Die richtige Batterie für den richtigen Einsatz

Der Batteriekauf ist für viele Verbraucher verwirrend: Steht man im Laden, weiß man oft nicht, welche Batterie man braucht: Mignon, Baby oder war es doch eine Micro? Und was ist mit der Vielfalt an sonstigen Bezeichnungen auf der Verpackung: AAA, AA, LR6 oder R20? Was steckt dahinter? Dann ist da noch die Sache mit der "Chemie" in der Batterie: Soll es eine Zink-Kohle-Batterie sein oder ist vielleicht doch eine Alkali-Mangan-Batterie die bessere Wahl? Oder gar Lithium? Und dann gibt es ja auch noch verschiedene Akkus. Das sind ziemlich viele Informationen rund um die kleinen Energiekraftpakete, die unser mobiles Leben erleichtern.

Micro, Mignon, Baby, Mono ... - die Batteriegröße
Batterien werden zunächst nach ihren Größen eingeteilt. Dabei gibt es verschiedene Bezeichnungen, die auf unterschiedliche Standards zurückgehen. Die allgemeinen Typenbezeichnungen haben sich im modernen Sprachgebrauch fest etabliert: Micro, Mignon, Baby, Mono und 9V-Block sind Begriffe, mit denen wir unterschiedliche Größen der Batterien bezeichnen, die sich aber oft nicht auf den Batterien wiederfinden. Dort stehen Bezeichnungen wie LR6, AA, die beispielsweise Mignon meinen und damit die Kennung nach den internationalen Standards wiedergeben. So verbirgt sich z. B. hinter dem Kürzel LR6 die IEC-Bezeichnung für Alkali-Mignon-Batterien. Handelt es sich hingegen um eine Zink-Kohle-Batterie derselben Größe, wird dies durch das Kürzel R6 gekennzeichnet. Die Buchstabenkennung AA hingegen geht auf die amerikanische Norm zurück. Um dieses Wirrwarr für den Verbraucher möglichst zu vereinfachen, hat Panasonic auf seinen Batterie-Verpackungen das Yellow-Label eingeführt, das die beiden wichtigsten Codes in sich trägt, und damit eine klare Typenaussage trifft, - indem S für Micro-, M für Mignon-, L für Baby- und XL für Mono-Batterien steht. Der Verbraucher kann sich so leichter orientieren.

Typ

IEC-Bezeichnung Alkaline

IEC-Bezeichnung Zink-Kohle

ANSI-Norm

Panasonic-Bezeichnung

Volt

Micro

LR03

R03

AAA

S

1,5 V

Mignon

LR6

R6

AA

M

1,5 V

Baby

LR14

R14

C

L

1,5 V

Mono

LR20

R20

D

XL

1,5 V

9-V-Block

6 LR61

6 F22

1604 D

XXL

9 V

Anteile der unterschiedlichen Batteriegrößen am Batterie-Gesamtabsatz
Mit 61,91 % führt die Mignon in Deutschland die Hitliste der gebräuchlichsten Batteriegrößen an. Sie war im letzten Jahr die meistverkaufte Normgröße. Weit abgeschlagen folgt mit einem Anteil von 20,60 % die Micro-Batterie als Zweite. Die letzten Plätze teilen sich die Baby (8,68 %), die Mono (5,80 %) und der 9V-Block (3,01 %). (Quelle: A.C.Nielsen GmbH, MAT 2003 Absatz Deutschland gesamt über alle Segmente.)

Batterie-Systeme - Welches ist das beste für mich?
Benötige ich für meine Taschenlampe eine Zink-Kohle-Batterie oder besser eine Alkali-Mangan? Und für den Blitz an meinem Fotoapparat eine Lithium- oder tut es auch eine Zink-Kohle-Batterie? Hat man erst mal die richtige Größe der Batterie bestimmt, muss der Verbraucher eine weitere Entscheidung treffen: Auf welche Batterie-Chemie soll er setzen, um mobile Energie optimal und möglichst lange nutzen zu können? Jedes Batterie-System zeichnet sich durch besondere Eigenschaften aus, die letztlich wichtig für die Kaufentscheidung sind.

Zink-Kohle - der Klassiker
Die Zink-Kohle-Batterie ist der Klassiker unter den Batterien. Es werden davon jährlich weltweit Millionen Stück gefertigt. Für die Zink-Kohle-Batterie spricht ihr günstiger Preis. Sie ist für weniger anspruchsvolle Anwendungen wie beispielsweise den Einsatz in Kinderspielzeug oder bei Fernbedienungen optimal geeignet.

