaturkessel aufgestellt worden sind, können Versottungen auftreten.

Bleiben wir zunächst bei der Verfeuerung von Holz, wie sie in Kachelöfen und Kaminöfen üblich ist. Grundfalsch ist es hier, den Ofen auf "Sparbetrieb" umzustellen, also die Luftzufuhr zu drosseln. Dadurch bekommen die Schwelgase zu wenig Verbrennungsluft und können somit nicht ausbrennen. Mangels Zündung senken also diese unverbrannten Schwelgase die Abgastemperatur im Schornstein. Der in den Schwelgasen enthaltene Wasserdampf und Teer schlägt sich im Schornstein nieder, die Versottung ist vorprogrammiert.

Bei diesem Heizsystem ist also wichtig, daß beim Verbrennungsvorgang ausreichend Sauerstoff "ungedrosselt" zugeführt wird und kein unverbranntes Gas durch den Schornstein geht. Gehen wir nun aber weg vom Holz und kommen zu der Heizung mit Gas oder Öl.

Beim Verbrennungsprozess gleich welcher Art entstehen Abgase - auch dann, wenn man Erdgas oder Flüssiggas verbrennt. Das leuchtet jedermann sofort ein, denn auch ein PKW, der "auf Flüssiggas läuft", braucht natürlich einen Auspuff. Da alle Abgase Flüssigkeit enthalten, muß ein Schornstein so konstruiert und dimensioniert sein, daß die Abgase mitsamt der enthaltenen Feuchtigkeit "durch den Schornstein gejagt werden."

Geschieht dies nur unvollständig, schlägt sich der Wasserdampf (gasförmig) als Wasserkondensat (flüssig) an den Innenwänden des Schornsteins nieder. Das Üble an der Sache ist freilich, daß der Wasserdampf die beim Verbrennungsprozess produzierten schwefligen Säuren bindet. Dieses Kondensatgemisch ist sehr "korrosiv" und kann normales Mauerwerk zersetzen und durchdringen. Hätten Sie gedacht, liebe User, daß sich bei der Verbrennung von einem Kubikmeter Erdgas 1,5 Liter Wasser bilden und bei der Verbrennung von einem Kilo Heizöl etwa ein Liter? Die Folgerung wäre nun naheliegend, daß im Schornstein nur ausreichend Zug vorhanden sein muß, um den ganzen Wasserdampf "wegzupusten". So einfach ist die Sache aber leider nicht.

Die modernen Heizkessel nutzen die entstehende Verbrennungswärme erheblich besser aus als ihre Vorgänger, weshalb die Verbrennungsgase mit deutlich niedrigeren Temperaturen in den Schornstein gelangen. Die Folge ist, daß sich - vor allem bei nicht wärmegedämmten und/oder bei zu großen Schornsteinquerschnitten - die Abgase innerhalb des Schornsteins abkühlen, und zwar unter die Wasserdampf-Taupunkttemperatur. Die Schornsteinwandung wird also durch das entstehende Kondensat durchfeuchtet. Die Schornsteinfeger wissen: Die Schwierigkeiten entstehen also weniger durch mangelnden Druck ("Schornsteinzug"), als durch zu niedrige Temperaturen im Schornstein.

Dagegen läßt sich natürlich etwas tun. Bei Neubauten sollten sich Architekt, Installateur und Schornsteinfeger darüber verständigen, welcher Schornsteindurchmesser für den geplanten Niedertemperaturkessel optimal ist. Üblicherweise werden moderne, dreischalige Schornsteinsysteme verwendet, das aus einem "Mantelstein" aus Bimsbeton bestehen, in die ein Schamotte-Rohr eingesetzt ist. Dieses Rohr wiederum wird von einer Isolierschicht aus Mineralfaser oder anderen Dämmmaterialien umhüllt, damit das Rauchrohr nicht auskühlt und eine Kondensation bei ausreichenden Zugverhältnissen verhindert wird.

Für die Anpassung älterer Schornsteine an die Erfordernisse moderner Heizkessel bieten sich verschiedene Systeme an, die auf dem gleichen Prinzip beruhen: In den alten Schornstein werden neue, kleiner dimensionierte Rohre eingesetzt. Diese können aus Edelstahl, aus Glas, aus Keramik oder sogar aus Polypropylen bestehen. Wenn der Rauchfang einen Versatz aufweist, ist die Sanierung schwieriger. Hier kann dann nur ein flexibles Kunststoffrohr eingebracht werden. Oder der Schornstein muß aufgestemmt werden. Lesen Sie hier, welche Lösungen zur Kaminsanierung der Experte für Schornsteine Schiedel parat hat.

Linken Sie sich bitte in unsere Suchmaschine ein, Stichwort "Schornsteinsysteme", wenn Sie sich über die Rohrsysteme näher informieren wollen.





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