Alkali-Mangan - für Dauernutzer
Die relativ hohe Belastbarkeit bei gleichzeitig hoher Stromleistung spricht für die Alkali-Mangan-Batterien. Seit den 80er Jahren ist dieser Batterietyp in Europa der Meistverkaufte. Netzunabhängige Geräte wie MP3-Player oder PDAs, aber auch tragbare Telefone und Camcorder werden häufig mit einer Alkali-Mangan-Batterie betrieben. Diese modernen Geräte benötigen große Stromreserven - und die kann die Alkali-Mangan-Batterie im Bedarfsfall liefern.

Lithium-Mangandioxid - hohe Belastbarkeit
Photo-Lithium-Batterien haben viele Vorteile in sich vereint. Sie weisen eine hohe Spannungslage und Energiedichte auf. Die geringe Selbstentladung macht diese Batterien optimal für Langzeitanwendungen. Zudem können die Batterien dieses Systems in vielen Temperaturbereichen eingesetzt werden. Optimaler Einsatzbereich: Fotoanwendungen. Moderne Fotoapparate nutzen Lithium-Systeme für den automatischen Filmtransport, die Belichtungsmessung und das Blitzlicht.

Oder doch lieber einen Akku?
Für manche Nutzungen ist nicht die Batterie, sondern der Akku die erste Wahl. Akkus werden auch Sekundärbatterien genannt. Im Gegensatz zu den Primärbatterien, wie Alkali oder Zink-Kohle, lässt sich bei den Sekundärsystemen die verbrauchte chemische Energie durch einen Aufladevorgang wiederherstellen. Das Akku-Ladegerät befördert die Elektroden vom Pluspol zum Minuspol zurück und die Elektrodenmassen werden wieder aufgeladen. Rund tausendmal lässt sich dieser Vorgang wiederholen.

Nickel-Cadmium-Akku - hohe Belastbarkeit
Die Vorteile der Nickel-Cadmium-Akkus liegen in der hohen Belastbarkeit, der Schnellladefähigkeit und ihrer Kältefestigkeit. Sie finden ihren hauptsächlichen Einsatz in schnurlosen Telefonen und elektrischen Zahnbürsten. Gefürchtet bei dieser Art von Akkus ist der sogenannte Memoryeffekt, der die Akkus bei falscher Benutzung - der sogenannten Dauerladung - schnell "in die Knie" gehen lässt. Es empfiehlt sich daher, Nickel-Cadmium-Akkus immer so lange in dem Gerät zu betreiben, bis sie leer sind. Dann kann man sie wieder voll aufladen. Oder man setzt für diesen Akku-Typ auf ein Ladegerät mit Entladefunktion.

Nickel-Metallhydrid-Akku - belastbar und wiederaufladbar
Der Aufbau des Systems ist vergleichbar mit den Nickel-Cadmium-Akkus. Diese Akkus sind optimal auf die Energieanforderungen von gängigen Digitalgeräten abgestimmt. Sie finden daher ihren Einsatz in den unterschiedlichsten Digitalgeräten sowie Audio-Video-Ausrüstungen, z. B. in Digitalkameras, Notebooks, schnurlosen Telefonen, Handys etc. Außerdem tritt der gefürchtete Memory-Effekt bei diesen Akkus nur in sehr abgeschwächter Form als Lazy-Batterie-Effekt auf. Der Effekt ist aber lange nicht so ausgeprägt: Der Akku liefert weniger Energie als normal, die Nutzungsdauer selbst ist aber davon kaum betroffen. Der Lazy-Batterie-Effekt kann auf die gleiche Art wie der Memory-Effekt behoben werden: Das Entladen des Akkus von Zeit zu Zeit frischt die Energie wieder auf. Auch hier empfiehlt sich ein Ladegerät mit Endladefunktion.

Die Klassiker dominieren in Deutschland
Die klassischen Alkali-Batterien sind in Deutschland die meistverkauftesten Batterien mit einem Umsatzanteil von über 58 %. Jede fünfte Batterie war dagegen eine Zink-Kohle-Batterie (20 %). Die Akkus brachten es auf eine Marktdurchdringung von fast 12 % und die Lithium-Batterien behaupteten sich mit ebenfalls fast 10 % im Markt.



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